Nun der Stadt angegliedert

Ehrenamtsagentur löst in Erlangen die Freiwilligen-Initiative ab

Scott Johnston

E-Mail

9.12.2021, 10:30 Uhr
Ehrenamtsagentur löst in Erlangen die Freiwilligen-Initiative ab

© Scott Johnston

Bei einem Treffen im kleinen Rathaussaal würdigte Beatrix Jauch vom Büro für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt den Einsatz der bisherigen Organisatoren, die zum Teil auch weiterhin in dem Team mitarbeiten. Hildegard Melcher-Heil und Wilhelm Lorenz blickten auf die zwei Jahrzehnte zurück, in denen sich die Vermittlung von Ehrenämtern in der Stadt kontinuierlich weiterentwickelte.

Nach der Beendigung ihres Berufslebens wollte sich Hildegard Melcher-Heil sofort für die Allgemeinheit engagieren und stellte 2002 dem damaligen Oberbürgermeister Siegfried Balleis ihre Ideen für eine neutrale Ehrenamtsvermittlung vor, die damals in Erlangen noch nicht existierte. Nachdem Balleis von dem Vorstoß sehr angetan war und weitere Mitstreiter gewonnen werden konnten, gründete sich schließlich unter dem Namen "InfoTreff" eine Begegnungsstätte für ehrenamtliches Engagement.

Besuchsdienste für Kliniken

Zu den Projekten zählten unter anderem ein Überblick über die Klinikbesuchsdienste, die sich bei sogenannten Markttagen vorstellen konnten, um Ehrenamtliche zu gewinnen, eine Zusammenstellung der Tanzmöglichkeiten für Senioren und die Herausgabe zweier umfangreicher Broschüren innerhalb der Initiative "Bewegendes Erlangen", die über die Angebote zur Förderung der körperlichen und mentalen Fitness von älteren Menschen informierten.

2007 starteten Jörg Tafel und Hans-Jörg Nüsslin die mehrfach ausgezeichnete "Erlanger Freiwilligen-Initiative" (ERFIN), die schließlich 2015 als Verein eingetragen wurde. Sabine Heinze wählten die Mitglieder zur Vorsitzenden. Ihr folgte 2019 Ursula Köhler. Mit "freiNet" wurde 2017 die vorherige Datenbank auf eine neue Grundlage gestellt.

Laut Hildegard Melcher-Heil engagieren sich nicht nur Senioren als Ehrenamtliche, sondern auch viele junge Menschen wie zum Beispiel Studenten und Bürger mittleren Alters. Insgesamt gibt es in Erlangen zirka 90 Einrichtungen, wo Bedarf besteht.

Breite Palette

Die Palette reicht von der Diakonie und den Maltesern über das Tierheim, die Jugendarbeit, den Botanischen Garten, Flüchtlingsinitiativen und die Tafel bis hin zu Dritte-Welt-Läden oder Lesepatenschaften. Auf der Ehrenamtsbörse https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-2136 kann man sich einen guten Überblick über diese Vielfalt verschaffen. Wer Interesse an einem Ehrenamt hat, sollte zur Kontaktaufnahme eine E-Mail an engagement@stadt.erlangen.de schreiben.

Bei der Beratung lässt sich dann gut eruieren, welche Tätigkeit jeweils sinnvoll ist. Zum einen werden hier Vorkenntnisse und Stärken berücksichtigt, zum anderen gibt es auch immer wieder Bürger, die gerne etwas Neues ausprobieren möchten. Es besteht auch die Möglichkeit, sich hier entsprechend fortzubilden.

Alle Themen rund um das Thema "Bürgerschaftliches Engagement" werden nun in der Freiwilligenagentur der Stadt zusammengeführt, wobei sich am Motto von ERFIN nichts ändert. "Miteinander und füreinander!". Neben der Ehrenamtsberatung und -vermittlung stellen der Kontaktaufbau und die Betreuung von Vereinen und Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, der Ausbau der Möglichkeiten, wie sich Unternehmen einbringen können, die Qualifizierung im Ehrenamt, Projekte und Veranstaltungen zur Förderung von gemeinschaftlichem Engagement und eine breite Öffentlichkeitsarbeit, um die Angebote publik zu machen, zu den Schwerpunkten.

Mehr digitale Beratung

Eine wesentliche Aufgabe der Freiwilligenagentur wird es sein, sich als eine Anlauf- und Informationsstelle für alle Fragen rund um freiwilliges Engagement in Erlangen zu etablieren. Interessierte, Vereine und Unternehmen sollen hier auf gebündelte Informationen zugreifen können und professionellen Rat erhalten.

Durch eine hauptamtliche Kraft bei der Stadt kann nicht zuletzt die digitale Beratung, die gerade durch die Corona-Pandemie deutlich zugenommen hat, weiterentwickelt werden. Nach Einschätzung von Beatrix Jauch dürfte sich der Umfang des Engagements, das von zuhause aus über das Internet ausgeübt wird, ebenfalls erhöhen. Zu dem Team zählen auch in Zukunft Freiwillige, die sich im Rahmen der Beratung selbst ehrenamtlich engagieren.