Bilanz nach dem ersten Schuljahr

Kooperative Ganztagsbildung in Neunkirchen: Personalsuche macht auch hier Sorgen

Pauline Lindner

22.7.2022, 13:51 Uhr
Die kooperative Ganztagsbildung an der Neunkirchener Grundschule hat sich bewährt.

© Scott Johnston Die kooperative Ganztagsbildung an der Neunkirchener Grundschule hat sich bewährt.

Diesem Vorgehen stimmte damals der Marktgemeinderat unter der Bedingung zu, dass die kommunale KoGa nach einem Jahr auf den Prüfstand gestellt werde. Als wichtigste Frage war schon vorgegeben, ob man beim Eigenbetrieb bleiben oder doch lieber nach einem Träger Umschau halten wolle. Unter dieser Prämisse stand denn auch der Bericht der scheidenden Schulleiterin Anna Wellhöfer im Gremium.

Die KoGa, die das Konzept des neuen Schulhauses als ganztägiges Lernhaus ergänzt, bietet derzeit für über 40 Schulkinder - etwa die Hälfte des Jahrgangs - Betreuung bis 16 Uhr, wobei die Mehrzahl der Kinder bis 14 bzw. 15 Uhr bleibt. Sie ist auf einer engen Verzahnung der Lehrkräfte und der qualifizierten Betreuer nach dem eigentlichen Unterrichtsende aufgebaut. Die Kinder erhalten ein „Luxusmenü“ aus angelieferten Produkten und im Haus zubereiteten Speisen, so Bürgermeister Martin Walz (CSU). Es folgt eine Zeit für die Hausaufgaben und danach zum Spielen. Wie wichtig letztere Spanne ist, wurde im Lauf des Jahres immer mehr Eltern bewusst. Das Interesse an guten Kursen am Nachmittag sei groß.

„Wir sind erfolgreich gestartet“, betonte die Schulleiterin mehrfach. Sie belegte ihre Aussage mit einer Gegenüberstellung der Vorgaben und ihrer tatsächlichen Umsetzung. Der Elternbeirat, so Wellhöfer, hat sich ausdrücklich für den Weiterbetrieb durch die Kommune ausgesprochen. „Das sollten wir machen; es hängt von Schlüsselpersonen ab“, formulierte Werner Kruckow (Grüne) die übereinstimmende Meinung der Ratsmitglieder. Einzige Sorge war, ausreichend gutes Personal auf Dauer zu bekommen. Christian Braun (FW) befürchtet ein Abwerben durch Träger schon ab den Fachschulen, während Martin Mehl (CSU) den Bonus des öffentlichen Dienstes positiv bewertete. Wellhöfer wies darauf hin, dass freie Träger zwar einen größeren Personalpool hätten, aber häufig auf Studenten und weniger qualifizierte Kräfte auswichen.

Ein Problem wird sicherlich die Ausweitung der KoGa auf alle Jahrgangstufen. Die Aufgaben nicht nur der Betreuer, sondern auch der Verwaltung werden deutlich wachsen. „Es ist kein Kerngeschäft, aber wir haben es verdammt gut hingekriegt“, fasste Walz die Situation zusammen. „Es ist ein wichtiges Thema für den Markt und die Kinder.“ Seine Stellvertreterin Ute Löffler war „überzeugt, dass wir’s können“, besonders im Kontext des Schulhausneubaus. Danach war es nicht überraschend, dass sich der ganze Rat für die Fortführung der Betriebsträgerschaft durch den Markt entschied.

Anschließend stellte sich die neue Schulleiterin Christine Wasserberg vor. Die Neunkirchenerin folgt auf Anna Wellhöfer, die aus familiären Gründen das Amt aufgibt. Wasserberg freut sich, „eine Schule bauen zu dürfen“. Die Seminarrektorin hält das ausgewählte pädagogische Konzept des Lernhauses für lohnend und erwartet, dass die neue Schule ein Leuchtturm für zukunftsfähiges Lernen wird.

Nachdem die Marktgemeinde nach ausführlichen Diskussionen dem Arbeitskreis fahrradfreundlicher Kommunen beigetreten ist, bestellte der Rat einstimmig Bettina Wittmann (Grüne) zur Fahrradbeauftragten. Ihre Aufgabe ist die Verbindung zwischen Arbeitskreis, Bürgern und der Verwaltung. Sie will überparteilich tätig werden und in Abstimmung mit dem Rat und der Verwaltung handeln.

Um die Wasserversorgung muss sich Neunkirchen keine Sorgen machen, auch wenn derzeit der Brunnen IV noch saniert wird. Im August soll auch er wieder fördern, erläuterte Walz auf Anfrage von Kruckow. Die fünf anderen Tiefbrunnen der Kommune sind noch nicht an ihrer Maximalfördergrenze. Täglich werden derzeit 1900 Kubikmeter gefördert. Hierfür müssen die Pumpen laut Walz nur 15 Stunden laufen: „Das beweist den Wert der Tiefbrunnen mit ihrer konstanten Schüttung.“ Insgesamt sei der Wasserverbrauch sparsamer als früher, als Tagesmengen von 2500 Kubikmeter nötig waren. Walz führt dies vor allem auf Zisternen zurück. Wenn sie geleert seien, rechnet er mit dem Anstieg, allerdings laufe dann wohl auch schon der sanierte Brunnen.

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