Strategie für den Herbst

Selbsttests in Schulen: Ein Beschluss und die Kritik der Verbände

Redakteurin Kathrin Walther
Kathrin Walther

Ressort Kinder, Familie und Bildung

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27.7.2022, 11:40 Uhr
Corona und Schulen - welche Strategie verfolgt der Freistaat für das neue Schuljahr?

 

© Günter Distler Corona und Schulen - welche Strategie verfolgt der Freistaat für das neue Schuljahr?  

Mit Blick auf den Corona-Herbst setzt Bayern in Schulen und Kitas zumindest vorerst auf Freiwilligkeit: In seiner Sitzung am 26. Juli beschloss das Kabinett, auf eine Testpflicht zu verzichten. Die Einrichtungen könnten aber selbst entscheiden, zum Schuljahresbeginn aus ihren eigenen Beständen freiwillige Tests anzubieten. Kitakinder bis fünf Jahre erhalten kostenfreie Bürgertests an den Teststellen.

Das Kabinett machte außerdem auf die Möglichkeit aufmerksam, dass Schulen auf rund elf Millionen Testvorräte bei den Kreisverwaltungsbehörden sowie rund acht Millionen Selbsttests im Pandemiezentrallager zurückgreifen könnten.

Bis Ende September könnten außerdem "über bestehende Rahmenverträge bis zu 62 Millionen Selbsttests abgerufen werden", heißt es im Bericht der Kabinettssitzung. Vorsorglich werde der Freistaat für den Zeitraum Oktober bis Dezember "Abrufverträge für Selbsttests zum Einsatz in Einrichtungen und Schulen für weitere 20 Millionen Tests pro Monat ausschreiben".

"Politisches Kalkül"

Simone Fleischmann wirft der Staatsregierung politisches Kalkül vor. "Unser gemeinsames Ziel ist der Präsenzunterricht. Ob diese Freiwilligkeit ein verlässliches Instrument ist, um das Ziel zu erreichen, wagen wir zu bezweifeln", sagte die Präsidentin des bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands BLLV auf Anfrage unseres Verlags.

"Wir haben viele Fragen: Wer trägt die medizinische Verantwortung, welche Folgen hat die Freiwilligkeit - für Eltern, die testen und für die, die nicht testen? Was ist mit Quarantäneregeln?" Dem BLLV fehlen klare Angaben, wie der Beschluss vor Ort von wem umgesetzt werden solle. "Und das dürfen nicht wieder die Schulleiter sein."

Einen Corona-Instrumentenkasten forderte die Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl), um flexibel auf das Infektionsgeschehen reagieren zu können. Dazu würden praktikable Rechtsgrundlagen für Maskenpflicht und eine sinnvolle Teststrategie gehören. "Und es sollte selbstverständlich sein, dass man nur getestet aus den Ferien in die Schule zurückkehrt", heißt es in einer Presseerklärung.

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