Sanierungsverfahren

"Großer Brocken": Betriebsrat besorgt um Zukunft der Galeria-Mitarbeiter - wie geht es weiter?

Verena Litz

Leiterin Redaktion Politik und Wirtschaft

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sam

12.11.2023, 06:00 Uhr
Galeria Karstadt Kaufhof kommt nicht zur Ruhe: René Benko gibt die Macht bei der Signa-Gruppe ab, der das Warenhaus gehört. 

© imago images/Fotostand, NNZ Galeria Karstadt Kaufhof kommt nicht zur Ruhe: René Benko gibt die Macht bei der Signa-Gruppe ab, der das Warenhaus gehört. 

Zu Beginn des Jahres steckte die Warenhauskette Galeria Karstadt-Kaufhof bereits im zweiten Schutzschirmverfahren nach 2020. Damals sagte der Galeria-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche", dass der österreichische Immobilienkonzern Signa die Restrukturierung der Warenhauskette mit 200 Millionen Euro mitfinanzieren werde.

"Das Geld fließt, sobald der Insolvenzplan genehmigt wurde", so der Sanierungsexperte im Januar. Der Insolvenzplan wurde genehmigt und 47 Filialen in ganz Deutschland damit geschlossen, darunter auch der frühere Kaufhof in Nürnberg und die Galeria-Filiale in Langwasser.

Wechsel an der Galeria-Konzernspitze

Seit kurzem ist Geiwitz der neue starke Mann bei Signa. Signa-Gründer René Benko hielt dem internen Druck nicht statt und gab den Posten ab. Die Firmengruppe, die nach eigenen Angaben zu den bedeutendsten Immobilieninvestoren Europas gehört, kämpft inzwischen selbst mit handfesten Problemen. Eines ist damit für die verbliebenen 92 Galeria-Filialen klar: Der finanzielle Druck ist weiterhin hoch, das Weihnachtsgeschäft muss laufen.

Konzernspitze teilt gegen Gewerkschaft aus

Galeria-Chef Olivier Van den Bossche und Arbeitsdirektor Guido Mager zeigen sich dennoch optimistisch: Aufgrund der Verhandlungen mit den Vermietern "und auch der Schließungsentscheidungen im Schutzschirmverfahren" verfüge Galeria jetzt über ein Filialportfolio, "von dem wir überzeugt sind, dass 2024 nahezu alle wieder schwarze Zahlen schreiben können", heißt es in einem Mitarbeiterbrief vom 16. Oktober.

Alles andere als positiv, ist Thomas Vieweg, Mitglied im Gesamtbetriebsrat des Unternehmens und Betriebsratschef der Filiale in Nürnberg, gestimmt. Er und seine Kolleginnen und Kollegen seien sehr verunsichert – nicht zuletzt auch wegen eines ordentlichen verbalen Seitenhiebes der Galeria-Chefs auf die Gewerkschaft ver.di und ihre Streikaktionen.

Tarifverhandlungen stehen an

Vieweg bezeichnet die Lage des Warenhauses als "großer Brocken", für den eine Lösung gefunden werden muss. Was der besagte Seitenhieb beinhaltet, warum Vieweg mit 3500 Neueinstellungen nicht zufrieden ist und was er sich von den kommenden Tarifverhandlungen im Januar erhofft, lesen Sie in unserem exklusiven Hintergrundbericht auf NN.de.

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