Hohes Defizit

Synergien mit Schwabach? Diakoneo kämpft um Erhalt der Klinik in Neuendettelsau

3.3.2023, 05:59 Uhr
Diakoneo kämpft um den Erhalt seiner Kliniken und erhofft sich nach Millionendefiziten Hilfe von der Politik.

© Stefan Blank Diakoneo kämpft um den Erhalt seiner Kliniken und erhofft sich nach Millionendefiziten Hilfe von der Politik.

Diakoneo kämpft um den Erhalt der stationären Versorgung in Neuendettelsau und bittet die bayerische Staatsregierung um Hilfe. Angesichts der schwierigen Situation im Landkreis Ansbach, insbesondere bei der Behandlung kardiologischer Krankheiten; brauche es die Mithilfe der Politik, die als Chest Pain Unit zertifizierte Kardiologie an der Klinik Neuendettelsau zu erhalten. "Wir brauchen schnelle und substantielle Hilfe, um die stationäre Versorgung der Patienten in Neuendettelsau zu sichern", sagt der Vorstandsvorsitzende von Diakoneo, Dr. Mathias Hartmann.

Diakoneo hatte versucht, die beiden Klinik-Standorte Schwabach und Neuendettelsau aus eigener Kraft neu aufzustellen, dies sei aber an rechtlichen Einschränkungen gescheitert. Diakoneo hat das Erfolg versprechende Konzept weiterentwickelt, um auch in Zukunft eine stationäre Versorgung und die Zukunft der Klinik gewährleisten zu können. Ohne finanzielle Unterstützung durch die Politik könne dieses Konzept aber nicht umgesetzt werden, so Diakoneo in einer Pressemitteilung. "Wir haben über viele Jahre Defizite von insgesamt 20 Millionen Euro an diesem Standort in Kauf genommen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten", so Hartmann.

Zukunft als Spezialklinik

Diakoneo kämpfe um die Klinik Neuendettelsau und sei auch bereit, strukturelle Veränderungen anzugehen, um eine stationäre Behandlung im Haus weiterhin sicherzustellen. "Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem die Politik entscheiden muss, ob die Klinik in Neuendettelsau noch eine Zukunft hat", betont Hartmann. Wie Michael Kilb, Vorstand Gesundheit von Diakoneo, darstellt, soll aus dem Grund- und Regelversorger in Neuendettelsau eine Spezialklinik für Kardiologie werden. Als perfekte Ergänzung dazu sehe das Konzept das Angebot "hochelektiver Operationen" vor, ebenso wie die Möglichkeit ambulanter Operationen. Mit der Aufrechterhaltung der Akut-Geriatrie soll das Leistungsangebot abgerundet werden.

Die kardiologische Abteilung an der Klinik Neuendettelsau genieße einen hervorragenden Ruf über den Landkreis hinaus und sei mit zwei exzellent ausgestatteten Herzkatheterlaboren auf dem Stand der Technik. Durch die Zertifizierung als Chest Pain Unit sei sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten mit unklaren Beschwerden im Brustbereich schnell und systematisch untersucht und behandelt werden. Damit gilt Neuendettelsau schon jetzt als "nächstgelegenes geeignetes Krankenhaus" in der Region, in das Patientinnen und Patienten mit den beschriebenen Symptomen vom Rettungsdienst gebracht werden sollen. Versorgt werden die über 2.000 Fälle pro Jahr in speziell für sie vorgesehenen Aufnahmebetten von einem Team mit mehr als 20 Expertinnen und Experten in Medizin und Pflege.

Auf Dauer geht es nicht

Trotz aller medizinischen Vorzüge seien die Leistungen wirtschaftlich nur schwer aufrecht zu erhalten. Kostendeckend könne die Klinik Neuendettelsau - wie bundesweit viele andere Kliniken - unter den aktuellen Bedingungen nicht betrieben werden. "Wir wollen massive Einschränkungen bei der stationären Versorgung unter allen Umständen vermeiden", sagt Michael Kilb. Deshalb sei Diakoneo bereit, auch für dieses Jahr einen siebenstelligen Minusbetrag zu akzeptieren. "Wir können aber nicht auf Dauer mehrere Millionen Euro jährlich ausgleichen."

Strukturell arbeite Diakoneo bereits daran, Synergieeffekte zwischen den Standorten Schwabach und Neuendettelsau besser zu nutzen. Das allein wird aber nicht ausreichen. Nur eine zeitlich begrenzte, finanzielle Hilfe für die Klinik eröffnet demnach die Chance, den Klinikbetrieb bis zur Umsetzung der bundesweit diskutierten Gesundheitsreform aufrechtzuerhalten und auf die künftigen Anforderungen vorzubereiten. Deshalb wendet sich der Vorstand in Kürze an Gesundheitsminister Klaus Holetschek, um diese Unterstützung zu erbitten.

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