Über 1500 Fälle im Freistaat

Omikron breitet sich aus: So stark ist Bayern bereits betroffen

Nina Eichenmüller arbeitet als Volontärin im Verlag Nürnberger Presse.
Nina Eichenmüller

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10.1.2022, 17:32 Uhr
Die Corona-Variante Omikron beherrscht immer mehr das Infektionsgeschehen.

Die Corona-Variante Omikron beherrscht immer mehr das Infektionsgeschehen. © Sebastian Gollnow, dpa

In einigen Ländern ist Omikron bereits die dominierende Variante. Jetzt macht auch in Bayern die wohl hochansteckende Mutation die Mehrzahl der Corona-Fälle aus, sagte der Münchner Infektiologe Christoph Spinner gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). Er ist Pandemiebeauftragter am Klinikum rechts der Isar und beobachtet die Verbreitung. Etwa neun von zehn in seiner Klinik PCR-getesteten Proben seien Omikron zuzurechnen, erklärt er. Dabei beobachtete der Mediziner in den vergangenen Wochen einen deutlichen Anstieg.

Viele Verdachtsfälle von Omikron in Bayern

Das Robert-Koch-Institut kommt dabei auf ähnliche Ergebnisse - auch in ihrer Untersuchung der Omikron-Fälle stieg die Anzahl an Infektionen mit der Virus-Variante deutlich an. Allein in Bayern gibt es aktuell 1582 nachgewiesene Fälle und zudem 18.808 Verdachtsfälle (Stand: 10.01.2022). Die tatsächlichen Zahlen könnten jedoch noch deutlich höher liegen, da nur stichprobenartig ausgewertet wird, ob es sich bei einem positiven PCR-Test um eine Virus-Variante handelt.

Hohe Hospitalisierung bei Ungeimpften erwartet

Der Infektiologe Christoph Spinner warnt zudem vor einem Anstieg der Hospitalisierungsrate. Gegenüber dem BR äußerte er, dass auf den Intensivstationen gerade noch kritisch kranke Patienten mit der Delta-Variante behandelt würden. Laut des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind in Bayern aktuell 502 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, diese Fallzahlen sind in den letzten Tagen und Wochen etwas zurückgegangen. Doch Mediziner rechnen vor allem durch die hohe Ansteckungsrate von Omikron damit, dass die Hospitalisierungsrate wieder steigen könnte.

Experten gehen davon aus, dass besonders Ungeimpfte in Krankenhäuser eingewiesen werden müssen - bei Geimpften und Genesenen verläuft eine Ansteckung mit der Omikron-Variante hingegen meist mit weniger schweren Symptomen.

Häufiger liest man in letzter Zeit in den sozialen Netzwerken von gefährlichen Verläufen bei Kindern durch Omikron. Dem Infektiologen sind hierzu nur Einzelfälle aus anderen Ländern bekannt, bei denen Kinder im Krankenhaus behandelt werden mussten, so Spinner. Schlüssige Belege hierzu fehlen bislang.