Neues Kursangebot

Spielen und mehr: Das machen Alltagsbegleiter

Hersbrucker Zeitung

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11.8.2022, 19:00 Uhr
Christine Friedemann, Edith Dambach, Ilka Kolb und Gertrud Lehmann vertreiben den Pflegebedürftigen die Zeit mit Spielen und Büchern.
 

© Iris Lederer Christine Friedemann, Edith Dambach, Ilka Kolb und Gertrud Lehmann vertreiben den Pflegebedürftigen die Zeit mit Spielen und Büchern.  

Theorie ist das eine, aber was macht eine Alltagsbegleiterin eigentlich genau und wie läuft diese Aufgabe in der Praxis? Gertrud Lehmann, Christine Friedemann und Edith Dambach berichten von ihren Erfahrungen. „Ich bin seit 2015 dabei“, erzählt Christine Friedemann. „Ich rede, singe, lese vor, frühstücke mit den Menschen. Das ist nie konkret geplant und entwickelt sich bei jedem Besuch“, gibt sie Einblick in ihr Tun.

Schwerer Start

Edith Dambach hat den Kurs zur Alltagsbegleiterin gemacht, als sie in Rente ging. „Es ist eine sinnvolle Aufgabe, die auch Spaß macht. Doch besonders am Anfang war es auch schwer“, gibt sie ohne Umschweife zu. „Da war es gut, mit Ilka Kolb immer jemanden zu haben, an die ich mich wenden konnte und die mir weiterhalf.“

Einen ganz anderen Hintergrund und Ansatzpunkt für Kurs und Tätigkeit hatte dagegen Gertrud Lehmann. Sie pflegte ihre Schwiegermutter und war damals froh, selbst Entlastung zu bekommen, wie sie rückblickend sagt. Darum entschied sie sich nach deren Tod, Alltagsbegleiterin zu werden. Sie zeigt bei ihren Einsätzen in Offenhausen und Kucha auch alte Fotos der Dörfer, was oft zu klaren Momenten und Erinnerungen bei den dementen Menschen und zum regen Gespräch führt.

Foto weckt klare Gedanken

„Durch die Impulse von außen, passiert es auch das ein oder andere Mal, dass ein Mensch mit einer Demenzerkrankung in der Klarheit auftaucht“, bestätigt Ilka Kolb diese Erfahrung.

Der Kurs als Alltagsbegleiter ist kostenfrei. Die Einsätze können je nach Wunsch zeitlich individuell gestaltet werden und werden mit einer Aufwandsentschädigung von neun Euro vergütet, hat Kolb die Fakten parat.

Nach dem absolvierten Kurs werden die Alltagsbegleiter nicht allein gelassen, betont sie. „Ich bin als Fachkraft immer im Hintergrund da.“ Darüber hinaus finden dreimal jährlich Gesprächskreise für die Alltagsbegleiter sowie eine Fortbildung statt.

„Die Aufgabe ist bereichernd, vielseitig und gibt einen aktuellen Blick auf unsere ganze Gesellschaft, egal ob arm oder reich“, sagen die drei Alltagsbegleiterinnen einstimmig und weiter: „Es ist keinesfalls nur ein Geben, sondern auch ein Nehmen für uns.“

Der nächste Kurs startet am 27. September. Anmeldung ab sofort bei Ilka Kolb, Fachstelle für pflegende Angehörige, Hirtenbühlstr. 5, 91217 Hersbruck. Tel. 09151/862881 oder ilka.kolb@diakonie-ahn.de.

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