Klimakrise

Protest weitet sich aus: Studentische Aktivisten besetzen die Nürnberger Kunstakademie

Isabella Fischer
Isabella Fischer

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23.11.2022, 14:55 Uhr
Besetzt! Dieses Banner haben Studierende an der Hochschule für Musik vergangene Woche aufgehängt. Jetzt streiken Aktivistinnen und Aktivisten an der Akademie der bildenden Künste. 

© HfM Nürnberg Besetzt! Dieses Banner haben Studierende an der Hochschule für Musik vergangene Woche aufgehängt. Jetzt streiken Aktivistinnen und Aktivisten an der Akademie der bildenden Künste. 

Vergangene Woche wurde bereits an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Hochschule für Musik in Nürnberg gestreikt, jetzt haben auch Studierende der Akademie der bildenden Künste (AdbK) ihre Universität besetzt. Seit Dienstagnachmittag befinden sich die Studierenden auf dem Campus, um gegen ein "diskriminierendes patriarchales Gesellschafts- und Bildungssystem und eine Klimakrise" zu protestieren.

Unter dem Label "endfossil: occupy" stellten die Studierenden Forderungen an die Hochschulleitung, die Stadt Nürnberg und die Bundesregierung. "Wir haben genug von einer Gesellschaft, in der Macht und Geld bei einigen wenigen liegen, während wir Klimakrise, Sexismus und Diskriminierung ertragen müssen", sagt eine Studentin. Die Aktion der Studierenden sei nicht als direkter Angriff auf die Hochschulleitung zu verstehen, sondern als ein politisches Statement und die Aufforderung, zu handeln.

Von der Leitung der Akademie der bildenden Künste fordern die Studierenden unter anderem eine schnelle Klimaneutralität in Form eines klimaneutralen Campus bis zum Jahr 2030, Solidarität mit den Protestierenden der seit Wochen andauernden Proteste im Iran, die Abschaffung von Gebühren für Eignungsprüfungen und eine externe Erstanlaufstelle bei Machtmissbrauch und Diskriminierung. Von der Bundesregierung fordern die Aktivistinnen und Aktivisten den Kohle- und Gasausstieg bis 2030. In den kommenden Tagen wollen die Studierenden ihre Forderungen weiter ausarbeiten.

"Veränderung kommt, wenn junge Menschen dafür kämpfen. Nicht nur bei uns an der Akademie, sondern in vielen Schulen in Nürnberg und auf der ganzen Welt", lässt ein Student verlauten. Die Studierenden der Akademie haben sich der bundesweit agierenden Kampagne "endfossil: occupy" angeschlossen, bei der sich Schülerinnen und Schüler in Schulen sowie Studierende an Hochschulen und Universitäten gegen die Klimakrise organisieren und Räume ihrer Lehreinrichtungen besetzen.

Die Besetzung der Kunstakademie sei genauso wie die Besetzung der Hochschule für Musik spontan von Studierenden geplant worden. "Wir haben vor ein paar Tagen von den Besetzungen in den andern Schulen mitbekommen und uns gedacht: Das müssen wir auch machen. Und jetzt wissen wir von immer mehr Leuten die Bock haben", sagt eine anonyme Organisatorin.

Am Donnerstag, 24. November, um 17 Uhr laden die Aktivistinnen und Aktivisten weitere Studierende, Schülerinnen und Schüler und Azubis zu einer Versammlung in die Kunstakademie ein, um eine Ausweitung der Proteste an noch mehr Schulen und Unis in der Region zu planen. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf den Social Media Kanälen unter "@endfossilnbg".

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