Hier dürfen Besucher Würmer und anderes kosten

Kotzfrucht? Das ist das ekligste Essen der Welt - serviert in einem Berliner Museum

Harald Baumer

Berlin-Korrespondent der NN

E-Mail zur Autorenseite

11.5.2023, 08:00 Uhr
Eine Spinne in der Suppe - kein Versehen, sondern Absicht.

© Harald Baumer Eine Spinne in der Suppe - kein Versehen, sondern Absicht.

Mein kleines Menü war sicher nicht jedermanns Geschmack: eine Heuschrecke, ein paar Buffalowürmer, ein Stückchen "Kotzfrucht". Das durfte ich am Ausgang des Disgusting Food Museum ("Museum für ekelhaftes Essen") probieren. Und was soll ich sagen: Es war durchaus machbar. Ekel kam bei mir jedenfalls nicht auf.

Das relativ neue Museum befasst sich mit der Frage, was Menschen rund um den Globus so alles essen und trinken - und was sie scheußlich finden. Wo die einen gar nichts daran finden, in Flaschen abgefüllten Kuh-Urin zu konsumieren, da schwören die anderen auf gegrillten Hund oder eine Brühe aus gemixten Fröschen. Wieder andere lieben Schafmagen, gefüllt mit Herz, Leber, Lunge und Nierenfett (das berühmte schottische Gericht Haggis).

An der "Tasting Bar" dürfen Heuschrecken, Würmer und Stinkfrucht verkostet werden.

An der "Tasting Bar" dürfen Heuschrecken, Würmer und Stinkfrucht verkostet werden. © Harald Baumer

Interessant daran ist es, zu sehen, wie Traditionen und Gewohnheit in bestimmten Kulturen etwas zu einem beliebten Nahrungsmittel machen, was andernorts Würgereize auslöst. Die kleine Verkostung am Ende des Parcours soll uns zeigen, dass es manchmal wirklich nur ein Vorurteil ist, wenn wir bestimmte Dinge ablehnen. Wie etwa Insekten, die nach Überzeugung vieler Experten künftig einen großen Anteil an der Welternährung haben werden.

Zu meiner Überraschung erzählte mir eine Beschäftigte, dass viele Menschen das Gesicht bei dänischer Salzlakritze am meisten verziehen. Komisch, ich habe mir gleich eine ganze Packung zum Mitnehmen gekauft.

Wie komme ich hin:
Digusting Food Museum, Schützenstr. 70, 10117 Berlin. Geöffnet von Freitag bis Dienstag von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 16 Euro, für Kinder und Jugendliche acht Euro. Von der U-Bahnhaltestelle Stadtmitte (U2) aus sind es 400 Meter zu Fuß.

Verwandte Themen


Keine Kommentare