Podcast Mit.Menschen

Ein Nürnberger Kampfkunst-Lehrer gibt Einblick in sein Leben und seine Philosophie

17.11.2022, 17:00 Uhr
Tobias Plötz in action: Der 41-Jährige war jahrelang in China, um Kung Fu zu lernen und zu lehren.

© Privat Tobias Plötz in action: Der 41-Jährige war jahrelang in China, um Kung Fu zu lernen und zu lehren.

"Die Meister sagen: Aufs essen kann man verzichten, aufs Qigong sollte man an keinem Tag verzichten." Tobias Plötz trainiert jeden Tag - er lebt in einer "Kung-Fu-WG" in Fürth und leitet eine Schule asiatischer Kampfkunst in Nürnberg-Eberhardshof. Das Qigong - also chinesische Bewegungs- und Meditationsübungen - gehört zu seinem Leben wie das atmen.

"Essen, trainieren, schlafen - und wieder von vorne", so das Motto auf Plötz' Webseite. Manche würden dieses Leben vielleicht als eintönig bezeichnen. In unserem Podcast Mit.Menschen widerspricht Plötz: Es gehe darum, immer tiefer einzutauchen, sich Schritt für Schritt selbst zu überwinden. Das Training bleibt gleich, aber man erlebt es immer wieder neu. Außerdem: "Abwechslungsreich heißt auch ablenkungsreich." Um zu sich zu finden, brauche man die klare Struktur, die ständige Wiederholung.

Mit Haut und Haaren

Plötz wählt seine Worte mit Bedacht. Seit er als Zahntechniker, Versicherungsvertreter und Banker gearbeitet hat, ist viel Zeit vergangen. Er gründete mit Gleichgesinnten eine Kung-Fu-Schule in den chinesischen Wu Dang Bergen, er verschrieb sich mit Haut und Haaren diesem Weg - und jetzt gibt er als Lehrer sein Wissen weiter.

Bewegungen wie Wasser - das ist ein Ziel des Qigong.

Bewegungen wie Wasser - das ist ein Ziel des Qigong. © Privat

Warum Kampf?

Warum es Kampf sein muss, fragen wir ihn im Podcast. Ein offensichtlich friedlicher, ausgeglichener Mensch wie Plötz könnte doch eine andere Ausdrucksform finden. Tatsächlich betont der Kung-Fu-Lehrer, dass er Wettkämpfe nicht besonders mag und seinen Schülern nicht beibringe, Leute zu verkloppen. "Das ist kein Fast Food", sagt er, ohne die Philosophie dahinter ergebe es keinen Sinn: Kämpfen lernen, um nicht mehr kämpfen zu müssen.

Als Meister der Kampfkunst würde sich Plötz übrigens niemals bezeichnen: "Ein Meister ist jemand, der alle Aspekte seines Lebens gemeistert hat - davon bin ich noch weit entfernt."

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