Umwelt

Waldbrände in Südtürkei und Zypern wüten weiter

23.6.2022, 18:36 Uhr
Ein Waldbrand auf einem Hügel im Athener Vorort Voula. Wegen fehlender Niederschläge und hoher Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr in Griechenland.

© Yorgos Karahalis/AP/dpa Ein Waldbrand auf einem Hügel im Athener Vorort Voula. Wegen fehlender Niederschläge und hoher Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr in Griechenland.

Schwere Busch- und Waldbrände toben am dritten Tag in Folge in der Südwesttürkei und im Norden der geteilten Mittelmeerinsel Zypern.

In der südwesttürkischen Urlaubsregion Marmaris wurden am Donnerstag mehr als 270 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Brand breite sich weiter aus, weil hohe Temperaturen und starker Wind die Löscharbeiten erschwerten, sagte Forst- und Landwirtschaftsminister Vahit Kirisci. Bislang seien fast 3000 Hektar Land betroffen. Der Sender TRT meldete, auch im südosttürkischen Kahramanmaras wüte ein Waldbrand.

Der Brand in Marmaris war am Dienstag in der Nähe in Bördübet in einem Nationalpark ausgebrochen. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu erklärte am Donnerstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, eine Person sei in Marmaris festgenommen worden. Diese habe Brandstiftung gestanden und angegeben, das Feuer aus Wut über einen Streit mit der Familie gelegt zu haben. Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu hatte am Mittwochabend darauf hingewiesen, dass der Mittelmeerraum auch wegen des Klimawandels besonders gefährdet für Waldbrände sei. Er warf der Regierung angesichts dessen mangelnde Vorbereitung vor.

Immer wieder große Zerstörung

Waldbrände hatten im vergangenen Jahr in Teilen des Mittelmeerraums und der Schwarzmeerregion in den Sommermonaten für große Zerstörungen gesorgt. Zahlreiche Menschen starben. Die türkische Regierung war damals scharfer Kritik ausgesetzt, unter anderem, weil zu Beginn keine einsatzfähigen Löschflugzeuge zur Verfügung gestanden hatten.

An den aktuellen Löscharbeiten beteiligten sich nach offiziellen Angaben 14 Flugzeuge und 47 Hubschrauber. Knapp 3000 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.

In Nordzypern wurden zwei Löschflugzeuge aus Israel erwartet, wie der türkisch-zyprische Rundfunk Bayrak TV berichtete. Bereits seit Mittwoch sind auch Flugzeuge der Republik Zypern aus dem Süden der Insel sowie Hubschrauber aus der Türkei im Einsatz.

Die Kämpfe gegen die Brände im Norden haben die zwei Teile der Insel ein kleines Stück näher gebracht. Zypern ist seit 1974 in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Die politischen Führungen der beiden Teile haben seit 2017 die Verhandlungen zur Überwindung der Teilung abgebrochen.