Erwachsenenbildung

VHS-Kurse: In Neumarkt blieb der Online-Boom aus

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 14.09.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Philip Hauck..ANZAHL: 1 von 1..
Philip Hauck

Neumarkter Nachrichten

E-Mail

11.1.2022, 10:15 Uhr
In der Gruppe macht's am meisten Spaß: Die meisten VHS-Teilnehmer bevorzugen Präsenzkurse.

In der Gruppe macht's am meisten Spaß: Die meisten VHS-Teilnehmer bevorzugen Präsenzkurse. © privat

Fast zwei Jahr ist diese Meldung alt: "Seit Montag, 16. März 2020, hat die Volkshochschule Neumarkt ihren Kurs- und Veranstaltungsbetrieb unterbrochen, der Kursbetrieb wird noch bis auf Weiteres ruhen. Das ist eine Vorsorge-Maßnahme wegen der Covid-19-Pandemie."

Seither hat sich viel getan. Damals wusste Geschäftsleiterin Helga Sommer noch nicht, wie es mit dem Kursbetrieb in Neumarkt weitergehen würde. Sie bedauerte die Auszeit sehr, nicht nur, weil damit wichtige Lernorte schlossen, sondern auch unersetzliche soziale Kontakte ausblieben.

Kurse wanderten in die Cloud

Die Neumarkter VHS arbeitete auf Hochtouren mit den Kursleitern daran, ausgewählte Angebote in die vhs.cloud zu hieven, das Online-Netzwerk der Volkshochschulen. Die Resonanz auf das Online-Angebot war eher verhalten, berichtet Helga Sommer, "nichts kann die Präsenz ersetzten". Zwar seien Online-Kurse wie Ballett gut angenommen worden, doch sobald das schöne Wetter lockte, seien die Leute lieber raus in die Natur gegangen, statt am Computer einen Kurs zu machen.

Bis zum 30. Mai 2020 sollte es dauern, bis die Präsenzveranstaltungen der VHS weitergehen durften. Das Neumarkter Team hatte im Lockdown ein Sonderprogramm aus dem Boden gestampft, das rund 70 Kurse und Veranstaltungen bereithielt: Von Augen-Make-Up bis Wildkräuterwanderung war alles geboten. Sehr zur Freude der Kursteilnehmer und von Leiterin Helga Sommer, die die Kurse als wichtigen Treff für vor allem ältere Kursteilnehmer sieht.

Seit 11. Dezember sind die VHS-Präsenzkurse wieder auf Eis gelegt. So will es die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die seither keinen Unterricht in der Erwachsenenbildung zulässt. Der "Lockdown light" ist seit Montag, 10. Januar, beendet und die Kurse laufene wieder - "solange die Corona-Regeln es zulassen", sagt Helga Sommer.

Den Kursleitern war freigestellt, ob sie angesichts der Coronalage unterrichten wollen. "Fast alle haben zugestimmt", erzählt Sommer. Bei den Teilnehmern zeichnet sich ein ähnliches Bild. Wer (noch) nicht möchte, darf pausieren, oder bekommt die Kursgebühr erstattet. Wenn alles glatt läuft, dürfen sich die "VHSler" ab 1. Februar über ein neues, dickes Programmheft freuen mit "vielen Neuigkeiten", wie Helga Sommer ankündigt.

VHS bayernweit verbunden

Immer mehr VHS-Angebote werden heute online angeboten - und damit auch über Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus. So könnte, theoretisch, ein Neumarkter einen Italienisch-Kurs in Hamburg belegen oder ein Geigenlehrer aus Freystadt an der VHS Berlin unterrichten. Möglich macht es das Netzwerk www.onlinevhs.bayern.

Wenn der Teilnehmer aus einem bayernweiten Online-Angebot auswählen kann, ist das für ihn ein Vorteil. Für die VHS Bayern bedeutet das aber auch eine finanzielle Herausforderung. Denn die 191 bayerischen VHS-Einrichtungen sind rechtlich selbstständig und in verschiedenen Rechtsformen organisiert.

In ihrem Jahresbericht 2020 spricht die VHS Bayern von über zwei Millionen Teilnahmen, die eine große Säule der Finanzierung bilden. Andererseits stützen sich die Volkshochschulen auf kommunale Zuschüsse. Hier hakt es derzeit noch: Wenn ein Thüringer in Neumarkt einen Kurs bucht, dann erhält die bayerische VHS für ihn keinen kommunalen Zuschuss. Hier sucht die VHS Bayern nach Lösungen.

Keine Kommentare