Phasenweise auf Augenhöhe

Raus mit Applaus! Der HCE verarbeitet seinen Hamburg-Ausflug

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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24.4.2022, 12:55 Uhr
Zufrieden? Nur zum Teil. Martin Ziemers HC Erlangen verpasste es im Pokal-Halbfinale, den großen Favoriten noch etwas mehr zu ärgern. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Zufrieden? Nur zum Teil. Martin Ziemers HC Erlangen verpasste es im Pokal-Halbfinale, den großen Favoriten noch etwas mehr zu ärgern. 

Einen hochverdienten Halbfinal-Erfolg nannte auch der Trainer des HC Erlangen das 30:22 (17:13) für den nicht grundlos so siegerprobten SC Magdeburg im Halbfinale des diesjährigen Pokalwettstreits. Teilweise "fantastisch und überragend", nah dran an der Perfektion hatte der SCM agiert. "Es hätte besser laufen müssen" in Hamburg, um das aufzufangen, sagte Raul Alonso.

Historisch zu erklären war dies zum Teil. Der SCM hat mehrere Briefköpfe gefüllt mit Titeln. Auch rückseitig. In DDR-Zeiten, in der Jetzt-Zeit, zum sechsten Mal stand er am Sonntag beim Final Four im Endspiel. Um dieses gegen den THW Kiel überraschend und auch noch überraschend deutlich 21:28 (13:12) zu verlieren.

Wie es sich anfühlt in der Barclays Arena, aus welcher das Final Four nun umziehen wird in Richtung Köln, wusste Magdeburg, das den laufenden Bundesliga-Betrieb dominiert. An einem für den HCE nur ordentlichen Pokal-Samstag war es schlicht besser als Erlangens Vorzeigeverein, der sich bei einem bislang blankem Briefkopf dennoch Hoffnung auf das "Wunder von Hamburg" gemacht hatte.

Beinahe wäre der Underdog sogar in Führung gegangen. Doch Johannes Sellin ließ die Chance dazu nach Christopher Bissels etwas ungenauem Seitenwechsel ungenutzt. Martin Ziemer parierte ein ums andere Mal großartig. Auf der Gegenseite wollte Schlussmann Jannick Green dem aber nicht nachstehen. Und pushte bei gleichbleibender Trefferquote die Fans des Favoriten.

"Man muss akzeptieren, dass..."

Wie groß die Enttäuschung war? Das beantwortete Martin Ziemer, Erlangens reaktionsschneller Keeper des zweiten Durchgangs, nach dem Spektakel vor 13.000 Zuschauern analytisch. "Man muss akzeptieren, dass Magdeburg der verdiente Sieger ist. Sie haben es auf den Punkt gebracht. Es gab Phasen in der ersten Hälfte, in denen wir gut Paroli geboten haben."

Technische Fehler hätten dem klaren Favoriten dann aber leichte Tore und die Spielentscheidung ermöglicht. "Das war Wasser auf Magdeburgs Mühlen", gestand Ziemer ein.

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