Null Profi-Minuten

Der Sohn des Weltmeisters geht: Lucien Littbarskis Vertrag in Fürth wurde aufgelöst

Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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5.7.2024, 14:39 Uhr
Einer seiner letzten Auftritte im Kleeblatt-Trikot: Lucien Littbarski beim U23-Spiel gegen Bayreuth.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink/Sportfoto Zink / Melanie Zink Einer seiner letzten Auftritte im Kleeblatt-Trikot: Lucien Littbarski beim U23-Spiel gegen Bayreuth.

Der Papa war immer da. Egal, wie kalt es auf dem Sportplatz des TSV Burgfarrnbach war, egal, wie stark der Wind über die Felder hinter den Rängen blies, der Weltmeister konnte und wollte nicht anders. Alle zwei Wochen sah man Pierre Littbarski, den Mann, der 1990 mit Deutschland den Titel gewann, im Fürther Vorort, wo die U23 des Kleeblatts ihre Heimspiele austrägt.

Natürlich wäre er lieber in den Ronhof gefahren, um seinem Sohn beim Fußballspielen zuzusehen. Lucien Littbarski war ja im Sommer 2022 als "Spieler mit viel Potenzial", wie es Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi formulierte, nach Fürth gekommen. "Wir haben uns in den letzten Jahren wieder einen Ruf aufgebaut, der uns auch jetzt dabei geholfen hat, ein junges und umworbenes Talent zum Kleeblatt zu holen", sagte Azzouzi, der dem 19-Jährigen einen bis 2025 datierten Profivertrag gab.

SpVgg Greuther Fürth: Littbarskis Vertrag aufgelöst

Doch die Sache mit den Profis erledigte sich schnell. In der Vorbereitung sah man früh, dass Littbarski Junior durchaus einiges fußballerisches Talent von seinem Vater geerbt hat - aber auch, dass die zweite Liga noch deutlich zu hoch für ihn ist. Nachdem er sich abseits des Platzes zudem einige Undiszipliniertheiten leistete, versetzten in die Fürther Verantwortlichen bereits im Herbst 2022 dauerhaft in die zweite Mannschaft.

Für die schoss der Offensivspieler dann in 31 Spielen auch fünf Tore und bereitete drei weitere vor, für die Profis reichte das aber noch nicht. Unter Alexander Zorniger durfte Littbarski nie trainieren - und auch Petr Ruman, der Trainer der U23, stellte ihn in der abgelaufenen Saison nur noch zehnmal in die Startelf (ein Tor, vier Vorlagen).

Weitere Spiele im weiß-grünen Trikot werden nicht hinzukommen. Wie diese Redaktion exklusiv erfuhr, haben sich beide Seiten auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt. Das Kleeblatt bestätigte diese auf Nachfrage - und spart sich nun das Gehalt eines Spielers, der bei den Profis nie eine Rolle spielte und auch nicht mehr gespielt hätte. Littbarskis neuer Verein ist noch nicht bekannt. Wohin es ihn auch zieht - der Papa wird wieder da sein.

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