"FAUInsights" in Nürnberg

Online und vor Ort: Neue Vortragsreihe rund um Wasserstoff

Christina Merkel

Hochschule & Wissenschaft

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26.4.2023, 20:24 Uhr
Veronika Grimm berät die Bundesregierung.

© Hannes P. Albert Veronika Grimm berät die Bundesregierung.

Wie Wasserstoff entsteht und transportiert wird. Wie mit dem Element sogar Busse und Züge fahren sollen. Wie sich Markt und Preise entwickelt könnten. Und welche Rolle dabei Deutschland, Bayern und besonders die Metropolregion Nürnberg spielen. All das sind die Themen einer neuen Vortragsreihe an der Friedrich-Alexander-Universität. „FAUinsights“ soll besondere Einblicke bieten und Zukunftsthemen im Gespräch mit der Öffentlichkeit beleuchten.

„Die Entwicklungen müssen sich noch massiv beschleunigen – wir werden keine Klimaneutralität erreichen, wenn wir nicht neben der Elektrifizierung gleichzeitig Wasserstoff verfügbar machen, für die Industrie, die Mobilität, die Stromerzeugung und vielleicht sogar den Heizsektor“, sagt Veronika Grimm. Die Professorin für Volkswirtschaftslehre, mit Schwerpunkt Wirtschaftstheorie, sprach zum Auftakt am Mittwoch auf dem Energiecampus in Nürnberg, dessen Sprecherin für Energiemarktdesign sie auch ist.

An insgesamt elf Abenden, immer mittwochs, stellen die Experten verschiedene Aspekte rund um Wasserstoff vor. Dabei geht es um strategische, technische, wissenschaftliche und wirtschaftlichen Fragen über passende Gasnetze bis hin zur industriellen Anwendung. Alle Vorträge werden zudem live auf dem Youtube-Kanal der Uni zu sehen sein.

Klimaneutrale Importe

Um „Handlungsbedarf und Chancen“ wird es am ersten Abend gehen. „Mit den aktuellen Elektrolyse-Anlagen in Deutschland sind wir noch im Megawatt-Bereich, die Bundesregierung hat aber das Ziel von zehn Gigawatt eigener Erzeugung bis 2030 ausgegeben“, erklärt Grimm. „Damit schaffen wir selbst etwa 25 Terrawattstunden Energie pro Jahr, wir brauchen aber ungefähr zwischen 50 und 90 Terrawattstunden an Importen.“ Die könnten etwa aus Australien, Kanada, Chile, Namibia oder Argentinien kommen. Oder auch in Norwegen, Schottland und Spanien kann Wasserstoff günstig erzeugt werden.

„Es gibt weltweit mehr Länder, die klimaneutralen Wasserstoff erzeugen können als Länder, die über fossile Energien verfügen“, sagt die Professorin. „Wenn wir verschiedene Lieferketten aufbauen, können wir unsere Abhängigkeiten von einzelnen reduzieren.“ Für den Transport müssen aber erst sowohl technische als auch logistische Voraussetzungen geschaffen werden – gerade angesichts der Regulierungs- und Genehmigungsverfahren in Europa sei das ein aufwendiges Unterfangen.

Unternehmen im Wandel

Die Vorträge richten sich an interessierte Zuhörer, betroffene Unternehmen im Wandel, aber auch an die breite Öffentlichkeit. „Die Bürger sollen die Prozesse und die Dimension des Ganzen verstehen, um auch im politischen Diskurs fundierte Entscheidungen treffen zu können“, wünscht sich Grimm.

Im Anschluss an ihren Vortrag stellt FAU-Präsident Joachim Hornegger die Wasserstoffstrategie vor, die die Universität seit Jahren verfolgt. Mit dem Zentrum Wasserstoff Bayern ist die landesweite Koordinationsstelle ebenfalls seit 2019 in Nürnberg angesiedelt, in der sich 300 Akteure, Institute und Unternehmen austauschen.

Weitere Infos


Die Reihe „FAUinsights“ findet immer mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr am Energiecampus „Auf AEG“, Fürther Str. 250 in Nürnberg, statt. Der Eintritt ist frei.

Alle Termine und Themen im Überblick auf www.insights.fau.de. Die Vorträge als Live-Stream unter www.youtube.com/unifau.

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