4:3 gegen Straubing

Welsh und Treutle sichern den Ice Tigers den dritten Sieg in Folge

11.1.2022, 21:14 Uhr
Torschützen unter sich: Daniel Schmölz (links) und Nick Welsh beglückwünschen sich gegenseitig. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Torschützen unter sich: Daniel Schmölz (links) und Nick Welsh beglückwünschen sich gegenseitig. 

Sie stellten sich also wieder hinter im ihrem Torhüter auf. Hinter ihnen die warme Kabine, vor ihnen eine leere Arena. Die Show fällt seit Wochen aus, es darf ja niemand kommen, der jeden einzelnen Spieler aufs Eis rufen könnte. Also liefen sie gemeinsam aufs Eis. Immerhin ohne Helm, ein bisschen Flair wollen sich die Ice Tigers auch in tristen Eishockey-Zeiten bewahren.

Ohne Fans, die jubeln, klatschen, pfeifen, ist Eishockeyprofi nur ein Job. In Nürnberg versuchen sie sich selbst anzufeuern. Neuerdings klappt das wieder ganz ordentlich. Gegen Straubing holten die Ice Tigers am Dienstagabend in der kalten Arena ihren dritten Sieg in Folge. Das 4:3 (1:1, 2:1, 1:1) war harte Arbeit – wie so oft im Januar, wenn die Abstände zwischen den Spielen kürzer und die Spiele selbst bedeutender werden.

Auf Platz sieben vorgerückt

Dass die Ice Tigers seit vergangenem Donnerstag zum dritten Mal haben antreten dürfen und es derzeit auch keinen Grund gibt, warum das Spiel am Donnerstag in Düsseldorf nicht um 19.30 Uhr (MagentaSport) angepfiffen werden sollte. Vier DEL-Mannschaften sind oder waren kürzlich noch in Quarantäne, positive Tests gibt es vielen weiteren Klubs. Die bereits seit Anfang Dezember geboosterten Ice Tigers aber weichen der Omikron-Variante weiterhin aus und treffen auf Mannschaften, die entweder ähnlich vorsichtig sind oder ähnlich viel Glück haben.

Gegen Straubing ging es gegen einen direkten Nachbarn im DEL-Klassement, auch wenn das so nicht jeder Tabelle zu entnehmen ist. Nürnberg hat bislang drei Partien mehr ausgetragen, 0,11 Punkte pro Spiel sind die Ice Tigers derzeit besser als die Tigers. Offensichtlich war dieser Unterschied zunächst nicht.

Mit Reimer, ohne Brown

Den Unterschied machte Nick Welsh. Nürnbergs schneller Verteidiger war zunächst perfekt nachgerückt, um den Puck nach einem Schuss von Marko Friedrich über die Linie zu drücken (4.). Welsh spielte Tyler Sheehy frei, der das 2:1 sehenswert mit der Rückhand ins Straubinger Tor schnalzte (23.). Und Welsh war am 3:2 durch Daniel Schmölz beteiligt (34.). Dass der 24 Jahre alte Kanadier dazwischen sechs Minuten auf der Strafbank verbrachte, machte seine Ausbeute noch erstaunlicher.

Die Gäste fanden zunächst immer eine Antwort auf Welshs Produktion. Leiers Ausgleich im Power-Play hatte sich in einer ungeordneten Phase angekündigt (16.), beim 2:2 scheiterte der auffällige Akeson einmal nicht am starken Niklas Treutle (24.). Die Ice Tigers, wieder mit Kapitän Patrick Reimer, dafür ohne den angeschlagenen Chris Brown, aber schienen das Geschehen zu kontrollieren.

Straubinger Dauer-Power-Play

Auch danach rumpelte es noch regelmäßig an der Bande, zuverlässig laut gewürdigt von der Nürnberger Bank. Der erste Saisontreffer von Oliver Mebus (im 400. DEL-Spiel) sollte Sicherheit bringen (48.). Weil aber auch Marcel Brandt traf (51.), wurden die Zweikämpfe weiter verbissen geführt. Straubing beendete das Spiel mit einem fünfminütigen Power-Play, ohne dass ein Nürnberger auf der Strafbank saß. Die Ice Tigers aber erledigten ihren Job – ausnahmsweise etwas glücklich.

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