Wahl am 16. Januar

Fünf wollen ins Rathaus: Das haben Roths Bürgermeister-Kandidaten vor

Motiv: Portrait - Carola Scherbel  Foto: Martin Regner, gesp.29.08.2019
Carola Scherbel

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7.1.2022, 17:03 Uhr
Wahlplakate auf dem Rother Marktplatz: Auch wenn wegen der Pandemie bisher keine rechte Wahlkampfstimmung aufkommen will - am 16. Januar wird in der Kreisstadt ein neuer Rathauschef gewählt.

Wahlplakate auf dem Rother Marktplatz: Auch wenn wegen der Pandemie bisher keine rechte Wahlkampfstimmung aufkommen will - am 16. Januar wird in der Kreisstadt ein neuer Rathauschef gewählt. © Patrick Shaw, NN

Da wegen der Pandemie eine Diskussionsveranstaltung in Präsenz mit Fragen an die Bewerber immer noch nicht möglich ist, haben wir allen fünf Kandidaten acht Fragen gestellt, die sie uns schriftlich beantwortet haben. Wir geben sie in alphabetischer Reihenfolge wieder. Zwei der Bewerber haben uns außerdem kurze Videos zur Verfügung gestellt, die sich hier im Artikel finden.

Andreas Buckreus ist der Bürgermeisterkandidat der SPD.

Andreas Buckreus ist der Bürgermeisterkandidat der SPD. © Stadt Roth

Andreas Buckreus, SPD. Der 38-jährige Polizeibeamte und Vorsitzende der TSG 08 Roth ist seit 2014 Mitglied des Rother Stadtrats. 2017 trat er bereits gegen den damaligen CSU-Bürgermeister Ralph Edelhäußer an. Aufgrund seines Amtes als zweiter Bürgermeister ist er seit Oktober amtierender Chef im Rother Rathaus.

Herr Buckreus, Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Roth. Warum?

Weil ich unsere Stadt voranbringen möchte und Ideen habe, wie ich das umsetzen kann. Meine derzeitige Tätigkeit hat es mir noch einmal bestätigt: Ich kann das und ich will das. Es handelt sich um einen der schönsten Berufe, die ich mir vorstellen kann

Welche Aufgabe wollen Sie als erste und dringendste angehen?

In der ersten Wahlperiode ist für mich die Umgestaltung der Innenstadt zusammen mit einer Entscheidung über die Zukunft des Leoni-Geländes das wichtigste Thema. Darin treffen sich viele andere Themen: Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Schaffung von Wohnraum, Gewerbeentwicklung, innerstädtische Mobilität. Die ersten Gespräche haben bereits begonnen.

Die Belebung der Innenstadt steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Aber die Situation hat sich trotz zweier großer Einkaufspassagen nicht verbessert. Warum tut man sich in Roth so schwer damit? Welches Rezept schlagen Sie vor?

Auf die Passagen haben wir als Stadt Roth keinen direkten Zugriff. Aber wir können das Umfeld, das Erscheinungsbild der Innenstadt verändern und verbessern: Ich möchte die Aufenthaltsqualität steigern, für grüne Zonen sorgen, Hinterhöfe und Verbindungswege für Fußgänger öffnen, die schönen Ecken der Innenstadt ans Licht bringen, Raum für sicheres Radfahren und Flanieren im Innenstadtbereich entstehen lassen.

Der Klimawandel ist weltweit das wichtigste Thema für die nachfolgenden Generationen, aber auch schon für uns. Was muss die Stadt tun, um ihr Ziel der Klimaneutralität zu erreichen?

Wir müssen das Thema bei allem immer mit im Kopf haben. Die Stadt selbst muss besser werden und Vorbild sein. Ich werde alle städtischen Gebäude energetisch begutachten lassen und nachhaltig sanieren, Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern und Freiflächen errichten, die Bürgerberatung stärken und Förderkonzepte erarbeiten. Radfahren muss attraktiver und sicherer werden und kann ein wichtiger Schritt sein, um in Sachen Mobilität neue Wege zu gehen.

Das Virus hat uns immer noch fest im Griff. Um der nächsten Welle vorzubeugen, wird jetzt so viel geimpft wie nie zuvor. Auch in Roth helfen viele Menschen ehrenamtlich mit. Gleichzeitig gibt es auch in unserer Region Demonstrationen von Impfgegnern und Coronaleugnern. Wie sieht die Stadt ihre Aufgabe in der Pandemie?

Die Stadt hat hier wenig Einwirkungsmöglichkeiten. Aktuell organisiert die Stadtverwaltung Drittimpfungen für ältere Bürgerinnen und Bürger. Eine solidarische und soziale Stadtgemeinschaft hat es leichter zu überzeugen, dass wir aufeinander schauen und verantwortungsvoll miteinander umgehen müssen, statt Spaltung zu riskieren. Mit Landratsamt und Gesundheitsamt arbeiten wir eng zusammen.

Große Investitionen müssen coronabedingt wohl noch eine Weile pausieren. Trotzdem gibt es in der Sportstadt Roth weiterhin den Ruf nach einem Hallenbad. Wie stehen Sie dazu?

Ich hätte auch gern ein Hallenbad in Roth. Aber: Es muss in der Investition und im Unterhalt wirtschaftlich für den städtischen Haushalt sicher und verantwortungsbewusst darstellbar sein. Das heißt: Wenn ich das Thema angehen werde, werde ich kein Luftschloss in Endlos-Diskussionen bauen, sondern konsequent planen und tatsächlich umsetzen.

Das frühere Firmengelände von Leoni im Herzen der Stadt wird bald komplett leergeräumt sein. Welche Ideen haben Sie für das neue Quartier?

Ich stelle mir ein Mehrgenerationen-Projekt vor. Wo Jung und Alt zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen, wo man nicht nur mit dem großen Geldbeutel leben kann, wo Barrierefreiheit herrscht, es viel Grün gibt, energetische Konzepte gut durchdacht sind. Ein Stadtteil für die Zukunft und ein Wohngebiet, in dem man gerne leben möchte.

Wie sehen die Stadt und die Stadtteile in vier Jahren aus? Was haben Sie erreicht, wenn Sie eine Amtsperiode als Bürgermeister hinter sich haben?

Es macht wieder Spaß, in die Innenstadt zu gehen. Wir haben uns auf breiter Basis darüber geeinigt, was auf dem Leoni-Gelände entstehen soll. Die Ortsgemeinschaften fühlen sich gestärkt und ernst genommen. Es sind neue Möglichkeiten für Gewerbeentwicklung entstanden. Es gibt viel mehr Dächer mit Photovoltaikanlagen.

Hans-Günter Kraetsch tritt für die Rother CSU als Bürgermeisterkandidat an.

Hans-Günter Kraetsch tritt für die Rother CSU als Bürgermeisterkandidat an. © Daniel Matulla

Hans-Günter Kraetsch, CSU. Der 51 Jahre alte Rechts- und Fachanwalt, der seit 15 Jahren mit seiner Familie in Roth lebt, steht der Spielvereinigung Roth als Vorsitzender vor. Mitglied der CSU ist er seit 2021. Politische Ämter hat er bisher nicht bekleidet.

Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Roth. Warum?

Das ist sehr leicht zu beantworten: Ich will etwas zurückgeben. Als ich 2007 mit meiner Familie nach Roth kam, wurden wir so herzlich aufgenommen, dass wir uns sehr schnell eingelebt haben. Roth ist eine wunderbare Stadt zum Wohnen, Leben und Arbeiten - diese Stärken sollten wir weiter ausbauen und auch öfter betonen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, Roth für die Zukunft aufzustellen

Welche Aufgabe wollen Sie als erste und dringendste angehen?

Eine einzelne Aufgabe in den Mittelpunkt zu stellen, liegt mir fern, denn das würde alle anderen Aufgaben abwerten. Ich glaube, der Fokus sollte in den nächsten Jahren auf der Förderung eines guten Miteinanders und der Verzahnung vieler einzelner Aktivitäten liegen. Da sehe ich den Bürgermeister in der Verantwortung

Die Belebung der Innenstadt steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Aber die Situation hat sich trotz zweier großer Einkaufspassagen nicht verbessert. Warum tut man sich in Roth so schwer damit? Welches Rezept schlagen Sie vor?

Ich glaube nicht, dass die zwei Einkaufspassagen entscheidend für das Aufleben der Innenstadt sind. Ausschlaggebend und vorrangig ist die Belebung des Marktplatzes. Als Bürgermeister heißt es hier, aktiv sein und Gespräche mit Eigentümern und Investoren suchen sowie weitere Events wie „AbendRoth“ oder Märkte zu implementieren.

Der Klimawandel ist weltweit das wichtigste Thema für die nachfolgenden Generationen, aber auch schon für uns. Was muss die Stadt tun, um ihr Ziel der Klimaneutralität zu erreichen?

Einerseits muss die Stadtverwaltung selbst handeln und Vorbild sein: Gebäude und Fuhrpark müssen sukzessive CO2-neutral werden. Die Energie sollte für städtische Gebäude aus regenerativen und dabei aus eigenen Quellen stammen. Andererseits muss die Stadt auch für Bildung und Aufklärung sorgen und das Thema so den Bürgern näherbringen. Aber: Es muss wirtschaftlich bleiben.

Das Virus hat uns immer noch fest im Griff. Um der nächsten Welle vorzubeugen, wird jetzt so viel geimpft wie nie zuvor. Auch in Roth helfen viele Menschen ehrenamtlich mit. Gleichzeitig gibt es auch in unserer Region Demonstrationen von Impfgegnern und Coronaleugnern. Wie sieht die Stadt ihre Aufgabe in der Pandemie?

Wichtig ist, dass eine Spaltung vermieden wird. Dazu ist der Dialog mit Impfgegnern und Coronaleugnern wichtig, auch wenn dies mitunter schwierig ist. Ich selbst habe am 27. Dezember am Rother Marktplatz das Gespräch mit den sogenannten „Spaziergängern“ gesucht. Gleichzeitig müssen wir die in der Pandemiebekämpfung Aktiven, wie zum Beispiel beim „Drive in - Impfen“ im Parkdeck am Sieh-Dich-Für-Weg, unterstützen. Für mich und meine Frau Susi war es eine Selbstverständlichkeit, eine Schicht als ehrenamtliche Helfer zu übernehmen. Als Stadt müssen wir uns um unseren Einzelhandel und die Gastronomie kümmern. Hier müssen individuelle Maßnahmen geschaffen werden.

Große Investitionen müssen coronabedingt wohl noch eine Weile pausieren. Trotzdem gibt es in der Sportstadt Roth weiterhin den Ruf nach einem Hallenbad. Wie stehen Sie dazu?

Eine Investition - wie ein Hallenbad - sollte man unabhängig von Corona diskutieren, denn die Entscheidung darüber ist viel strategischer und langfristiger angelegt. Die vom Stadtrat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie liegt nun vor, und sofern ein solides Finanzierungskonzept erarbeitet werden kann, bin ich selbstverständlich dafür.

Das frühere Firmengelände von Leoni im Herzen der Stadt wird bald komplett leergeräumt sein. Welche Ideen haben Sie für das neue Quartier?

Damit eröffnet sich eine historische Chance. Die Möglichkeit, einen komplett neuen Stadtteil in dieser Lage zu planen, kommt nur einmal. Ein gemischtes Wohngebiet für alle Einkommensgruppen und Lebenssituationen wäre in meiner Vorstellung wert, dass es umgesetzt wird. So können alle voneinander profitieren, und die Innenstadt erhält ein belebendes Element. Das sollte dann auch klimaneutral, fahrrad- und fußgängerorientiert erfolgen. Ich finde es wichtig, dass die idyllische Lage an der Rednitz in die Gestaltung einbezogen und für alle Rother zugänglich wird.

Wie sehen die Stadt und die Stadtteile in vier Jahren aus? Was haben Sie erreicht, wenn Sie eine Amtsperiode als Bürgermeister hinter sich haben?

Wünschenswert wäre, dass das Vertrauen in die Akteure in Stadtrat und Stadtverwaltung größer ist als jetzt. Freuen würde ich mich, wenn sich noch mehr Menschen als heute von der Stadtpolitik mitgenommen fühlen, sich einbringen und gegenseitig inspirieren. Dazu will ich auf alle Menschen und Interessensgruppen zugehen und die Zukunftsthemen anpacken. Nur so kann es gelingen, Roth auch weiterhin zu einer der schönsten Städte dieser Größe auszubauen.

Für die neue Partei Die Basis geht Stefan Kuschel ins Rennen um das Bürgermeisteramt.

Für die neue Partei Die Basis geht Stefan Kuschel ins Rennen um das Bürgermeisteramt. © die basis, NN

Stefan Kuschel, Die Basis, ist 39 Jahre alt, lebt in Rothaurach und ist gelernter Notfallsanitäter. Für die Partei Die Basis, die rund um die Pandemie gegründet wurde und zum Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen aufruft, hat er im September 2021 bereits für den Bundestag kandidiert.

Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Roth. Warum?

Weil ich die Bevölkerung gerne mehr in den politischen Ablauf integrieren möchte, um Transparenz und mehr Mitbestimmung zu schaffen (Basisdemokratie)

Welche Aufgabe wollen Sie als erste und dringendste angehen?

Einführung einer Basisdemokratie für die Rother Bürger, in der sie in letzter Instanz entscheiden können, ob sie eine Entscheidung für richtig erachten oder nicht.

Die Belebung der Innenstadt steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Aber die Situation hat sich trotz zweier großer Einkaufspassagen nicht verbessert. Warum tut man sich in Roth so schwer damit? Welches Rezept schlagen Sie vor?

Ich denke, dass wir uns offen eingestehen sollten, dass die Pandemie eine Wirtschaftskrise nach sich ziehen wird. Deshalb sollte unser erstes Ziel sein, die Bürger so unbeschadet wie möglich durch die Krise zu führen. Danach wäre ein Bürgerzentrum mit unterschiedlichsten Angeboten das Ziel, um die Gesellschaft zusammenzuführen.

Der Klimawandel ist weltweit das wichtigste Thema für die nachfolgenden Generationen, aber auch schon für uns. Was muss die Stadt tun, um ihr Ziel der Klimaneutralität zu erreichen?

Ein guter Schritt wäre, den öffentlichen Nahverkehr emissionslos und für den Bürger kostenlos zu gestalten. Es wäre auch eine Überlegung wert, Gebiete zu schaffen, in denen ein Mischwald wild wachsen kann, denn erst ein 150 Jahre alter Baum entwickelt sein volles Potenzial.

Das Virus hat uns immer noch fest im Griff. Um der nächsten Welle vorzubeugen, wird jetzt so viel geimpft wie nie zuvor. Auch in Roth helfen viele Menschen ehrenamtlich mit. Gleichzeitig gibt es auch in unserer Region Demonstrationen von Impfgegnern und Coronaleugnern. Wie sieht die Stadt ihre Aufgabe in der Pandemie?

Erstmal versuchen, die Spaltung zu beenden. Wenn jemand die Maßnahmen kritisiert, ist er nicht gleich ein Leugner. Und jemand, der eine Impfung ablehnt, ist nicht gleich ein Impfgegner. Wir sollten alle wieder aufeinander zugehen und vor allem zuhören.

Große Investitionen müssen coronabedingt wohl noch eine Weile pausieren. Trotzdem gibt es in der Sportstadt Roth weiterhin den Ruf nach einem Hallenbad. Wie stehen Sie dazu?

Ich befürworte auf alle Fälle ein Hallenbad für Roth, aber aufgrund der oben bereits genannten Punkte denke ich, wird es die nächsten Jahre nicht realisierbar sein.

Das frühere Firmengelände von Leoni im Herzen der Stadt wird bald komplett leergeräumt sein. Welche Ideen haben Sie für das neue Quartier?

Es aktiv fördern, um einen Betrieb wieder anzusiedeln, der sichere Arbeitsplätze schafft. Man könnte auch in Betracht ziehen, die Gewerbesteuer zu senken, um Roth attraktiver für Firmen zu gestalten.

Wie sehen die Stadt und die Stadtteile in vier Jahren aus? Was haben Sie erreicht, wenn Sie eine Amtsperiode als Bürgermeister hinter sich haben?

Die Stadtteile werden so aussehen, wie es sich die Rother vorstellen. Roth wird eine Basisdemokratie besitzen, in der jeder Wahlberechtigte mitredet. Eine offene Stadt, in der über jedes Thema diskutiert werden darf, ohne für seine Meinung angegriffen zu werden.

Michael Ruthardt hat für seine Kandidatur die Unterstützergruppe

Michael Ruthardt hat für seine Kandidatur die Unterstützergruppe "Rother Demokraten" gegründet. © oh

Michael Ruthardt, „Rother Demokraten“. Der 53-jährige Unternehmensberater tritt zum zweiten Mal bei der Bürgermeisterwahl an: Vor zehn Jahren war er FDP-Kandidat, diesmal will er es mit der eigens gegründeten Unterstützergruppe „Rother Demokraten“ schaffen.

Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Roth. Warum?

Ich habe die Vision, Roth zur unternehmer- und bürgerfreundlichsten Stadt Deutschlands zu machen. Unternehmen bringe ich nach Roth und unterstütze bestehende Firmen. Für alle möchte ich Sicherheit, Solidarität, Stabilität, Verständigung schaffen. Meine Erfahrungen als Unternehmer und Familienvater helfen mir bei der Zielerreichung.

Welche Aufgabe wollen Sie als erste und dringendste angehen?

Leerstand beseitigen. Virtuellen Marktplatz/mobile Servicepoints aufbauen. Autofreier Marktplatz. Ortsteil-, Themen-Märkte etablieren und Wochenmarkt attraktiver gestalten. Hallenbad-Studie auf das Freibadgelände konzentrieren. Konzept für bezahlbare Energieversorgung entwickeln. Betreuungsangebote ausbauen. Bürgergespräch.

Die Belebung der Innenstadt steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Aber die Situation hat sich trotz zweier großer Einkaufspassagen nicht verbessert. Warum tut man sich in Roth so schwer damit? Welches Rezept schlagen Sie vor?

Viele Kommunen haben ein Leerstandsproblem. Die Rothmühl-Passage ist eine Fehlplanung. Bezeichnend: die Brücke ins Nichts und das isolierte Kaufland. Die Innenstadtflächen müssen in Stadtbesitz, um Konzepte konsequent umzusetzen. Mit 300 Zeichen ist kein „Rezept“ vorzustellen. Gerne bespreche ich an Infoständen mein Konzept mit den Bürgern.

Der Klimawandel ist weltweit das wichtigste Thema für die nachfolgenden Generationen, aber auch schon für uns. Was muss die Stadt tun, um ihr Ziel der Klimaneutralität zu erreichen?

Mehr Bäume pflanzen, Gebäude dämmen, natürliche Baumaterialien verwenden, grüne Plätze mit Bänken schaffen, an unseren Tankstellen E-Fuels, Wasserstoff, Biodiesel anbieten. Ausbau des Radwegenetzes, Glas mehrfach verwenden, Ausbau von Milch-, Wasser-, Bier-, Wein-, Essig-, Ölzapfstellen. Menschen gewinnen für nachhaltige Angebote.

Das Virus hat uns immer noch fest im Griff. Um der nächsten Welle vorzubeugen, wird jetzt so viel geimpft wie nie zuvor. Auch in Roth helfen viele Menschen ehrenamtlich mit. Gleichzeitig gibt es auch in unserer Region Demonstrationen von Impfgegnern und Coronaleugnern. Wie sieht die Stadt ihre Aufgabe in der Pandemie?

Menschen von der Impfung überzeugen. Die Impfung schützt vor einem schweren Verlauf. Damit senken wir die Belastung der Intensivstationen. Da eine Impfung aber nicht vor einer Ansteckung schützt, sind Hygienemaßnahmen weiter zu beachten. Städtische Infrastruktur kostenfrei zur Verfügung stellen (zum Beispiel Impfaktionen, Ruhebereich für Helfer).

Große Investitionen müssen coronabedingt wohl noch eine Weile pausieren. Trotzdem gibt es in der Sportstadt Roth weiterhin den Ruf nach einem Hallenbad. Wie stehen Sie dazu?

Bau eines Passivhaus-Hallenbads mit 0,8 Hektar Fläche auf Liegewiese (fünf Hektar) des Freibads. Baukosten circa 14 Millionen Euro. Defizit Bad Deggendorf 2019: unter 200 000 Euro. Bad mit 25-Meter-, Kinder-, Baby-, Freizeitbecken, Gastronomie und Saunalandschaft. Finanzierung: Zuschüsse, Stadt, Bürgersolaranlage, freiwillige Bürgerbeteiligung, Werbeeinnahmen.

Das frühere Firmengelände von Leoni im Herzen der Stadt wird bald komplett leergeräumt sein. Welche Ideen haben Sie für das neue Quartier?

Kleine grüne Plätze mit Bänken, Cafes, Läden wechseln sich mit Wohnungen ab. Kunsthandwerk, Arztpraxen, Mehrgenerationen-Haus, Gründerzentrum und Spielplätze vereinen Wohnen, Arbeit, Freizeit und Versorgung. Solar-/Solarthermieanlagen, Dachbegrünung, Bäume, gedämmte Gebäude sichern Nachhaltigkeit. Fahrrad-/Fußwege sind vorhanden.

Wie sehen die Stadt und die Stadtteile in vier Jahren aus? Was haben Sie erreicht, wenn Sie eine Amtsperiode als Bürgermeister hinter sich haben?

Leerstand ist beseitigt. Aktionen, Events, Serviceangebote locken die Kunden an. Das Radwegenetz ist weiter ausgebaut. Die Menschen schwimmen in unserem neuen Hallenbad im Freibadgelände, nutzen die mobilen Servicepoints, Bankdienstleistungen und Märkte in Innenstadt und Stadtteilen. Barrierefreie Wohnungen, Straßen, Wege sind Standard.

Florian Weber zieht für

Florian Weber zieht für "Die Partei" ins Rennen ums Bürgermeisteramt. © Die Partei

Florian Weber, Die Partei, ist 35 Jahre alt und bei der Stadt Roth in der Stadtgärtnerei als Landschaftsgärtner tätig. Er ist in Roth geboren und aufgewachsen. Bei der letzten Kommunalwahl hat er für Die Partei für den Rother Stadtrat kandidiert.

Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Roth. Warum?

Ich bin nicht der typische Politiker mit Anzug und Krawatte. Durch meinen Beruf als Stadtgärtner bin ich bereits sehr nahe am städtischen Geschehen und sehe einige Probleme schon Jahre direkt vor mir liegen. Das qualifiziert mich besonders und macht mich zu dem Richtigen für Roth. Ich kann neue Impulse geben und kenne den Blick der Bevölkerung.

Welche Aufgabe wollen Sie als erste und dringendste angehen?

Die Stadt muss sich wieder an ihre Bevölkerung annähern und vor allem ehrlich und offen agieren. Stichwort ist hierbei agieren! Man hat zu oft das Gefühl, dass Roth seine Probleme aussitzt.

Die Belebung der Innenstadt steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Aber die Situation hat sich trotz zweier großer Einkaufspassagen nicht verbessert. Warum tut man sich in Roth so schwer damit? Welches Rezept schlagen Sie vor?

Es gibt kein Allheilmittel für die Behebung der Probleme am Marktplatz, und es kann dementsprechend nicht von heute auf morgen alles wunderbar sein. Neben einer schöneren Gestaltung kann durch den Dialog und die Förderung von Kultur, Gastronomie und Sport eine positive Kehrtwende geschafft werden. Das Ziel ist eine Innenstadt mit Kultur und Gastronomie.

Der Klimawandel ist weltweit das wichtigste Thema für die nachfolgenden Generationen, aber auch schon für uns. Was muss die Stadt tun, um ihr Ziel der Klimaneutralität zu erreichen?

Es kann nur Schritt für Schritt gehen und nicht nur die Stadt, sondern auch die Bürger müssen mitmachen. Es geht nur gemeinsam, ob in der Gestaltung vom eigenen Garten und im öffentlichen Grün, Lichtverschmutzung oder energieeffizientem Bauen. Wichtig ist, hier gleichzeitig die Sensibilität für die „kleinen Schritte“ in der Bevölkerung zu schaffen und durch unsere städtischen Instrumente (Stadtwerke) die großen Weichen zu stellen.

Das Virus hat uns immer noch fest im Griff. Um der nächsten Welle vorzubeugen, wird jetzt so viel geimpft wie nie zuvor. Auch in Roth helfen viele Menschen ehrenamtlich mit. Gleichzeitig gibt es auch in unserer Region Demonstrationen von Impfgegnern und Coronaleugnern. Wie sieht die Stadt ihre Aufgabe in der Pandemie?

Als Stadt haben wir die Aufgabe, die Vorgaben der Regierung umzusetzen. Es muss alles getan werden, um diese Pandemie einzudämmen. Dass dabei auch fragwürdige Reglementierungen kommen, ist vollkommen klar. Es ist eben nicht einfach, möglichst allen gerecht zu werden. Coronaleugnern oder Verschwörungstheorien zeige ich persönlich die rote Karte.

Große Investitionen müssen coronabedingt wohl noch eine Weile pausieren. Trotzdem gibt es in der Sportstadt Roth weiterhin den Ruf nach einem Hallenbad. Wie stehen Sie dazu?

Ich werde ZWEI Hallenbäder bauen, eines ist ganz klar zu wenig!

Das frühere Firmengelände von Leoni im Herzen der Stadt wird bald komplett leergeräumt sein. Welche Ideen haben Sie für das neue Quartier?

Große Einkaufszentren funktionieren doch sehr gut, wieso also nicht ein solches bauen? Spaß beiseite, es wird dringend Wohnraum benötigt, da führt kein Weg drum herum. Ich stelle mir von der Bauart gut integrierte Gebäude für das allgemeine Stadtbild vor, natürlich mit einem Anteil an Sozialwohnungen und gefördertem Wohnungsbau. In den Erdgeschossen Laden-/Gastro- und Kulturflächen. Garniert wird das ganze Ensemble mit gut durchdachten Grünflächen, welche zur Erholung dienen, ohne die vorhandene Fauna und Flora groß zu beeinträchtigen.

Wie sehen die Stadt und die Stadtteile in vier Jahren aus? Was haben Sie erreicht, wenn Sie eine Amtsperiode als Bürgermeister hinter sich haben?

Im besten Fall, dass der Rother Einwohner sagt „Der Weber bassd scho“. Das wäre das größte Lob, das ich erreichen kann. In den 4 Jahren dieser Periode kann ich keineswegs alles aus den Angeln heben, so realistisch muss man sein. Ich sehe das eher wie bei einer professionellen Baumschnittmaßnahme: Man muss nicht auf Anhieb sehen, dass etwas geschnitten worden ist, das merkt man aber wenn man auf den voll beladenen Hänger blickt. Das wäre perfekt!

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