Löwen-Bändigen im Kollektiv

Jung, ausverkauft und auch erfolgreich? Darum füllt der HC Erlangen die Arena

Andreas Pöllinger

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8.3.2024, 16:59 Uhr
"Als Hartmut gesagt hat, du kommst jetzt rein": Tobias Buck steht für seinen zweiten Profi-Einsatz vor über 8000 Zuschauern im Team von HCE-Coach Mayerhoffer bereit.  

© IMAGO/Eibner-Pressefoto / Claudius Rauch "Als Hartmut gesagt hat, du kommst jetzt rein": Tobias Buck steht für seinen zweiten Profi-Einsatz vor über 8000 Zuschauern im Team von HCE-Coach Mayerhoffer bereit.  

Neu ist die Erfahrung nicht. Helfen soll sie allemal. Wenn der HC Erlangen am Samstag (19 Uhr) die Rhein-Neckar Löwen am Kurt-Leucht-Weg begrüßt, ist die Arena bei einem HCE-Heimspiel erstmals seit Corona vollständig ausverkauft. Die 8000-Zuschauer-Marke hat Frankens Handball-Erstligist zu Wochenbeginn schon geknackt, eine zusätzliche Tribüne bietet 216 weiteren Fans Platz.

Arithmetik im Abstiegskampf

"Mit dieser riesigen Unterstützung rechnen wir uns natürlich etwas aus", sagt Geschäftsführer René Selke, dessen HCE im Abstiegskampf weiter rechnen muss. "Jeder Punkt zählt da doppelt", formuliert Selke, arithmetisch nicht ganz sauber, vor dem Muskelspiel mit Mannheim die reine Wahrheit.

Dass es gut wäre, gegen den Tabellenelften die Maximalpunktzahl einzustreichen und so den emotionalen Heimsiegen gegen Lemgo und Hamburg einen weiteren folgen zu lassen, versteht sich von selbst. Dass eine Maximalzahl von Löwenbändigern dabei helfen will, auch. Von der Wucht der Arena und den freigesetzten Extraprozenten hatte auch die unglückliche Niederlage gegen Wetzlar gezeugt, als die Arena wieder einmal selbst zum Erlebnis wurde.

Mit 5346 Zuschauern im Schnitt grüßt der HCE aus der oberen Tabellenhälfte. Ein Sieg würde Erlangen im unteren Tabellendrittel durchatmen lassen. Mehr noch: Gegen die Kurpfälzer könnte er in einer durchwachsenen Saison zum Gesundbrunnen werden. Und auch die zu weiteren Arena-Besuchen animieren, die Erlangens Erstligisten erstmals vor Ort erleben.

Von einer neuen Erfahrung wird dann auch Tobias Buck berichten, der nach seinem Profi-Debüt in Berlin bereits von einem einzigartigen Erlebnis sprach. Kurz durfte der 19-Jährige aus Puschendorf, der seit der C-Jungend für den HCE spielt, beim 32:39 in der Hauptstadt ran. "Als Hartmut gesagt hat, du kommst jetzt rein, hatte ich gar nicht groß Zeit, nachzudenken. Noch zwei Anweisungen und schon ist man auf der Platte", rekapituliert Erlangens Eigengewächs seinen Reifeprozess im Eilverfahren. "Man merkt, wie viel wirklich los ist in der Halle. Lässt alles auf sich wirken. Und versucht, sich auf sein Spiel zu konzentrieren", ergänzt der auch künftig in den Profibetrieb Einbezogene, auf den nun der nächste Ü8000-Auftritt wartet.

Nach zweieinhalb Minuten war der in Berlin vorbei. Der 42 Jahre alte Hans Lindberg hatte dem jungen Buck eine Zeitstrafe aufgezwungen. "Unfassbar clever" habe Lindberg das gemacht, sagt der Debütant, der 488 Spiele und 3040 Tore in der Bundesliga weniger vorweist als der Däne.

Bekam von den HCE-Fans und den Mitspielern schon gegen Hamburg Extra-Applaus: Tim Gömmel. 

Bekam von den HCE-Fans und den Mitspielern schon gegen Hamburg Extra-Applaus: Tim Gömmel.  © IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr

Dass mit Tim Gömmel, Stephan Seitz und ihm beim HCE immer mehr Talente in den Vordergrund rücken, sei derweil ebenfalls auffällig. Und neben dem, dass mit den Löwen "eine tolle und als Gegner attraktive Mannschaft kommt", einer der Gründe, der die Massen in die Arena treibt. "Beim Debüt von Tim hat man gemerkt, dass die Halle sofort laut war. Die Fans freuen sich, wenn junge Spieler aus der Region Chancen kriegen, frischen Wind in die Mannschaft bringen und Identifikationsfiguren für den HCE sein können", glaubt Buck.

Klares Ziel gegen Juri Knorr

Volle Kraft voraus, so der mit Riesenkulissen dann Vertraute, kann das Motto gegen Mannheim nur sein. "Wir dürfen nicht schüchtern auftreten", fordert er vor dem Duell mit der Löwenprominenz um Spielmacher Knorr, die in diesem Winter schon oft bezwungen wurde. "Mit diesem Rahmen und den Fans im Rücken kann es nur ein Ziel geben", sagt Buck vor der Kollektivanstrengung mit Signalkraft: "Das muss der Sieg sein."

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