Einstige Siemens-Büros umgestaltet

Erlanger Himbeerpalast ist nun Notunterkunft für Geflüchtete

Scott Johnston
Scott Johnston

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30.7.2022, 09:00 Uhr
Im Ostteil des Himbeerpalastes hat die Stadt Erlangen mit Hilfe des Freistaates eine Flüchtlingsunterkunft für bis zu 400 Personen eingerichtet.

© Harald Sippel, NN Im Ostteil des Himbeerpalastes hat die Stadt Erlangen mit Hilfe des Freistaates eine Flüchtlingsunterkunft für bis zu 400 Personen eingerichtet.

Nach dem Auszug von Siemens soll der markante Gebäudekomplex mit der rötlichen Fassade bekanntlich so umgestaltet werden, dass er von der Friedrich-Alexander-Universität genutzt werden kann. Unter anderem ziehen später der größte Teil der Philosophischen Fakultät und des Fachbereichs Theologie dort ein.

Sebastian Weiß vom ASB (Mitte) zeigt Innenminister Herrmann (links) und Oberbürgermeister Janik einen Behälter mit Geschirr, den die Flüchtlinge unter anderem erhalten.

Sebastian Weiß vom ASB (Mitte) zeigt Innenminister Herrmann (links) und Oberbürgermeister Janik einen Behälter mit Geschirr, den die Flüchtlinge unter anderem erhalten. © Harald Sippel

Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei einer Besichtigung erläuterte, laufen die umfangreichen Planungen für den Umbau derzeit auf Hochtouren. Anschließend folgen die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke, so dass mit den Arbeiten im Frühjahr 2024 begonnen werden dürfte.

Durch die enge und unbürokratische Zusammenarbeit zwischen der FAU, der Stadt Erlangen, dem Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg sowie der bayerischen Staatsregierung war es daher möglich, die Räume so herzurichten, dass sie bis Ende 2023 als Unterkunft für Flüchtlinge dienen können.

Familien als Hauptzielgruppe

Das städtische Amt für Gebäudemanagement um Leiter Florian Engel ließ insgesamt 89 Trockenbauwände einziehen, wodurch die einstigen Großraumbüros von Siemens in Zimmer für vier bis acht Personen umgewandelt wurden. Dadurch ist es kein Problem, dass Familien als Hauptzielgruppe je nach Größe zusammenbleiben können.

Der Strom von Geflohenen aus der Ukraine nimmt momentan schon wieder ab. Allerdings sei insgesamt erneut eine deutliche Zunahme der Zahl an Flüchtlingen durch die Aufnahme der früheren Ortskräfte der Bundeswehr aus Afghanistan sowie von Mittelmeerstaaten zu beobachten, betonte Herrmann. Oberbürgermeister Florian Janik freute sich, dass im Himbeerpalast nun eine menschenwürdige Unterbringung der Hilfsbedürftigen verwirklicht werden konnte und viel bessere Bedingungen herrschten als in den kurzfristig bereitgestellten Turnhallen. Die Stadt baue zwar auch Unterkünfte, doch nehme dies eben eine entsprechende Zeit in Anspruch.

Übernommen hat die Betreuung der Geflohenen im Himbeerpalast der Arbeiter-Samariter-Bund unter Leitung von Sebastian Weiß, der bei einem Rundgang die Einrichtung vorstellte. Über 66 Erwachsene und Kinder sind aktuell untergebracht, 33 weitere kommen in der nächsten Woche hinzu. Die Obergrenze liegt bei zirka 400 Personen. Janik wies auf die Online-Sprachkurse der Volkshochschule hin, an denen ohne große Formalitäten teilgenommen werden könne.

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