Nachwuchsarbeit mit den Nürnberg Hawks

Football in Fürth: Timberwolves werden zu Shamrocks

11.1.2022, 12:02 Uhr
In diesen Farben (links, gegen die Erlangen Sharks) werden die Franken Timberwolves nicht mehr auflaufen. Das Nachfolge-Team Fürth Shamrocks will grün und das Kleeblatt in den Vordergrund stellen.

In diesen Farben (links, gegen die Erlangen Sharks) werden die Franken Timberwolves nicht mehr auflaufen. Das Nachfolge-Team Fürth Shamrocks will grün und das Kleeblatt in den Vordergrund stellen. © Andreas Goldmann, NN

Im Januar 2020 haben die Verantwortlichen der American Football Abteilung des MTV Stadeln verkündet, dass sie in der kommenden Saison nicht mehr mit einem Herrenteam antreten würden. Das Heulen der Franken Timberwolves, wie sich die Mannschaft nannte, verstummte und damit endete nach dem Abstieg in die Landesliga auch die traditionsreiche Football-Geschichte in Fürth.


Abstieg der Franken Timberwolves: die Gründe


Wesley D. Fullmore, damals Wide-Receiver der "Wölfe" und frisch gewählter Vizevorsitzender, wollte sich mit dem Aus aber nicht abfinden: "Wir hatten ja noch Reste der Timberwolves und unsere Jugendmannschaft", berichtet der 26-Jährige, "und da ist uns so vor eineinhalb Jahren die vage Idee gekommen, das Ganze wiederzubeleben."

Den letzten Anstoß gab schließlich der Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth in die Bundesliga. "Da dachte ich mir, es wäre doch schön, noch eine Bundesligamannschaft in Fürth zu haben", so Fullmore und machte sich an die konkreten Planungen.

Das Fundament ist das selbe wie bei den Timberwolves zuvor: die Strukturen des MTV, das Trainingsgelände in Stadeln und auch ein paar Spieler trugen bereits das Trikot der Wölfe. Ein paar Dinge aber werden sich grundlegend ändern. Am augenscheinlichsten der Name, denn die MTV-Footballer werden künftig als "Fürth Shamrocks" auflaufen.

Fullmore will weg vom "Old School Football"

"Mit den Timberwolves konnte man als echter Fürther wenig anfangen", erklärt Fullmore, "blau-weiß-schwarze Farben, nur Franken im Namen – die Connection zu Fürth war da nie wirklich da."

Neben dem Namen soll sich auch die grundlegende Art des Footballs ändern. Weg von der klassischen Ausrichtung der Offense – Fullmore nennt es "Old-School Football" – hin zu moderneren Spielzügen. Er denkt dabei auch an die neu gegründete European League of Football und erklärt: "So wie sich der Football in Deutschland wandelt, so wandeln wir uns auch."

Die bewährte harte Verteidigung, für die die Timberwolves bekannt waren, soll bleiben, im Angriffsspiel aber will man sich grundlegend modernisieren. Dafür braucht es einen frischen, neuen Staff – also Trainer und Betreuer – und neue, motivierte Spieler. Die Planungen dafür sind nahezu abgeschlossen, 47 Spieler – von Nachwuchstalenten aus Fürth bis hin zu erfahrenen ehemaligen Bundesliga-Cracks – habe man bereits verpflichtet.

Headcoach wird mit Johannes Siuts ein Gründungsmitglied der Timberwolves, weitere Namen aber will Fillmore noch nicht nennen. Auch Sponsoren sucht er aktuell noch, denn Football verbraucht viele Ressourcen.

Mit den Rams und den Hawks

Neben der steigenden Popularität des Footballs in Deutschland profitierten die Shamrocks bei ihrer Entwicklung und der Spielersuche auch von Kontakten zu anderen Teams aus der Region wie den Nürnberg Hawks und den traditionsreichen Rams. Dabei betont Wesley Fullmore ausdrücklich, dass man sich nicht als Konkurrenz sieht, sondern mit den anderen Teams und Trainern, die Fullmore aus seiner aktiven Zeit kennt, zusammenarbeiten möchte. In der Jugendarbeit will er eine Spielgemeinschaft mit den Hawks eingehen.

Die Ziele der Shamrocks sind hoch gesteckt, die große Vision ist die Bundesliga. Ein weiter Weg – für Fullmore aber nicht unerreichbar: "Wir haben hier in Fürth sehr viele Talente, die es schon in die Nationalmannschaft geschafft haben, also warum nicht?" In der ersten Saison wollen die Shamrocks auf jeden Fall die Liga dominieren und aufsteigen. Starten werden sie in der untersten Klasse: entweder in einer Aufbau- oder der Landesliga, das ist noch offen.


Die Timberwolves in der Pandemie: Spielgemeinschaft mit den Erlangen Sharks?


Zwar waren auch die Ziele der alten Timberwolves immer sehr ambitioniert, mit dem Kleeblatt im Logo und grünen Trikots wollen die Fürth Shamrocks jetzt aber endlich "etwas dauerhaft Gutes aufbauen und das werden, was die Timberwolves längst hätten sein wollen".

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