Am 2. Juli auf dem Norisring

Macht es Götz noch einmal? Alles, was man zum DTM-Start wissen muss

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

28.4.2022, 10:00 Uhr
Maximilian Götz genießt den Norisring - bis zum letzten Augenblick. 

© Sportfoto Zink / Heiko Becker, Sportfoto Zink / Heiko Becker Maximilian Götz genießt den Norisring - bis zum letzten Augenblick. 

Bevor es losgeht, ein kurzer Blick zurück. Wer hat denn eigentlich letztes Jahr gewonnen, war das nicht ein Mercedes-Pilot aus...? Aus Uffenheim, genau. Fünf Jahre nach dem Fürther Martin Wittmann hat mit Maximilian Götz wieder ein Franke das Deutsche Tourenwagenmasters gewonnen. Und das auch noch denkbar spektakulär und das auch noch auf jener Strecke, die ohnehin als die spektakulärste gilt: auf dem Norisring. „Ich war als kleiner Bub mit acht, neun Jahren am Norisring und habe Autogramme von den Großen gesammelt. Jetzt bin ich DTM-Champion, das ist schon Wahnsinn“, sagte Götz nach einer angemessen langen Partynacht im Mach1 in einem Interview mit dieser Zeitung. Auf seinen Sieg am Samstag folgte der perfekte Rennverlauf am Sonntag und klein wenig Hilfe vom Team. „Es ist ein Geschenk. Ich habe jede Minute genossen, bin dankbar, dass ich Autorennen fahren darf.“

Und wenn es am Wochenende an der Algarve wieder losgeht, ist Maximilian Götz natürlich Favorit, oder? Nein. Das wilde Ende der vorigen Saison hat bewiesen, dass in dieser Serie vor allem eines vorhersehbar ist: die Unvorhersehbarkeit. Götz gilt es als einer von zehn Favoriten auf den Gesamttitel. Mindestens: erfahrene Neulinge wie Laurens Vanthoor, der Österreicher Thomas Preining oder der Schweizer Ricardo Feller, der Rückkehrer und dreimaliger Champion, René Rast, natürlich Marco Wittmann (zwei Gesamttitel), Routiniers wie Nico Müller, Lucas Auer, Kelvin van der Linde und Maximilian Götz. Der prominenteste Fahrer wird hingegen nur am ersten Wochenende in Portimao die Blicke auf sich ziehen. Der neumalige Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb ersetzt in Portugal einmalig einen Ferrari-Piloten. Als potenzielle Siegfahrer für einzelne Wochenenden kommen weitere Piloten hinzu. Für David Schumacher kommen derlei Ambitionen wahrscheinlich noch zu früh. Der Sohn von Ralf Schumacher debütiert im Team Winward Racing an der Seite von Maximilian Götz.

Moment... Richtig. Der Titelverteidiger hat nicht das Auto gewechselt – wird also weiterhin am Steuer eines 550 PS starken Mercedes-AMG GT3 sitzen, aber das Team. Neben Schumacher ein weiterer neuer Teamkollege des Uffenheimers: Lucas Auer, eben jener Mercedes-Fahrer, der am Norisring hatte passieren lassen, weshalb es eine Regelanpassung gab. Stallregie ist künftig wieder verboten. DTM-Chef Gerhard Berger hatte das noch am Norisring angekündigt.

Eine Saisonpause ohne Regeländerung gibt es in kaum einer Rennserie. Was ist sonst noch neu in der DTM? Offensichtlich ist zunächst einmal, dass das Fahrerfeld erheblich gewachsen ist. 29 Autos werden in die Saison starten, so viele wie lange nicht mehr.

Wo und wie kann man das sehen? Die Live-Übertragungen wechseln innerhalb der Privatsendergruppe von Sat. 1 zu ProSieben. Die Übertragung der Rennen beginnt samstags oder sonntags jeweils um 13 Uhr.

Und, die wichtigste Frage zum Schluss: Wann wird am Norisring gefahren? Vom 1. bis zum 3. Juli gastiert die DTM in Nürnberg. Maximilian Götz wird dann mit der Startnummer 1 zurückkehren.