Todesfall bei Festnahme in der Oberpfalz: Obduktion bringt kein klares Ergebnis

Nuernberg , 21.02.2019..Ressort: Sonstiges Fotografie: Stefan Hippel..Mitarbeiterportrait Maria Segat
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Nürnberger Nachrichten

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Vanessa Neuss - nordbayern.de
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22.3.2022, 10:50 Uhr
Ein Mann, den die Polizei Regensburg am Sonntag hatte festnehmen wollen, ist im Verlauf des Einsatzes gestorben. 

© Uli Deck/dpa/Symbolbild Ein Mann, den die Polizei Regensburg am Sonntag hatte festnehmen wollen, ist im Verlauf des Einsatzes gestorben. 

Bei einem Polizeieinsatz im Landkreis Regensburg ist am Sonntagabend ein Mann gestorben. Der Einsatz hatte sich Grünthal, einem Gemeindeteil von Wenzenbach im Landkreis Regensburg, abgespielt.

Der Mann habe als Tatverdächtiger festgenommen werden sollen, nachdem er zuvor eine Person verletzt hatte, erklärt Thomas Rauscher, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, die nach dem Todesfall ermittelt. Woran der 31-Jährige starb, konnte bislang nicht ermittelt werden. Es konnten weder Anzeichen eines Herzinfarkts noch unmittelbaren Erstickens festgestellt werden. Intensive Gewaltanwendung war bis auf Haltespuren an den Armen nicht feststellbar. Weitere Untersuchungen wurden in Auftrag gegeben.


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Am Sonntag hatte laut Informationen der Staatsanwaltschaft gegen 19 Uhr eine Frau den Notruf gewählt und der Polizei eine Körperverletzung mitgeteilt. Ein 28-Jähriger soll dabei demnach Kopfverletzungen erlitten haben - nach Angaben der Polizei soll möglicherweise eine Eisenstange im Einsatz gewesen sein.

"Mit Gewalt" gewehrt

Der Tatverdächtige sei nach der Tat geflohen, Beamte der Polizeiinspektion Regensburg Süd hätten ihn kurz darauf antreffen können. Der Mann habe sich der Festnahme "mit Gewalt" widersetzt, so dass ein Beamter ebenfalls am Kopf verletzt worden sei, so die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

Der Verdächtige sei "zu Boden gebracht und zunächst an den Händen gefesselt" worden, als er sich weiter wehrte, sei er "auch an den Füßen gefesselt" worden. Zu diesem Zeitpunkt waren laut Angaben der Staatsanwaltschaft Regensburg auch Beamte der Polizeiinspektion Regensburg Nord mit im Einsatz.

"Währenddessen wurde der Verdächtige aus noch unbekannter Ursache bewusstlos und hörte letztlich auf zu atmen", heißt es in der Mitteilung weiter. Erste-Hilfe-Maßnahmen der Polizeikräfte und weitere Reanimationsmaßnahmen des kurz darauf eintreffenden Rettungsdienstes seien erfolglos geblieben.

Kein Tatverdacht gegenüber Beamten

Eine eindeutige Todesursache kann nach der Obduktion am Montagnachmittag nicht festgestellt werden. Bei einer chemisch-toxikologischen und feingeweblichen Untersuchung soll überprüft werden, ob der Mann möglicherweise unter Medikamenten- und/oder Betäubungsmitteleinfluss stand. Beides könnte nach Aussage des Instituts für Rechtsmedizin Erlangen in Kombination mit dem Umstand, dass der Verstorbene auf dem Bauch lag, zum Tode geführt haben.

Die Staatsanwaltschaft weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass zum derzeitigen Zeitpunkt kein Tatverdacht gegenüber den eingesetzten Polizisten besteht. Die laufenden Ermittlungen sollen fortgesetzt werden.

Dieser Text wurde am 22.3.2022 um 10.30 Uhr aktualisiert.