Unterstützung für die Bürgerinitiative

Protest gegen ICE-Werk geht weiter

22.9.2021, 10:46 Uhr
Der Protest gegen das ICE-Werk geht weiter.

© Marco Frömter, NN Der Protest gegen das ICE-Werk geht weiter.

Die Solidarität der Bürgerinitiativen gegen das geplante ICE-Werk ist ungebrochen. Angesichts der überregionalen Bedeutung setzen sich die BI Mitglieder der ausgeschiedenen Standorte weiter für die Bürger in Harrlach und Feucht ein. Wir freuen uns über diese Unterstützung schreibt Isabelle Christl von der Bürgerinitiative "Kein ICE Werk bei Harrlach", die den Standort Allersberg/Pyrbaum/Roth-Harrlach verhindern möchte.

Die BI wiederholt deshalb die Forderung an die Bahn, "die jetzige ungeeignete Planung zu verwerfen und die Standortsuche unter neuen Prämissen zu beginnen. Berücksichtigt werden darf nicht nur das betriebswirtschaftliche Maximum. Eine Planung eines sich selbst ökologisch bezeichnenden Unternehmens muss auch die Verträglichkeit für Mensch, Klima und Natur gleichwertig berücksichtigen".

Als Lichtblick empfindet die Initiative das Schreiben eines Betroffenen des Standorts Burgthann, das dieser an die Planungsabteilung der Bahn und an zahlreiche Politiker geschickt hat. "Er könnte sich eigentlich zurücklehnen, denn er konnte mit seiner Bürgerinititative erreichen, dass die beiden Burgthanner Standorte nicht ins Raumordnungsverfahren aufgenommen werden. So aber unterstützt er unsere Argumentation gegen einen Standort in Allersberg/Pyrbaum/Roth-Harrlach mit dieser aktuellen Aktion fachkundig", so Christl. Er habe auch ein weiteres wichtiges Kriterium aufgezeigt, das gegen den Standort spricht, nämlich die Verkehrrssituation.

Dipl.-Ing. Rolf Wirth ist Mitbegründer der BI in Burgthann und sieht auch Projekte im Raum Allersberg/Pyrbaum/Roth kritisch. "In dem von der Bahn vorgesehenen ICE-Werk sollen täglich im 24 Stunden x 7 Tage-Betrieb 25 ICEZüge gewartet werden. Diese Züge fassen jeweils bis zu 950 Personen. Entsprechend müssen in diesem Werk jeden Tag für mehr als 20000 Menschen beispielsweise die Lebensmittel für das Bordrestaurant angeliefert werden oder die angefallenen Abfälle durch entsprechende Unternehmen abgefahren werden", schreibt Wirth. Gemäß dem Wartungsprinzip müssten sowohl die während des Tags aufgetretenen als auch die durch spezielle Prüfdiagnostik im Werksgelände erkannten Mängel während des Aufenthalts im Werk beseitigt werden. Entsprechend müssten die für die Wartung erforderlichen Tausch- und Ersatzteile überwiegend über die Straße angeliefert werden. Hinzu kämen noch bis zu 450 Mitarbeiter, die überwiegend Pendler sein dürften. Wirth: "Dass dies eine Belastung der lokalen Verkehrswege in erheblichem Umfang bedeutet, zeigt schon die von der Bahn vorgegebene Voraussetzungsliste, in der als wichtiges Beurteilungskriterium „Qualität der Anbindung an Straßennetz (Logistik)“ nachzulesen ist. Während der Bauphase werden zwei Großbaustellen miteinander um die regionale Verkehrsinfrastruktur konkurrieren."

Wie das funktionieren soll, dass auch der bereits vorhandene Verkehr flüssig läuft, sei für die Bürger nicht nachvollziehbar. nn

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