Kleiner Laden, große Ziele

Nachhaltigkeit: Der Fürther Zukunftssalon "Tatütata" startet wieder durch

Hans-Joachim Winckler
Hans-Joachim Winckler

Redaktion Fürth

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25.3.2022, 11:45 Uhr
Die Tür des Zukunfttsalons steht wieder offen für alle, denen einen nachhaltige Entwicklung Fürths am Herzen liegt.

© Hans-Joachim Winckler, NN Die Tür des Zukunfttsalons steht wieder offen für alle, denen einen nachhaltige Entwicklung Fürths am Herzen liegt.

Tatütata! Ein klingender Name ist’s, der auf die Kooperation von Bluepingu und der Initiative Fürth.Ort aufmerksam macht. Verknüpft mit vielen nachhaltigen Gedanken war der "Zukunftssalon" im April 2020 aus der Taufe gehoben worden.

Der kleine Laden in der Hirschenstraße 33, in dem zuvor Mäkkeläs finnischer Plattenladen "Kioski" untergebracht war, schien wie geschaffen als Treffpunkt für Menschen, denen eine dauerhaft ökologische Weiterentwicklung der Stadt Fürth am Herzen liegt. Der Name "Tatütata" nimmt übrigens Bezug auf die alte Feuerwache, in deren Räumen das Bündnis Fürth.Ort nach dem Auszug der Berufsfeuerwehr ein Zentrum für Nachhaltigkeit und Kreativität entstehen lassen will.

Zwei Jahre lang lief der Betrieb des Ladens nur auf Sparflamme, die Pandemie bremste den ganz großen Elan aus. Trotzdem ist in dieser Zeit schon viel passiert. Projekte wurden angestoßen, Veranstaltungen online abgehalten. Dank des bundesweiten Förderprogramms "Neustart", über das "Tatütata" eine ordentliche Förderung erhalten hat, können nun auch weitere Vorhaben realisiert werden.

Zum zweijährigen Jubiläum und vor dem Hintergrund gelockerter Corona-Regeln luden die Initiatoren jetzt zum Re-Start ein, mit neuen Ideen, Livemusik und – natürlich – mit "geretteten Häppchen". Schließlich sind die Lebensmittelretter schon seit Beginn mit dabei.

Alternatives Wirtschaften

Zum festen Programm zählt unter anderem auch die Solarberatung durch Simon Rebitzer. Der Umweltingenieur hat sich vorgenommen, eine Gruppe aufzubauen, um noch mehr Menschen für eine bürgernahe Energiewende zu begeistern.

Ute Zimmer wiederum bietet dienstags von 16 bis 18 Uhr eine Engagement-Beratung an: "Wer sich für ein zukunftsfähiges Fürth einbringen will, ist hier herzlich willkommen." Als Leiterin des Fürther Freiwilligenzentrums verfügt sie über die nötigen Kontakte, um Menschen, die ehrenamtlich tätig sein möchten, an die richtigen Stellen zu vermitteln, sei es etwa beim Repair-Café oder in der Fahrradwerkstatt der Kinderarche.

Seit Februar gibt es einen Wirtschaftssalon (donnerstags von 16 bis 19 Uhr). Hier treffen sich Menschen, für die Wirtschaft mehr ist als reine Gewinnmaximierung. "Für die zukünftige Transformation brauchen wir ein anderes Wirtschaften", sagt Anna Barth, die für ihren Salon noch Gleichgesinnte sucht.

Leih-Bar geplant

André Lindert plant gerade den Aufbau einer Leih-Bar, um, wie er sagt, Ressourcen zu teilen, etwa eine Bohrmaschine oder eine Kreissäge – Dinge also, die man nur selten braucht und daher nicht unbedingt selbst besitzen muss. In der Hirschenstraße soll es dafür demnächst ein Regal mit diversen Leih-Gegenständen geben.

Bei der Fülle an Initiativen stößt der kleine Laden schon längst an seine Kapazitätsgrenzen. "Wir halten bereits Ausschau nach größeren Räumlichkeiten mit Platz für mehr Menschen – und vielleicht sogar einem Café", sagt Mit-Initiator Florian Friedrich.

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