Extreme Preissteigerungen

Deutlich mehr für Strom und Erdgas: N-Ergie erhöht Abschlagszahlungen

Volontärin Nina Eichenmüller
Nina Eichenmüller

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8.11.2022, 16:20 Uhr
Der regionale Energieanbieter wird teurer. Auf die Haushalte kommen Mehrkosten von etwa 63 Euro im Monat zu.

© imago images/Future Image, NNZ Der regionale Energieanbieter wird teurer. Auf die Haushalte kommen Mehrkosten von etwa 63 Euro im Monat zu.

Die N-Ergie hebt die Strom- und Erdgaspreise zum 1. Januar 2023 deutlich an. Der regionale Energieversorger reagiere damit auf die extremen Preissteigerungen an den Handelsmärkten, die das Unternehmen nicht länger abfangen könne, heißt es in einer Mitteilung. Im Großhandel hätten sich die Preise für Strom und Erdgas im Vergleich zum Vorjahr signifikant erhöht.

Die Anhebung der Strompreise begründet die N-Ergie auch damit, dass es die erste Preissteigerung seit Anfang 2020 sei. Zum 1. Januar 2023 erhöht sich nun der monatliche Grundpreis beim meistgewählten Produkt Strom Smart um 0,99 Euro (brutto). Der Energiepreis steigt hier bei einem Verbrauch ab 1.400 kWh von 23,49 Cent auf 44,77 Cent (brutto) pro Kilowattstunde (kWh). Für einen Musterhaushalt, der im Tarif Strom Smart pro Jahr 3.500 kWh verbraucht, belaufen sich die monatlichen Mehrkosten ab Januar auf rund 63 Euro.

Steigerung um rund 74 Prozent

Der Preis für Erdgas steigt bei einem Verbrauch ab 5.000 bis 50.000 kWh beim meistgewählten Produkt Erdgas Smart von 8,17 Cent auf 14,92 Cent pro kWh (brutto) an. Hochgerechnet betragen die Mehrkosten pro Monat bei einem Musterhaushalt, der 18.000 kWh jährlich verbraucht, dann 100 Euro. Das entspricht einer Steigerung um rund 74 Prozent. Preisdämpfend wirke sich dabei die Senkung der Mehrwertsteuer auf Erdgas aus, die in den Bruttopreisen sowie der Musterrechnung bereits berücksichtigt sei, heißt es in der Mitteilung.

Wegen der enormen Preissteigerungen plant die Bundesregierung eine weitere Entlastung für alle Verbraucher. Die Strompreisbremse soll ab Januar 2023 dazu beitragen, dass die Stromkosten insgesamt sinken. Dabei soll der Strompreis für private Verbraucher bei 40 Cent pro Kilowattstunde und der Preis für Gas bei 12 Cent pro kWh (brutto) gedeckelt werden. Das gilt allerdings nur für den Basis-Bedarf, der bei Privatkunden 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs beträgt. Übersteigt der Verbrauch den Basis-Bedarf, gilt der aktuelle Marktpreis.

Sobald Bundestag und Bundesrat den Preisbremsen zugestimmt haben, will die N-Ergie laut Mitteilung die Entlastungen "unverzüglich und vollständig" an ihre Kunden weitergeben. Verbraucher, die in Zahlungsschwierigkeiten kommen, sollten frühzeitig auf das Unternehmen zukommen, damit gemeinsam eine Lösung gefunden werden könne.

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