Erlangens Saisonabschluss steht an

Mundabputzen nach Minden: Ein Sieg soll für den HCE noch her

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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10.6.2022, 12:29 Uhr
Er ist einer der Spieler, die am Sonntag in Nürnberg verabschiedet werden: Abwehrspezialist Petter Overby, der wie beim Final-Four-Turnier in Hamburg dann auf rotgekleidete HCE-Fans treffen wird. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Er ist einer der Spieler, die am Sonntag in Nürnberg verabschiedet werden: Abwehrspezialist Petter Overby, der wie beim Final-Four-Turnier in Hamburg dann auf rotgekleidete HCE-Fans treffen wird. 

Dass der HC Erlangen eben zum zweiten Mal binnen weniger Tage eine bittere Auswärtsniederlage hatte hinnehmen müssen, merkte man ihm nach dem Spiel in Minden an. "Die Enttäuschung ist groß", berichtete Raul Alonso, der Coach, aus der Kabine der Gäste. Und aus dem eigenen Seelenleben.

Ferlin und fast der Ausgleich

In der Schlussminute hatte Patrik Leban aus HCE-Sicht noch einmal den Anschluss hergestellt. Klemen Ferlin zeigte sich kurz darauf zum wiederholten Male reaktionsschnell und Sekunden vor der Schlusssirene bei einem weiten Vertikalpasss fast sogar als finaler Vorlagengeber. Weil sich statt der vehement nach vorne gestarteten Sellin und Overby aber Mindens Tomas Urban den Ball griff, wurde es nichts mit dem Ausgleich zum 28:28. Dafür aber etwas mit dem faktisch feststehenden Klassenerhalt des Gegners.

Gratulationen sollte GWD im Nachgang auch von Raul Alonso erhalten. In der Vorschau: für mindestens ein weitere Jahr Mindener Erstliga-Handball. Und in der Rückschau darauf, dass die Grün-Weißen - wie von Alonso auch angekündigt - "alles reinwarfen, was sie hatten".

In einem vom jeweiligen Zwischenstand her zähen Kampf hatte der HC Erlangen GWD in beiden Deckungsvarianten eigentlich ganz gut im Griff. Als Manko in Minden? Erwies sich, "dass wir in der Summe vorne nicht effektiv genug waren", monierte der HCE-Coach. Acht Fehlwürfe und vier technische Fehler zählte Alonso in den letzten 20 Minuten. Mit der mangelnden Abgeklärtheit im Druckkessel der Kampa-Halle habe man sich in der Offensive selbst das Leben schwer gemacht, erklärte Erlangens Trainer.

"Letztendlich sind wir heute an handballerischen Elementen gescheitert", konstatierte der Coach, der seiner Mannschaft von der Einstellung und Kampfkraft her aber keinerlei Vorwurf machen wollte. Etwas, was schon bei der knappen Niederlage in Hannover galt. Nach zwei Spielen also, in denen die Gäste jeweils "das Gefühl hatten, auch mit vier Punkten nach Erlangen zurückkommen zu können".

Balingen und Schluss

Lange Zeit, um sich zu grämen, hat der HCE derweil nicht. Wenn man am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) in der letzten der 34 Bundesliga-Runden HBW Balingen-Weilstetten empfängt, möchte man sich "mit einem Sieg und einem guten Spiel belohnen und den Fans für die Unterstützung danken". Seine Mannschaft - ist sich Alonso sicher - werde "alles Erdenkliche tun, um sich aus einer langen Saison bestmöglich zu verabschieden".

Zuversichtlich, dass dem HCE der Abschluss der Spielzeit gelingt, ist auch René Selke. Eine charakterstarke Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde kämpfte, hatte auch der Geschäftsführer der Gäste in Minden gesehen. Am Ende wäre dieser "ein bisschen die Kraft ausgegangen", sagte Selke. Verwunderlich sei das nicht gewesen. "Wenn der komplette Rückraum nahezu durchspielen muss und in der Crunchtime auch daher die Kräfte schwinden, gerät der ein oder andere Pass oder Wurf manchmal eben ein paar Zentimeter zu ungenau", hakt der Frontmann des HCE die Niederlage ab, die Erlangens Kotrahenten vom kommenden Sonntag in die Zweitklassigkeit zwingt.

Verabschiedung, Vereinshymne und dann noch Bergkirchweih

Mundabputzen nach Minden? Bange vor der Partie gegen Balingen ist ihm nicht, sagt Selke. Im Gegenteil. Eine starke Performance und ein Sieg seien die Ziele in einem "noch einmal emotionalen Spiel". Einer Partie, welche in ihrem Zusatzprogramm die Verabschiedung verdienter Akteure, die Versteigerung der roten Sondertrikots zugunsten der Ukraine-Hilfe und auch die Präsentation der Vereinshymne miteinschließt.

Nach einer wahrscheinlich spannenden Begegnung mit Balingen, das Erlangen bereits in der Vergangenheit häufig Bestleistungen abverlangte, wollen sie beim HCE gemeinsam mit den Anhängern feiern. Nach einem Heimsieg und einer anstrengenden Saison im stimmungsvollen Ambiente der Arena am Kurt-Leucht-Weg. Und anschließend auch bei einem Kaltgetränk auf der Bergkirchweih, deren Symbiose mit dem HCE man bei der Red Party zum Abschluss der Spielzeit verdeutlichen möchte. Die bittere Niederlage in Minden soll spätestens dann vergessen sein.

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