Im Zentrum des Rummels

Prost! "Bierdorf" mit Windmühle feiert Premiere auf dem Nürnberger Herbstvolksfest

lok-voigt
Hartmut Voigt

Lokalredaktion Nürnberg

E-Mail zur Autorenseite

16.8.2022, 16:30 Uhr
Barbara Lauterbach vom Nürnberger Schaustellerverband und Schausteller Willy Krusig stehen auf der Fläche, auf der in wenigen Tagen das "Bierdorf" steht. Die dazugehörige Windmühle ist bereits aufgebaut. 

© Hartmut Voigt, NNZ Barbara Lauterbach vom Nürnberger Schaustellerverband und Schausteller Willy Krusig stehen auf der Fläche, auf der in wenigen Tagen das "Bierdorf" steht. Die dazugehörige Windmühle ist bereits aufgebaut. 

Der Countdown am Volksfestplatz beim Dutzendteich läuft: Schausteller und ihre Helfer bauen Karussells und Buden zusammen. Überall wird geschraubt und gehämmert, schließlich startet das Herbstvolksfest in gut einer Woche am Freitag, 26. August. Es dauert bis zum 11. September. Mittendrin steht Willy Krusig, der mit seinem riesigen „Dorf“ zum ersten Mal in Nürnberg gastiert.

Lachs auf offenem Feuer

Sein Unternehmen, mit dem er seit 20 Jahren von Festplatz zu Festplatz fährt, ist diesmal das Herzstück des großen Rummels. Auf 2500 Quadratmetern gibt es Bierausschank, Lachs auf offenem Feuer zubereitet, einen Flammkuchenstand, eine Pizzeria und weitere kulinarische Angebote. Das Areal des Dorfs ist außerdem mit einem 75 mal 30 Meter großen Holzboden ausgelegt. Weithin sichtbar ist die bereits aufgebaute, 20 Meter hohe Windmühle – als Orientierung, um das Dorf zu finden. In der zweiten Etage hat man einen Panorama-Blick rund herum über das ganze Volksfest.

Die Aufbauarbeiten für Karussells und Buden sind am Volksfestplatz in vollem Gange. 

Die Aufbauarbeiten für Karussells und Buden sind am Volksfestplatz in vollem Gange.  © Hartmut Voigt, NNZ

Auch eine riesige, 14 Meter hohe Kuckucksuhr gehört dazu. Sie ist kein Fake, das Uhrwerk läuft tatsächlich und kündigt jede volle Stunde an. Ein Kuckuck und zwei lebensgroße Figuren fahren dann aus dem Uhrenhaus heraus – genauso wie eben auch bei der traditionellen Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald.

Was sollen die beiden überdimensionalen Deko-Stücke? „In alten Dörfern gibt es Mühlen, darum auch hier in meinem Bierdorf“, merkt Eigentümer Krusig an, auch ein Maibaum darf nicht fehlen. In Holzkojen können die Gäste Platz nehmen und der Live-Musik zuhören, die – täglich wechselnd – von einer großen Bühne herunterschallt. Mit 32 Schwertransportern hat der 67-Jährige sein Bierdorf nach Franken rollen lassen.

Bereits früher hat er sich schon einmal für das Nürnberger Volksfest beworben, aber eine Absage erhalten. „Dabei habe ich Angebote aus Madrid, auch im englischen Manchester war ich schon mal“, merkt Krusig an. Doch jetzt hat es ja mit der Frankenmetropole geklappt, nur eine Sorge treibt ihn um. Er sucht – wie viele seine Schausteller-Kollegen - Aushilfen: „Ich brauche Leute zum Ausschenken, zum Verkaufen“, wirbt Krusig, „ich hoffe, dass sich in Nürnberg welche finden. Sie müssen freundlich und nett sein, das ist die Voraussetzung. Das kann schließlich auch nicht jeder.“

"Drückt auf die Psyche"

Barbara Lauterbach vom Nürnberger Schaustellerverband freut sich, dass es jetzt nach den Corona-Jahren endlich wieder ein „normales“ Herbstvolksfest gibt. Bei ihren Schaustellern gebe es ein kollektives Durchatmen. „Wenn man zwei Jahre nicht arbeiten darf, dann drückt dass auf die Psyche“, sagt Lauterbach, „man bekommt das Gefühl, dass man nicht mehr gebraucht wird. Daher freuen wir uns jetzt auf das Herbstvolksfest und werden sicher einen ganz attraktiven Platz haben.“

Keine Kommentare