Nach heftigen Unwettern

Neues Warnsystem im Test: Bald schrillen alle Handys gleichzeitig

Simone Madre
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Alice Vicentini
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22.9.2022, 15:03 Uhr
Am 8. Dezember sollten Sie eine Warnmeldung auf ihrem Mobilfunkgerät erhalten.

© Robert Michael/dpa, NN Am 8. Dezember sollten Sie eine Warnmeldung auf ihrem Mobilfunkgerät erhalten.

Das neue Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast nimmt allmählich Formen an. Am 8. Dezember ist es soweit: Bund und Länder proben erstmals ihre Warnmittel. Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) teilten mit, dass sie für den Testbetrieb bereit seien. Pünktlich um 11 Uhr sollen die Warnnachrichten an zig Millionen Mobiltelefone verschickt werden. Nach den Erfahrungen aus diesem Test soll der Regelbetrieb im kommenden Jahr starten.

Zudem sollen am 8. Dezember auch alle anderen in Deutschland genutzten Warnmittel getestet werden. Dazu gehören beispielsweise die Apps Nina und Katwarn.

Was heißt "Cell Broadcast"?

Bei dem neuen System Cell Broadcast werden Nachrichten wie Rundfunksignale an alle kompatiblen Geräte geschickt, die in einer Zelle eingebucht sind. Im Gegensatz zu Nina oder Katwarn muss man keine App haben, um alarmiert zu werden. Ein Vodafone-Sprecher sagte, man sehe darin eine sinnvolle Ergänzung zu vorhandenen Warnsystemen. "Mit Cell Broadcast kann die Bevölkerung in den jeweiligen Regionen gezielt und schnell per Textnachricht auf dem Handy gewarnt werden." Nach Angaben der Bundesnetzagentur wird ein Sirenen-Ton von dem Endgerät abgespielt, selbst wenn das Handy auf stumm geschaltet oder sich im „nicht-stören-Modus“ befindet.

Neues Warnsystem noch in der Testphase

Anlass für die Einführung von Cell Broadcast in Deutschland waren die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es zahlreiche Tote gab. In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast bereits im Einsatz.

"Mit dem bundesweiten Warntag 2022 wird auch eine intensive Testphase für Cell Broadcast eingeleitet", sagt Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamts für Katastrophenhilfe. "Diese bedeutet einen neuen Stellenwert in der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung: Während die Menschen die Testphase nutzen können, um sich mit dem neuen Warnkanal vertraut zu machen, werden wir mit dem Feedback und den Live-Rückschlüssen daraus die beteiligten Schnittstellen weiter bestmöglich aufeinander abstimmen. "

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