Kein Kleber, aber Sperren

Wenige Tage nach brutalem Angriff: Erneuter Polizeieinsatz wegen Nürnberger Klima-Aktivisten

Stefan Zeitler

Online-Redaktion

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21.6.2023, 19:16 Uhr

Die letzte Aktion war erst ein paar Tage und Stunden alt: Vergangenen Montag (19.06.2023) klebten sich Klima-Demonstrantinnen und Klima-Demonstranten auf dem Asphalt vor dem Nürnberger Opernhaus fest. Das Ziel hierbei war einmal mehr klar: Die Personen wollten den Verkehr lähmen, der Tag für Tag Kohlenstoffdioxid emittiert. Auch wenn die Beamtinnen und Beamten der Nürnberger Polizei die Situation vergleichsweise schnell im Griff hatten und die Personen von der Straße lösen konnten, waren die Auswirkungen in diesem Fall im gesamten Stadtgebiet zu spüren – auch, weil sich derzeit in Nürnberg eine Baustelle an die andere reiht. Das Unterstützungskommando (USK) ist dafür mittlerweile auch speziell geschult. Um gezielt und effektiv eingreifen zu können. Rund anderthalb Stunden später war am Montag die Fahrbahn wieder frei.

Mittwochnachmittag (21.06.2023) war es dann schon wieder so weit, wenn auch in einer etwas milderen Form: Gegen 16 Uhr – so erklärt es ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken auf Nachfrage unseres Verlages – habe es eine Versammlung von Aktivistinnen und Aktivisten gegeben. Die Menschen hätten sich gesammelt und hätten sich dann – wenige Minuten später – gegen 16.20 Uhr auf den Weg gemacht. Von der Innenstadt aus sei man im weiteren Verlauf im Bereich Hauptbahnhof und ab hier Richtung Färberstraße/Färbertor weitergelaufen. In der Spitze hätten sich demnach rund 35 Personen auf der Fahrbahn langsam nach vorne bewegt. Der Bereich wurde aus diesem Grund auch von den Beamtinnen und Beamten für den Verkehr gesperrt, es kam deshalb auch zu Auswirkungen im Stadtgebiet.

Gegen 17.30 Uhr sei die Versammlung dann erneut im Innenstadtbereich geendet. Die Polizei betont in diesem Fall, dass es zu keinerlei Klebe-Aktionen gekommen sei. Gesperrt musste die entsprechende Strecke aber zwischenzeitlich trotzdem werden, weil die Demonstrantinnen und Demonstranten den Verkehr ordentlich ausgebremst hatten. Auch zu Zwischenfällen mit Passanten kam es an diesem Tage nicht – im Gegensatz zu vergangenem Montag.

Im Anschluss an den Klima-Protest machte vor allem ein Video bundesweit Schlagzeilen. Darauf zu sehen: Exakt eine Minute und 28 Sekunden pure Selbstjustiz. “Was ist euer Problem, runter von der Straße, Mann!“, hört man hier einen Passanten rufen. Bei der verbalen Attacke blieb es hier jedoch nicht. „Verpisst Euch mal, Kindergarten oder was?“ – ruft etwa ein weiterer, offensichtlich frustrierter Autofahrer. Anschließend werden vereinzelte Personen gegenüber den Demonstrantinnen und Demonstranten sogar hangreiflich. So wird ein junger Mann unter den Achseln gepackt und davongezogen. Eine Frau will schlichten, dann schubst ein Passant einen Demonstranten – anschließend tritt er auch noch zu. Ob die Polizei in dieser Sache noch Ermittlungen einleitet, ist bislang noch unklar. Die Aktivistinnen und Aktivisten selbst wollen in diesem Falle jedoch keine Anzeige erstatten, wie ein Teilnehmer gegenüber unserem Medienhaus bereits erklärte. Zu solchen Szenen kam es am Mittwochnachmittag glücklicherweise nicht. Doch eines steht wohl jetzt schon fest – es wird nicht der letzte Protest im Nürnberger Stadtgebiet gewesen sein.


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