Vorhang auf

Große Eröffnung: Der Kulturhof in Langenzenn legt los

30.9.2021, 16:00 Uhr
Große Eröffnung: Der Kulturhof in Langenzenn legt los

© Foto: Hans-Joachim Winckler

Wie sehen Sie dem Wochenende entgegen, Frau Hubner?

Hubner: Mit freudiger Erwartung. Ich bin froh und stolz, dass wir als Volkshochschule diese wunderbaren Räumlichkeiten nutzen dürfen und dass alles so gut geklappt hat.

Lampenfieber, Herr Roscher?

Roscher: Nein, das habe ich allenfalls vor Theaterauftritten.

Aber Theater wird doch auch gespielt. Im Gottesdienst am Sonntag haben Sie als Tod, als "Baalasgromer", Ihren Auftritt.

Roscher: Stimmt und ich habe natürlich den Brandner Kasper dabei. Die beiden Dekane müssen aber auch spielen – Friedrich Schuster den Petrus und André Hermany den Erzengel Gabriel –, da wird sich spontan viel ergeben. Ich bin gespannt.


Vier-Millionen-Euro-Projekt: Langenzenns Kulturhof betritt die Bühne


Was bedeutet der Umzug in die Bildungs- und Kulturscheune für die VHS und die Hans-Sachser?

Hubner: Der Druck war für uns groß. Da wir als VHS kein eigenes Haus haben, wie das in anderen Städten der Fall ist, waren wir immer auf der Suche nach Räumen. Jetzt sind wir hier zu Hause – zumindest tagsüber. Was Veranstaltungen am Abend angeht, suchen wir aber weiter nach Örtlichkeiten.

Roscher: Wir hatten in Laubendorf eine alte Scheune als Vereinsheim, aber dort konnten wir nicht Theater spielen. 2008 bot mir der damalige Eigentümer das Anwesen in der Hindenburgstraße 32, die ehemalige Brauerei Oberer Kolb, an: Der Innenhof, die einstige Gaststätte, der ehemalige Kinosaal – es war Liebe auf den ersten Blick, und es ist mir auch gelungen, den Bürgermeister, den Stadtrat und die Verwaltung für das Projekt zu begeistern.

Bis zum Spatenstich dauerte es dann aber noch zehn Jahre.

Roscher: Aber es lief ja einiges: Ab 2010 gab es vier Jahre lang Veranstaltungen im Kino, ab 2012 die Kulturkneipe und bis 2016 haben wir fünf Jahre lang auf der Freilichtbühne gespielt.

Kam irgendwann ein Punkt, an dem Sie ein Scheitern befürchteten?

Roscher: Rückschläge gab es immer wieder . . .

. . . so wie im Oktober 2018, als Ihre eigene Partei, die SPD, mit Blick auf die Fülle an Projekten in der Stadt den Baubeginn verschieben wollte?

Roscher: Haushaltstechnische Probleme kennen wir in Langenzenn ja. Es waren nur zwei SPD-Räte, und der Antrag wurde gegen drei Stimmen abgelehnt. Man muss sich vor Augen halten: Der knapp vier Millionen Euro teure Kulturhof wurde aus verschiedenen Töpfen zu 80 Prozent gefördert, das gab es vorher noch nie. 250.000 Euro haben wir als Hans-Sachser eingebracht.

Wie sieht die Rollenverteilung vor Ort aus?

Roscher: Der Stadt gehört das Areal, die VHS ist Mieter und wir der Betreiber, der alles organisiert – von den Veranstaltungen bis zur Reinigung. Am Ende des Jahres rechnen wir mit der Stadt ab.

Was erwartet die Besucher künftig hier?

Hubner: Wir können endlich unser Programm erweitern und tagsüber neue Ideen umsetzen, beispielsweise Mutter-Kind-Kurse.

Versprechen Sie sich davon eine höhere Nachfrage für das VHS-Angebot?

Hubner: Wir müssen abwarten. Im Normalbetrieb haben wir 5000 bis 6000 Kursteilnehmer im Jahr. Wegen Corona konnten wir aber kaum unterrichten. Und wir starten jetzt auch zunächst nur mit 50 Prozent unseres normalen Kursangebots. Uns fällt natürlich immer etwas ein, aber wir möchten nun erst einmal die neuen Räume hier beleben.

Und was planen Sie, Herr Roscher?

Roscher: Wir bringen im nächsten Jahr den Brandner Kasper auf die Freilichtbühne und, aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums der Vizinalbahn Siegelsdorf-Langenzenn, das Ludwig-Thoma-Stück ,Erster Klasse’.

Das Eröffnungsprogramm beginnt am Freitag, 3. Oktober, musikalisch mit den Langenzenner Pflaumen in der Kulturhofschenke (19 Uhr) und der VHS-Band im Kleinen Saal (20 bis 23 Uhr). Am Samstag gibt es von 13 bis 17 Uhr ein buntes Rahmenprogramm mit der VHS, Tanzdarbietungen verschiedener städtischer Gruppen. Ab 20 Uhr tritt die Band "Light-Kultur" im Kinosaal auf. Den Sonntag eröffnet der Gottesdienst (11 Uhr) mit Theatereinlage. Vor dem Mittagessen stehen ab 11.30 Uhr noch die Reden von Politikern und Verantwortlichen an. Nachmittags geht es mit dem Rahmenprogramm weiter. Wichtig: Bei den Veranstaltungen im gesamten Kulturhof gilt die 3G-Regel, beim Auftritt von "Light-Kultur" die 2G-Regel.

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