Vor dem Neustart in Bremerhaven

Das Chaos hat ein Ende für die Ice Tigers (vielleicht)

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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15.12.2021, 15:06 Uhr
Was Charlie Jahnke kontrollieren kann: Dem täglichen Ice Tigers-Training mit einem Lächeln begegnen. 
 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, NN Was Charlie Jahnke kontrollieren kann: Dem täglichen Ice Tigers-Training mit einem Lächeln begegnen.   

Tom Rowe redet. Charlie Jahnke schießt. Marko Friedrich und Andrew Bodnarchuk sind mit auf dem Eis. Lukas Ribarik zunächst auch. Oliver Mebus skatet hart, um wieder in Form zu kommen. Es wird gelacht. Meist ist Dane Fox dafür verantwortlich. Abgesehen davon, dass es wieder voller wird, wenn die Ice Tigers trainieren, ist alles wie immer. Und genau das ist das Problem.

„Es ist chaotisch. Mal haben wir in zehn Tagen fünf Spiele. Jetzt haben wir zum zweiten Mal in zwei Wochen kein einziges. Aber wir können das nicht ändern“, sagt Charlie Jahnke nachdem er eine halbe Stunde nach dem offiziellen Trainingsende und diversen Schussübungen vom Eis geht. „Wir können nur kontrollieren, was wir kontrollieren können – und das ist, uns auf die Spiele vorzubereiten, die jetzt da endlich wieder kommen.“ Am Donnerstag machen sich die Ice Tigers auf den langen Weg nach Bremerhaven, wo sie am Freitagabend (19.30 Uhr/MagentaSport) die Fischtown Pinguins herausfordern.

Pilu fehlt und spielt zugleich

Am Sonntag vor einer Woche hatten sie exakt diese Pinguins mit 4:3 besiegt, weil Gregor MacLeod, Patrick Reimer und Julius Karrer acht Sekunden vor dem Ende Eleganz, Kreativität und Kaltschnäuzigkeit vereinten. Es war das großartige Ende eines eher mittelmäßigen Spiels in einer leeren Halle. Weil es von diesen Spielen möglichst wenige geben soll, versuchen nicht nur die Ice Tigers ihre Heimspiele zu verschieben – in eine Zeit nach der aktuellen Variante des bayerischen Infektionsschutzgesetzes. Die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass im Januar wieder Zuschauer in große Hallen dürfen, wird ebenso wenig gestellt, wie die Frage, inwiefern Omikron noch einmal alles verändert. Es geht um Hoffnung und darum, den Klubs wichtige Einnahmen zumindest teilweise zu sichern. Für die Mannschaft der Ice Tigers geht es darum, derweil den Fokus nicht zu verlieren.

In der kommenden Eishockeywoche treten sie viermal an: in Bremerhaven am Freitag, am Sonntag (14 Uhr) und am Dienstag (19.30 Uhr) zweimal in Folge zu Hause, weil weder EHC Red Bull München noch die Kölner Haie auf den Nürnberger Wunsch eingegangen sind, auch diese Spiele zu verlegen, und am Donnerstag vor Heiligabend in Bietigheim. Die Kunst ist also, die Mannschaft hart trainieren zu lassen, aber vor den harten Tagen nicht zu sehr zu erschöpfen. Vor allem auch die Covid-Rückkehrer Friedrich und Bodnarchuk, vor allem die Verteidiger, die weiter ohne Oliver Mebus und neuerdings ohne Fabrizio Pilu (U20-WM) auskommen müssen. Mal gelingt das Tom Rowe, mal nicht.

„Heute waren sie zum ersten Mal platt, richtig platt“, sagte der Cheftrainer nach dem Training am Dienstag. „Aber das ist okay, die Tage zuvor waren anstrengend.“ Und als ob sie ihren Coach beeindrucken wollten, sind sie dann fast alle noch länger auf dem Eis geblieben. Sie trainieren, offenbar ganz gerne.

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