Kreisausschuss debattierte zudem über ÖPNV

Sanierung der Straße von Kalchreuth nach Nürnberg ist bald fertig

Scott Johnston
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28.7.2022, 15:56 Uhr
Bald ist es vollbracht: Die Sanierung der Straße von Kalchreuth nach Buchenbühl wird im Herbst abgeschlossen.

© Scott Johnston Bald ist es vollbracht: Die Sanierung der Straße von Kalchreuth nach Buchenbühl wird im Herbst abgeschlossen.

Noch vor einem Jahrzehnt war die Strecke auf der Kippe gestanden. Die Straße wies zahlreiche Schlaglöcher und Risse auf, was durch den Frost von Winter zu Winter schlimmer wurde. Lange diskutierten die verantwortlichen Lokalpolitiker und die Vertreter der Nürnberger Forstbehörde damals darüber, ob eine Sanierung überhaupt angegangen werden solle.

Schließlich war und ist es das Ziel, die Pendler nach Nürnberg dazu zu animieren, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Zudem wären Förster und Jäger nicht traurig gewesen, wenn etwas mehr Ruhe im Sebalder Reichswald einkehren würde, was auch einen Rückgang der Wildunfälle bewirkt hätte.

Doch auch nach der Modernisierung der maroden Gräfenbergbahn, die danach besonders durch zahlreiche Störungen für Schlagzeilen sorgte, fahren viele Bürger aus dem Raum Eckental-Kalchreuth-Heroldsberg mit dem Auto in die Frankenmetropole. Nach wie vor kommt es vor allem an der Engstelle der B2 vor der Autobahnauffahrt Nürnberg-Nord zu ausgedehnten Staus im Berufsverkehr. Bei einem Unfall oder schlechten Wetterverhältnissen ist das Chaos vorprogrammiert.

Insofern stellt die Strecke von Kalchreuth nach Buchenbühl, die überwiegend von Einheimischen genutzt wird, eine spürbare Entlastung dar. Aber auch die Radfahrer bevorzugen sie gegenüber der stark befahrenen Bundesstraße, weshalb die Strecke sogar als Fahrradstraße im Gespräch war. Schließlich einigten sich die Gemeinde Kalchreuth, die Stadt Nürnberg, der Landkreis Erlangen-Höchstadt und der Bayerische Staatsforst auf eine Sanierung der insgesamt 3,4 Kilometer langen Straße und einen entsprechenden Kostenschlüssel. 40 Prozent der Gesamtausgaben von 830.000 Euro trägt der Kreis, jeweils 20 Prozent die übrigen drei Partner des hierzu geschlossenen Vertrags.

Mit den Arbeiten für den fünften und letzten Bauabschnitt, der sich entlang des Mistelbergs bei Kalchreuth über 580 Meter erstreckt, soll im September begonnen werden. Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse, von Problemen bei der Entwässerung und der wesentlich größeren Schäden im Vergleich zu den bereits durchgeführten ersten vier Bauabschnitten sowie der generell vehement gestiegenen Kosten im Bausektor erhöhen sich die geplanten Ausgaben um mehr als das Doppelte von 120.000 auf 294.000 Euro. Der Landkreis trägt davon 118.000 Euro, wozu der Kreisausschuss seine Zustimmung gab.

Landrat Alexander Tritthart, Landtagsabgeordneter Walter Nussel und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker, der an einer Sitzung des Verkehrsverbunds für die Metropolregion teilgenommen hatte, informierten weiterhin über die Resonanz auf das 9-Euro-Ticket. Danach war vor allem beim Schienenverkehr eine erhebliche Steigerung des Fahrgastaufkommens zu verzeichnen. Genaue Zahlen für den Landkreis liegen zwar nicht vor, doch wurden bei den Bussen in erster Linie die Hauptlinien stärker genutzt.

Das äußerst günstige, bis Ende August befristete Ticket lud dabei auch zu Fahrten ein, welche die Bürger vermutlich sonst nicht unternommen hätten - beispielsweise um von Frickenhöchstadt nach Sylt zu reisen. Aber auch das eigentliche Ziel, die Zahl der Pendler und damit die Energiekosten und den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, wurde erreicht. Ob bald das 365-Euro- oder ein dauerhaft günstiges Monats-Ticket eingeführt wird, ist noch unklar.

Tritthart, Nussel und Hacker waren sich einig, dass bei allen positiven Folgen für die Umwelt und den Energieverbrauch das bereits bestehende Defizit beim ÖPNV in jedem Fall Dimensionen erreichen würde, die von den Kommunen und den Verkehrsbetrieben beim besten Willen nicht mehr zu schultern seien, so dass entsprechende Ausgleichszahlungen vom Bund oder dem Land unbedingt erforderlich wären. Nussel warnte angesichts der Wirtschaftskrise infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine und den sinkenden Einnahmen bei der Gewerbesteuer ausdrücklich vor einer Forcierung der Schuldenpolitik bei den öffentlichen Haushalten: "Wir sollten stattdessen bei den zahlreichen Wünschen, die viele umgesetzt haben möchten, etwas bescheidener sein und uns freuen, wenn wir den Status quo halten können."

Zuschüsse für die 53 Chöre im Kreisgebiet und deren Jugendarbeit sowie für den Nordbayerischen Musikbund ERH von insgesamt 8630 Euro sowie von zusammen 4300 Euro für die Kreisgruppen Erlangen und Höchstadt-Herzogenaurach des Bund Naturschutzes, die Arbeitsgemeinschaft "Heimische Orchideen", den Landesbund für Vogelschutz und die Teichgenossenschaft Aischgrund zur Durchführung von Naturschutzmaßnahmen genehmigte das Gremium einhellig.

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