Bruch- und Brandgefahr

Kein Baum, kein Feuerwerk: Darum muss Gmünd die Kirchweih stutzen - Ziehen andere nach?

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Jana Vogel

Volontärin Redaktion Roth/Schwabach

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3.8.2022, 09:00 Uhr
Das traditionelle Baumaufstellen fällt auf der Georgensgmünder Kirchweih 2022 aus (Archivbild).

© Andreas Regler Das traditionelle Baumaufstellen fällt auf der Georgensgmünder Kirchweih 2022 aus (Archivbild).

Das Baumaufstellen und das Abschluss-Feuerwerk gehören für viele Kirchweihbesucher fest zum Programm. 2022 müssen sie in Georgensgmünd jedoch auf beides verzichten. Aufgrund der angespannten Wetterlage und der extremen Trockenheit haben sich Gemeinde und Feuerwehr dagegen entschieden.

"Die Bäume sind extrem trocken, ein Bruch oder Haarriss, welcher bei der Fällung entstehen kann, würde möglicherweise nicht bemerkt. Den Bäumen fehlt durch den Wassermangel jegliche Elastizität. Dies stellt eine hohe Unfallgefahr beim Wiederaufstellen dar", erklärt die Gmünder Feuerwehr. In Franken gab es bereits mehrere tödliche Unfälle mit den tonnenschweren Bäumen, so war 2018 in Treuchtlingen ein Teil des Maibaums abgebrochen und hatte eine junge Frau erschlagen.

Kein Feuerwerk wegen Waldbrandgefahr

Auch das traditionelle Brillant-Feuerwerk wird nicht stattfinden: Die Waldbrandgefahr ist nach Ansicht von Gemeinde und Feuerwehr Georgensgmünd einfach zu groß. Anderen Kirchweihfeiern im August könnte es ähnlich gehen.

"Das Feuerwerk ist noch nicht abgesagt", erklärt die Stadtverwaltung für das am Wochenende anstehende Hilpoltsteiner Burgfest. "Wir werden am Donnerstag eine Gefährdungsanalyse durchführen und dann kurzfristig entscheiden." Auch bei der Kirchweih in Roth soll die offizielle Entscheidung über das Feuerwerk erst am Donnerstag vor Beginn fallen, es überwiegt aber die Skepsis. Als Stadt habe man eine Vorbildfunktion, deshalb müsste die Waldbrandstufe abgesenkt werden, heißt es aus der Verwaltung.

Bei der Belmbracher Kärwa gibt es kein Feuerwerk, das Aufstellen des Kirchweihbaums steht aber ebenfalls zur Debatte. "Wenn man einen Baum gut in Augenschein nimmt, sollte man Schadstellen schon erkennen", glaubt Jörg Katheder vom Kirchweihverein, es werde nun aber gemeinsam diskutiert, ob das Baumaufstellen sicher möglich sei.

Für die Kirchweih in Schwand ist ein bengalisches Feuerwerk auf dem Marktplatz geplant. "Der Vorteil ist, dass es bei uns im Ort stattfindet und es weniger Grünflächen gibt, auf die man aufpassen muss. Wir überlegen aber noch", erklärt Dominik Nowak vom Ordnungsamt. Dass auf das Baumaufstellen in Leerstetten verzichtet werden soll, sei ihm aber bislang nicht bekannt.

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