Spektakuläre Atmosphäre

"Einfach Gänsehaut": Fans des HC Erlangen feiern ihren Verein in Hamburg mit Glitzerfahnen

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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25.4.2022, 05:59 Uhr
Stimmung im HCE-Block: Mit Trommeln sorgten die Fans für die richtige Atmosphäre.

© Sportfoto Zink Stimmung im HCE-Block: Mit Trommeln sorgten die Fans für die richtige Atmosphäre.

Überbordend, überschäumend, eine sich über ein Wochenende ziehende Welle der Begeisterung: Was für eine unglaubliche Stimmung da auf sie warten würde in Hamburg, beim Final-Four-Turnier, hatten sie sich berichten lassen. Erlebt hatte die spektakuläre Atmosphäre am Sehnsuchtsort des deutschen Handballs beim HC Erlangen kaum einer vor Samstag. Das unterschied die meisten der Verantwortlichen, Spieler und vor allem Fans des HCE von den Mitbewerbern um den Pokalsieg. Es hinderte sie aber nicht, mit- und gegenzuhalten. Auch wenn die Sensation beim 22:30 im Halbfinale gegen übermächtige Magdeburger ausblieb, erlebten Erlangens Verantwortliche, Spieler und vor allem Fans am Wochenende etwas, was ihnen in Erinnerung bleiben wird.

"Wir wollen das einfach nur genießen", hatte Carsten Bissel, der Aufsichtsratschef des HC Erlangen, im Vorfeld erklärt. Vor der Lustreise in die Barclays Arena, in der seit 1994 und letztmals vor dem Umzug der Veranstaltung vor 13000 Zuschauern der Cup-Gewinner ermittelt wurde.

Erlangen war erstmals dabei - und trotz Halbfinal-Aus happy. "Für uns war dies die Krönung einer mega Pokalsaison", sagt Angelika Elfinger, die Erste Vorsitzende des Fanklubs "Der 8. Mann", wenn sie auf die Erlebnisse mit Erlangens Handballern bis zum Spektakel in Hamburg zurückblickt. "Das Weiterkommen gegen Flensburg, damit hatten nur wenige gerechnet. Das Spiel gegen Wetzlar in der Hiersemannhalle? War unfassbar. Und auch der Erfolg bei ambitionierten Gummersbachern einfach Gänsehaut."

Entspannt und rechtzeitig angereist wären sie, erzählt Elfinger. Entspannt und ebenfalls noch rechtzeitig angereist war auch Florian Janik, Erlangens Oberbürgermeister, der am Samstagmorgen in den ICE 682 Richtung Hamburg stieg. Und davor noch am Gleis in Nürnberg über ansteigende Stimmung und Anspannung berichtete.

Mit dabei unter den über 1000 HCE-Fans, die singend, hüpfend und 800 rote und blaue Glitzerfahnen schwenkend Anteil daran hatten, dass ihr Lieblingsverein zumindest in der Anfangsphase bockstarken Magdeburgern energisch Paroli bot. War natürlich auch Bernd Kofler, der Kopf der "Supporters Crew", der Fan-Gruppierung, die auch als Magdeburg davonzog, noch bis zur Besinnungslosigkeit trommelte. Freilich: Überragend sei die Sache in Hamburg schon gewesen, "eine Riesengeschichte". Mit den Vorkenntnissen aus den vergangenen Spielen gegen den SCM, die der HCE enger oder sogar für sich gestalten konnte, habe zumindest er sich "aber schon etwas mehr ausgerechnet", gesteht Kofler ein.

Und dennoch hatten er und die Supporters Crew eine "tolle Zeit" in Hamburg, die sie aktiv gestalteten. Auf der Reeperbahn am Vorabend des Halbfinales ebenso wie in der Barclays Arena. "Wir haben das spezielle Feeling von Hamburg genossen", sagt Kofler, der auch die Maximalunterstützung der Magdeburg-Fans hervorhebt. "Da zieht jeder mit, das ist atmosphärisch das Maß aller Dinge" begeistert sich der in Begeisterungsfragen Fachkundige darüber, wie unerbittlich die 1500 bis 2000 SCM-Fans ihrem Team ins Endspiel halfen. In einer Lautstärke, die befürchten ließ, das Hallendach würde abheben.

Glitzerfahnen in den richtigen Farben hatten die Fans aus Erlangen mitgebracht.

Glitzerfahnen in den richtigen Farben hatten die Fans aus Erlangen mitgebracht. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Auch Angelika Elfinger war beeindruckt vom Auftritt der Schlachtenbummler aus Sachsen-Anhalt. "Da müssen wir auch hin", sagt sie. Der HCE und seine Anhänger haben trotzdem Spaß gemacht. Mehr noch: "Beeindruckend wie fest unsere Fans hinter uns stehen", hatte Geschäftsführer René Selke im Vorfeld des Halbfinales hervorgehoben. "Natürlich spürt man das, gibt das unfassbar Energie", ließ Johannes Sellin vor der Partie ausrichten.

"Wir können trotzdem stolz sein, was wir im Pokal geleistet haben und auf unsere tollen Fans", erklärte HCE-Torwart Martin Ziemer nach dem Spiel. "Gefühlt war ganz Erlangen da", sagte Ziemer. "Leider hat es nicht gereicht gegen einen sehr starken Gegner", ergänzte er. Übelnehmen wollte das tapferen HCE-Akteuren am Samstag keiner. Auch nicht am Abend, als man mit 100 geladenen Gästen im 20. Stock des "Penthouse Elb-Panorama" einen schönen Tag in Hamburg ausklingen ließ. Und auf einen Meilenstein der Vereinsgeschichte und eine überbordende Stimmung in der Barclays Arena zurückblickte.

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