Umfrage

Inflation ist größte Sorge in Deutschland

16.5.2022, 09:54 Uhr
Die rapide steigenden Preise in fast allen Lebensbereichen machen den Menschen in Deutschland zurzeit mehr Sorgen als alles andere.

© Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild Die rapide steigenden Preise in fast allen Lebensbereichen machen den Menschen in Deutschland zurzeit mehr Sorgen als alles andere.

Die rapide steigenden Preise in fast allen
Lebensbereichen machen den Menschen in Deutschland zurzeit mehr
Sorgen als alles andere. Selbst der Krieg in der Ukraine und die
Corona-Pandemie stehen dahinter zurück. Das geht aus einer am Montag
veröffentlichen repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung
McKinsey hervor.

Rund 40 Prozent der gut 1000 Befragten gaben dabei an, ihre größte
Sorge sei aktuell die Inflation. 34 Prozent der Befragten nannten die
Invasion der Ukraine, nur noch 8 Prozent die Covid-19-Pandemie. Fast
ein Drittel der Befragten (29 Prozent) befürchtet, aufgrund des
Preisanstiegs den eigenen Lebensstil einschränken zu müssen.
Besonders ausgeprägt ist die Inflationsangst bei Menschen mit
niedrigem Einkommen. Zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass
die Preise auch in den nächsten 12 Monaten weiter steigen werden.

"Pessimistisch wie nie zuvor"

"Zwei Jahre Corona haben Spuren hinterlassen. Aber die Inflation und
die Invasion der Ukraine machen die Menschen so pessimistisch wie nie
zuvor", fasste der McKinsey-Experte Marcus Jacob das Ergebnis der
Umfrage zusammen. Die Menschen spürten die höheren Preise und sähen,
dass am Ende des Monats weniger im Portemonnaie verbleibe. Auch die
Besserverdiener schränkten sich ein.

Zwei Drittel der Befragten haben der Umfrage zufolge zuletzt mehr
Geld für Lebensmittel ausgegeben, 61 Prozent mehr für Benzin und
Transportkosten, sowie für Energie. Die Folge: Fast jeder Dritte hat
seinen Konsum in anderen Bereichen eingeschränkt. Gespart wird vor
allem bei Ausgaben für Kosmetik, Bekleidung, Entertainment und
Reisen.

Wirtschaft von Sparsamkeit betroffen

"Besonders Branchen, die bereits durch die Pandemie stark betroffen
waren, sind auch von der neuen Sparsamkeit betroffen", berichtete der
McKinsey-Experte Simon Land. Die Menschen schränkten sich in
Bereichen ein, für die sie mit abflauender Pandemie eigentlich wieder
mehr Geld ausgeben wollten - etwa bei Restaurantbesuchen,
Hotelübernachtungen und Events.

Fast zwei Drittel der Verbraucher haben laut Umfrage angesichts der
steigenden Preise bereits damit begonnen, ihr Einkaufsverhalten zu
ändern: etwa durch den Umstieg auf billigere Handelsmarken oder
den häufigeren Einkauf beim Discounter. Über die Hälfte der Befragten
gab an, zuhause bewusster mit ihrem Energieverbrauch umzugehen.