Optimismus in der Reisebranche

Ryanair: Millioneninvestitionen am Airport Nürnberg

MOTIV: Melanie Kunze, Portrait; Mitarbeiterportrait, Kommentarportrait, - Auswahl..FOTO: Günter Distler, gesp. 2014.
Melanie Kunze

Politik und Wirtschaft

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14.1.2022, 05:55 Uhr
Ryanair will ab dem Sommerflugplan zwei Flugzeuge am Airport Nürnberg stationieren. 

Ryanair will ab dem Sommerflugplan zwei Flugzeuge am Airport Nürnberg stationieren.  © Andreas Arnold/dpa

Wer Andreas Grubers Worten lauscht, hofft, dass diese wahr werden mögen. Gruber spricht von einem Sommer, in dem Reisen möglich sein wird, und von Familien, die ihren „lang verdienten Urlaub“ auf Mallorca verbringen werden. Nicht wenige dürften das nach zwei Jahren Pandemie herbeisehnen.

Während sich in Deutschland die Omikron-Welle aufbaut und niemand vorhersehen kann, welchen Verlauf die Pandemie nehmen wird, plant die Luftverkehrsbranche fest für die kommenden Monate. Sie geht von steigender Nachfrage und Nachholeffekten aus.

Die Zahlen dazu, die Gruber, Chef der Ryanair-Tochter Laudamotion, bei seinem Besuch in Nürnberg präsentiert, sind durchaus ehrgeizig. Am Standort Nürnberg will Ryanair künftig insgesamt rund 175 Millionen Euro investieren. Die Fluggesellschaft rechnet pro Woche mit 85 Flügen. Allein 18 Mal soll es nach Palma de Mallorca gehen, zehnmal soll ein Flieger nach London abheben, viermal nach Dublin. Insgesamt bietet die Billigfluggesellschaft 27 Routen ab Nürnberg an.

30 Prozent Marktanteil

Damit werden die Iren, die im vergangenen Herbst bekanntgaben, in Nürnberg eine Basis zu eröffnen, Platzhirsch am Albrecht Dürer Airport. Ihr Marktanteil beträgt dann 30 Prozent. Die türkische Corendon, die auf Pauschalreisen setzt und mit Veranstaltern wie Tui kooperiert, ist mit einem Marktanteil von rund 23 Prozent der zweitgrößte Anbieter.

Allein Ryanair will diesen Sommer 1,3 Millionen Passagiere befördern - eine Verdopplung des bisherigen Angebots. Gruber spricht von einem „großen Expansionskurs und Chancen“ für Ryanair, aber auch für den Albrecht Dürer Airport. Denn der profitiert von einer wirtschaftlichen Entscheidung, die vor einigen Tagen bekanntgegeben wurde: Nach fünf Jahren wird Ryanair den größten deutschen Flughafen Frankfurt/Main verlassen. Als Grund führt das Unternehmen die hohen Flughafenentgelte an, die trotz - oder gerade wegen - der Pandemie angehoben worden sind.

Zwar musste auch der Nürnberger Flughafen seine Gebühren erhöhen, diese seien aber „moderat gestiegen“, begründet Gruber die Entscheidung, das Engagement auszubauen.

Zudem sei man hier offen für neue Routen. Welche Ziele in absehbarer Zukunft hinzukommen könnten, wollte er nicht sagen. Sicher sei aber, dass die Ticketpreise steigen werden. Die höheren Kosten für Abfertigung und Flugsicherheit werde die Airline an die Passagiere weitergeben. Wie hoch der Aufschlag sein wird, ließ der Laudamotion-Chef offen.

Um die kurz- und langfristigen Expansions-Pläne in Nürnberg umzusetzen, benötigen Flughafen und Airline Personal. Das ist, zumindest derzeit, nicht so leicht zu bekommen. Flugbegleiter und Bodenpersonal wurden infolge der Pandemie entlassen. Viele suchten sich neue Jobs - und wollen mitunter gar nicht mehr zurück in die volatile Reisebranche.

Flughafenchef Michael Hupe rechnet mit 50 bis 70 neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nötig sein werden, um die Maschinen reibungslos abzufertigen. Stellen wurden bereits ausgeschrieben.

Ryanair will 60 Beschäftigte in Nürnberg stationieren. Einige davon kämen aus Frankfurt, wo Arbeitsplätze bis Ende März folglich abgebaut werden, so Gruber. Gut vorbereitet möchte man dann durchstarten - nach zwei schwierigen Reise-Sommern.

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