Höchste bayerische Auszeichnung

Mit Hansi Flick und Wolfgang Krebs bei Markus Söder: Orden für Hans Herold

Stefan Blank

Region/Bayern

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16.3.2022, 08:24 Uhr
Hans Herold erhält den Bayerischen Verdienstorden von Ministerpräsident Markus Söder.

© Joerg Koch/Bayerische Staatskanzlei Hans Herold erhält den Bayerischen Verdienstorden von Ministerpräsident Markus Söder.

Dienstagfrüh, 5, 6 oder 7 Uhr, am kleinen Bahnhof der Weinbaugemeinde Ipsheim (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim): Hans Herold steigt in den Zug. Sitzungswoche für Sitzungswoche des Bayerischen Landtags geht es für den 66-Jährigen Richtung Landeshauptstadt. Seit Montag tut Hans Herold dies als Träger des Bayerischen Verdienstordens.

"Ich war schon ein bisschen gerührt", sagt Hans Herold. Der Ipsheimer wurde in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Markus Söder "für seine herausragenden, ehrenamtlichen Verdienste" ausgezeichnet.

Der Bayerische Verdienstorden wird seit 1957 verliehen und ist die höchste Auszeichnung, die der Freistaat Bayern zu vergeben hat.

Nur 2000 lebende Verdienstorden-Träger

Die Zahl der lebenden Träger ist auf 2000 begrenzt. Neben Hans Herold wurde diese Ehre am Montag 46 weiteren Persönlichkeiten zuteil: darunter Fußball-Bundestrainer Hansi Flick, Kabarettist Wolfgang Krebs, Virologin Professor Dr. Ulrike Protzer, Fernsehmoderatorin Kathrin Müller-Hohenstein sowie der ehemaligen Skirennläufer Christian Neureuther.

Sportlich unterwegs: Hans Herold beim Radeln auf dem Neustädter Marktplatz.

Sportlich unterwegs: Hans Herold beim Radeln auf dem Neustädter Marktplatz. © Rainer Fritsch, NN

"Für mich ist es auch ein bisschen eine Anerkennung für viele andere Ehrenamtliche in meinen Stimmkreis", sagte Herold, der seit 2003 für die CSU als Abgeordneter im Landtag sitzt und unter anderem seit 14 Jahren Kreisvorsitzender der Lebenshilfe ist. Nicht nur für dieses Ehrenamt wurde er nun ausgezeichnet.

Ministerpräsident Söder würdigte den Ipsheimer "als bodenständigen Politiker, der sich in herausragender Weise für die Menschen in seiner Region einsetzt und stets das direkte Gespräch mit den Menschen sucht", heißt es in einer Mitteilung der CSU.

Bürgermeister, Kreisrat, Landtagsabgeordneter

Seit 37 Jahren ist der in Geiselwind geborene und im Steigerwald aufgewachsene Hans Herold in der Kommunalpolitik aktiv. Zwölf Jahre war er Bürgermeister von Ipsheim, ist seit 2008 Kreisrat und seit 2014 stellvertretender Landrat im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

Fußball ist und bleibt eine Leidenschaft von Hans Herold.

Fußball ist und bleibt eine Leidenschaft von Hans Herold. © CSU, NN

In den Landtag zog Herold 2003 als Stimmkreisabgeordneter für Neustadt/Aisch-Bad Windsheim/Fürth-Land ein, er war von 2002 bis 2021 Kreisvorsitzender der CSU. "Wir freuen uns sehr, dass unser Stimmkreisabgeordneter Hans Herold diese besondere Ehrung und Auszeichnung erhalten hat", sagt CSU-Bundeswahlkreisgeschäftsführer Werner Stieglitz, "wird doch damit sein unermüdlicher, herausragender Einsatz für die Menschen und das Gemeinwesen in den verschiedensten Bereichen sichtbar und dankbar gewürdigt".

Die Anliegen der Menschen

"Es geht darum, sich um die Anliegen der Menschen zu kümmern", erklärt Hans Herold, der als Politiker in der Region bekannt ist, der zuhört und Missstände mit nach München nimmt. Von seiner Nähe zu zahlreichen Ministerinnen und Ministern profitierte Herold ebenso wie zu CSU-Granden und tut das auch heute in seiner täglichen Arbeit.

Immerhin erlebte Herold im Laufe der Jahre im Maximilianeum vier Ministerpräsidenten: Edmund Stoiber, Günther Beckstein, Horst Seehofer und nun Markus Söder, der ihn nun für den Verdienstorden vorschlug.

"Väterlicher Freund" und "gute Freundschaft"

„Ich hatte ein gutes Verhältnis zu allen“, sagte Hans Herold vor einigen Jahren. Edmund Stoiber habe ihn „unheimlich beeindruckt aufgrund seiner Hyperaktivität. Der war motiviert und agil, er wollte Bayern an die Spitze bringen“.

Hans Herold am Rednerpult des Bayerischen Landtags.

Hans Herold am Rednerpult des Bayerischen Landtags. © Privat, NN

Günther Beckstein war für Herold ein „väterlicher Freund“, den er immer „sehr geschätzt" habe, "vor allem als Innenminister“, und die Beziehung zu Horst Seehofer nannte Herold ein „Superverhältnis“.

Markus Söder ist für den 66-Jährigen ein wichtiger Ansprechpartner, mit dem ihn seit dessen Zeit als Finanzminister „eine gute Freundschaft“ verbinde. Mit Anliegen kann Herold also direkt zum Ministerpräsidenten gehen.

Mitglied des Landtags-Präsidiums

Hans Herold hat es zwar nie zum Minister geschafft, er verlor 2008 die Wahl zum Landrat und er war auch nie Staatssekretär. Mit seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des wichtigsten Landtags-Ausschusses, dem für Haushalts- und Finanzfragen, und damit dem Posten als Stellvertretender Haushaltspolitischer Sprecher der CSU hat Herold dennoch großen Einfluss in München.

Hans Herold und Angela Merkel bei der Bundesversammlung in Berlin.

Hans Herold und Angela Merkel bei der Bundesversammlung in Berlin. © Büro Hans Herold, NN

Fördergelder in seinen Stimmkreis zu holen, war und ist für ihn immer ein von ihm selbst genanntes Ziel. Herold ist eher ein Mann im Hintergrund, der aber auch vier Jahre Mitglied im Landtagspräsidium war.

Die Begeisterung für die Politik entfacht hat bei Hans Herold übrigens der ehemalige Bundespost- und spätere Bundesverkehrsminister Werner Dollinger aus Neustadt/Aisch bei einem Frühschoppen. Damals, 1972, war Herold 17 Jahre alt.

Pandemie und der Krieg in der Ukraine

Heute freut sich Hans Herold zwar über die hohe Auszeichnung, er sei aktuell aber tief bewegt und erschüttert von dem Leid, das die Menschen im Kriegsgebiet in der Ukraine erleben müssen. In Verbindung mit der Corona-Pandemie-Zeit spricht der Ipsheimer von "brutalen Herausforderungen" und einer "großen Verantwortung für alle Politiker".

Seine Arbeit habe sich in den vergangenen zwei Jahren schon deutlich geändert. "Vor allem an den Wochenenden, wo es in dieser Zeit viel weniger Termine gab", erzählt Herold, dem eines in all den Jahren heilig war: das Tatort-Schauen mit der Familie am Sonntagabend.

Und auch wenn Videokonferenzen nun zum Alltag gehören, steigt Hans Herold doch Sitzungswoche für Sitzungswoche in den Zug Richtung München. Denn eines, was er zu seinem 60. Geburtstag verriet, bleibt auch für einen Träger des Bayerischen Verdienstordens klar: „Wichtige Entscheidungen werden oft am Abend beim Bier getroffen.“

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