Tipps vom Jugendamt

Bis zu 75 Euro pro Monat: So viel Taschengeld sollten Sie Ihren Kindern 2022 geben

8.2.2022, 09:34 Uhr
Taschengeld ist Geld zur freien Verfügung, betont das Nürnberger Jugendamt.

© Patrick Seeger, NN Taschengeld ist Geld zur freien Verfügung, betont das Nürnberger Jugendamt.

"Taschengeld ist in den Familien oft ein heikles und heiß diskutiertes Thema", beginnt ein Flyer des Nürnberger Jugendamtes. Die damit verbundenen Konflikte seien in vielen Familien "scheinbar unlösbar". Das Jugendamt will deshalb Orientierung bieten - und nennt ganz konkrete Zahlen, wie viel Geld Kinder und Jugendliche in welchem Alter erhalten sollten.

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, warum Eltern überhaupt Taschengeld ausgeben sollten. Damit Kinder lernen, sich "ihr Geld einzuteilen und damit auszukommen", heißt es im Flyer. Auf der einen Seite steht dabei die Möglichkeit, sich eigene Wünsche zu erfüllen - und zwar "ohne ständiges Nachfragen". Auf der anderen Seite die Einsicht, dass diese Wünsche eben nicht unbegrenzt finanzierbar sind. Mit anderen Worten: Es geht darum, das Wirtschaften und Planen zu üben - als "Grundlagen für sinnvolles Haushalten im Erwachsenenalter".

Konkret können Kinder und Jugendliche ihr Taschengeld für zusätzliche Süßigkeiten, Snacks, Getränke sowie individuelle Wünsche ausgeben. Unter Letzteren versteht das Jugendamt zum Beispiel Spielsachen und besondere Sportausrüstung, aber auch Streamingdienste oder die Nutzung eines Smartphones.

Planlose Ausgaben: Nicht aufregen!

Ganz wichtig, wie die Nürnberger Behörde betont: "Auch bei scheinbar planlosen Ausgaben sollten sich die Eltern nicht aufregen." Wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln, gehören Irrtümer nämlich dazu. Taschengeld ist Geld zur freien Verfügung - Vorschriften und selbst Anregungen sollte man sich verkneifen.

Damit der Lerneffekt nicht verloren geht, darf Taschengeld außerdem nicht "pädagogisch" als Strafe oder Belohnung eingesetzt werden. Ebenso wenig ratsam sei, es für notwendige Anschaffungen wie Schulsachen oder Bekleidung zu reservieren. Ab einem Alter von 14 Jahren können aber zweckgebundene Budgets obendrauf geschlagen werden - zum Beispiel für Klamotten.

An finanzielle Möglichkeiten anpassen

Nun aber zur entscheidenden Orientierungshilfe: Wie viel darf es in welchem Alter sein? "Auf jeden Fall soll sich das Taschengeld an die finanziellen Möglichkeiten der Familie anpassen", schreibt das Jugendamt. Steht einem Haushalt also nicht so viel Geld zur Verfügung, muss das Taschengeld unter den nachfolgenden Werten bleiben. "Dann gibt es nur ein Rezept", heißt es weiter: "Mit den Kindern möglichst offen über die finanziellen Verhältnisse sprechen."

Hier die Empfehlungen des Nürnberger Jugendamtes, gestaffelt nach Alter:

- Unter 6 Jahren: 1,50 Euro pro Woche

- 6-7 Jahre: 2,50 Euro pro Woche

- 8-9 Jahre: 3,50 Euro pro Woche

- 10 Jahre: 16 Euro pro Monat

- 11 Jahre: 18 Euro pro Monat

- 12 Jahre: 22 Euro pro Monat

- 13 Jahre: 25 Euro pro Monat

- 14 Jahre: 30 Euro pro Monat

- 15 Jahre: 35 Euro pro Monat

- 16 Jahre*:45 Euro pro Monat

- 17 Jahre*: 55 Euro pro Monat

- 18 Jahre*: 75 Euro pro Monat

* Ab 16 Jahren für Jugendliche, die wirtschaftlich noch vollständig von den Eltern abhängig sind.

Hier geht es zum Flyer des Nürnberger Jugendamtes.

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