Für ein selbstbestimmtes Leben

Lotsen im System: Teilhabe-Beratung in Weißenburg

Markus Steiner

Redakteur

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27.10.2023, 06:00 Uhr
Heidi Pedain und Günter Frank leiten die neue Beratungsstelle der EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) in der Schwärzgasse 3, die kostenlos, niederschwelligund vertraulich ist.

© Markus Steiner, NN Heidi Pedain und Günter Frank leiten die neue Beratungsstelle der EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) in der Schwärzgasse 3, die kostenlos, niederschwelligund vertraulich ist.

EUTB – vier Buchstaben, die für Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung stehen. Ein Begriff, der etwas sperrig daher kommt, in der Praxis aber vor allem eines bedeuten soll: Hilfe zur Selbsthilfe und zu einem selbstbestimmten Leben.

Heidi Pedain und ihr Kollege Günter Frank sind überzeugt, dass sie als erfahrene und langjährige Berater Menschen mit Behinderung und deren Familien vielfältige Hilfestellungen und Antworten auf oft gestellte und drängende Fragen geben können.

Unabhängig ist die neue Beratungsstelle, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert, weil sie zu keiner Einrichtung gehört und deshalb auch frei und sogar kostenlos beraten kann.

Selbstbestimmtes Leben

EUTB-Beratungsstellen gab es andernorts bereits seit 2018 in der Projektphase. Die Stellen sind im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz zu sehen, erklärt Frank, der sich und seine Kollegin als „Lotsen im System“ beschreibt, das nicht immer für alle leicht durchschaubar ist.

Die beiden Berater wollen vor allem eines möglich machen: die Teilhabe an einem selbstbestimmten Leben – trotz des einen oder anderen Handicaps. Sie können unter anderem Tipps gegen, wo man Geld oder finanzielle Hilfen bekommen kann, wie man einen Dolmetscher oder neuen Rollstuhl beantragt oder was man tun kann, wenn ein Hilfsmittel nicht bewilligt wird.

„Unser Gebäude und unsere Beratung ist barrierefrei“, sagt Heidi Pedain und betont, dass alle EUTB-Mitarbeiter natürlich die Schweigepflicht einhalten und niederschwellig und bei Bedarf auch „aufsuchend“, das heißt im Regelfall im gesamten Landkreis auch zu Hause ihre Klienten beraten.

Die EUTB-Beratungsstelle in der Schwärzgasse 3 weiß, wie sie Ratsuchenden helfen kann, an Geld zu kommen, wie man Anträge stellen muss oder wie man Menschen mit Behinderung zu mehr Teilhabe am Leben verhelfen kann.

Zu uns kann jeder kommen und wir nehmen uns die Zeit und hören uns die Anliegen an“, sagt Günter Frank. Um die Beratungsqualität auch zu evaluieren, werde jede Beratung anonymisiert auch dokumentiert.

Termin für Detailfragen

Der Erstkontakt zu EUTB erfolgt in der Regel per E-Mail oder Telefon, dann wird normalerweise ein konkreter Termin vereinbart, bei dem erste Detailfragen geklärt werden.

„Bei uns ist jeder erst einmal richtig“, wagt Frank eine optimistische These und freut sich mit seiner Kollegin, dass es endlich auch in Altmühlfranken eine Beratungsstelle der EUTB gibt.

Kollegin Heidi Pedain betont, dass ihr vor allem „Empowerment“ wichtig sei. Auf gut Deutsch heißt das so viel wie Selbstbemächtigung“ oder auch „Selbstkompetenz“ und meint unter dem Strich die Befähigung zu einem selbstbestimmten und unabhängigen Leben – für jedes Alter und jede Behinderung.

Beide bezeichnen sich als Gerechtigkeitsfanatiker und freuen sich über möglichst viele Menschen, denen sie durch eine individuelle und sachbezogene Beratung zu mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verhelfen wollen.

„Wir beraten auf Augenhöhe, damit Sie am Ende selbstbestimmte Entscheidungen treffen können“, sagen Pedain und Frank, die jeden Montag von 10 bis 13 Uhr auch eine Telefonsprechstunde anbieten.

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