Umweltministerium stellt Fachleute zur Verfügung

Gefährdete Biotope: Was die künftigen Streuobstmanager in Bayern bewirken sollen

André Ammer
André Ammer

Region und Bayern

E-Mail zur Autorenseite

31.1.2022, 15:55 Uhr

© Tourismuszentrale Fränkische Schweiz

Mit Mitteln für insgesamt 26 Streuobstmanager unterstützt das Ressort von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) künftig die Bezirksregierungen und Landratsämter bei der Umsetzung des sogenannten Streuobstpakts. Unter anderem werden fünf neue Stellen in Mittelfranken geschaffen: Zwei bei der Bezirksregierung, und jeweils ein Streuobstmanager wird sich den Landkreisen Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim um den Schutz dieser Areale kümmern, die sich zum großen Teil durch eine jahrhundertalte Tradition auszeichnen.

"Streuobst ist ein dreifacher Gewinn: für die Artenvielfalt, für die Wertschöpfung und für die Regionen in Bayern. Das wollen wir noch deutlich ausbauen", sagte Glauber bei der Vorstellung des Projekts. Bayernweit sollen knapp 17.000 Fußballfelder mehr Streuobstwiesen entstehen.

Streuobstwiesen sind laut dem Umweltminister für Bayern, was Korallenriffe für Australien sind: faszinierend, bunt und artenreich. Der Streuobstpakt biete deshalb viele Instrumente, um die "bayerischen Korallenriffe" zu stärken: von Fördermöglichkeiten über Marketingmaßnahmen bis hin zur Forschung.

Über 2000 Obstsorten im Freistaat

Die Streuobstmanager werden die Menschen vor Ort bei der Umsetzung des Streuobstpakts unterstützen. Sie sind Ansprechpartner für alle Belange rund um Pflege und Erhalt der wertvollen Streuobstbestände. Über 2000 Obstsorten werden in Bayern als Streuobst angebaut, und Streuobstbestände zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa: Rund 5000 Tier- und Pflanzenarten leben dort.

Die Bayerische Staatsregierung hat im Oktober 2021 den "Bayerischen Streuobstpakt" zusammen mit zahlreichen Verbänden unterzeichnet. Ziel ist, den derzeitigen Streuobstbestand in Bayern zu erhalten sowie eine Million Streuobstbäume neu zu pflanzen. Die Streuobstbestände sind akut gefährdet: Seit 1965 sind 70 Prozent der Streuobstbestände in Bayern verschwunden. Die Staatsregierung will die Umsetzung des Bayerischen Streuobstpaktes bis 2035 mit insgesamt über 600 Millionen Euro unterstützen.

Projektstellen zunächst auf fünf Jahre befristet

Die Verteilung der Projektstellen ist in enger Abstimmung mit den Bezirksregierungen erfolgt. Dabei wurden insbesondere die Schwerpunktgebiete der Streuobstbestände berücksichtigt. Die Projektstellen sind zunächst auf fünf Jahre befristet. Im Rahmen des Streuobstpaktes hat die Staatsregierung zugesagt, sich für die Schaffung fester Stellen einzusetzen, die die Projektstellen ablösen sollen.

Keine Kommentare