Handballer qualifizieren sich

Olympische Spiele in Paris! Christoph Steinert vom HC Erlangen erfüllt seinen Auftrag

17.3.2024, 17:47 Uhr
Auf nach Paris: Alfred Gislason freut sich mit Christoph Steinert.

© Gerhard Koffler, Imago Images Auf nach Paris: Alfred Gislason freut sich mit Christoph Steinert.

Die Olympia-Party startete mit der Schlusssirene. Völlig losgelöst stürzten Deutschlands Handballer nach der erfolgreichen Qualifikation für die Sommerspiele in Paris über das Parkett und feierten den 34:31 (18:15)-Sieg gegen Österreich mit einem ausgelassenen Jubeltanz. Mittendrin: Christoph Steinert vom HC Erlangen.

„Ich bin nicht mehr der Allerjüngste und würde schon gerne noch mal zu Olympia“, hatte der 34-Jährige vor dem Auftakt des Mini-Turniers gesagt. Und einen klaren Arbeitsauftrag für sich daraus abgeleitet. „Mir ist also selbst daran besonders gelegen, dass das hier gelingt.“ Zwei Treffer von der Sieben-Meter-Linie trug Steinert zum wichtigen Sieg bei. Noch im Januar hatte sein Wurf gegen Österreich bei der Heim-Europameisterschaft einen Punkt erbracht. Beim Sieg gegen Algerien und der Niederlage gegen Kroatien hatte der Erlanger jeweils einmal getroffen.

Ein U21-Weltmeister ist "unglaublich stolz"

Nur Bundestrainer Alfred Gislason, dessen Vertrag sich bis zur Heim-WM 2027 verlängert, blieb gewohnt zurückhaltend. Mit vor der Brust verschränkten Armen verfolgte der Isländer fast emotionslos die Ehrenrunde seiner DHB-Profis, die von den 10.099 Fans in Hannover lautstark gefeiert wurden. „Es war schön, diese Leistung zu sehen. Das Feuer ist da in der Mannschaft“, lobte Gislason den Auftritt des EM-Vierten, der das Qualifikationsturnier auf Rang zwei hinter Kroatien beendete. „Ich fühle große Erleichterung. Es war das erwartet schwere Spiel“, frohlockte Torwart Andreas Wolff und lobte: „Die Jungs haben Moral gezeigt. Wir haben verdient gewonnen.“

Julian Köster und Renars Uscins waren am Sonntag mit jeweils acht Toren beste Werfer für die deutsche Auswahl, die nach dem 30:33 gegen die Kroaten am Vortag mächtig unter Druck gestanden hatte. „Ich bin unglaublich stolz. Wir haben einen riesigen Fight geliefert“, sagte U21-Weltmeister Uscins. Für das DHB-Team ist es die dritte Olympia-Teilnahme nacheinander. 2016 holte Deutschland in Rio de Janeiro Bronze. In Tokio war im Viertelfinale Schluss. Olympiasieger wurde eine deutsche Mannschaft erst einmal. Die DDR-Auswahl triumphierte 1980 im legendären Finale gegen die Sowjetunion.

Mit guten Leistungen beim HC Erlangen nach Paris

Durch die Qualifikation herrscht auch in der Bundestrainer-Frage endlich Gewissheit. Gislason, der in den vergangenen Tagen gereizt auf Fragen zu seiner Zukunft reagiert hatte, bleibt bis Februar 2027 im Amt. „Ich war etwas genervt von den Nachfragen“, räumte er ein. In Hannover hatte der Isländer seinen Job auf Bewährung erledigt. Hätte das DHB-Team das Paris-Ticket nicht gelöst, wäre Gislasons Zeit beim DHB vorbei gewesen. „Ich freue mich sehr, die Mannschaft weiter zu betreuen. Ich denke, sie wird von Jahr zu Jahr besser werden“, sagte der 64-Jährige, der das Amt im Februar 2020 übernommen hatte. „Es freut uns sehr, dass wir mit Alfred weitermachen. Wir haben schon vor dem Turnier gesagt, dass er der richtige Trainer ist“, bekräftigte Torwart-Routinier Wolff.

Gislason hat nun vier Monate Zeit, um aus einer verunsicherten Mannschaft einen ernst zu nehmenden Medaillenkandidaten zu formen. Steinert will sich dafür mit guten Leistungen für den HCE bewerben. Es wäre die erste Olympia-Teilnahme für den spätberufenen Nationalspieler. Beim Fünf-Ringe-Turnier in Frankreich könnte sich für Handball-Deutschland eine doppelte Chance bieten. Auch die Frauen kämpfen im April mit Slowenien, Paraguay und Montenegro um ihr Olympia-Ticket. Die Qualifikation der Kollegen sollte Ansporn genug sein.

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