Mit Selbstbewusstsein, ohne Leonhardt

Erstkontakt mit einem Schäuferla: Die Ice Tigers trainieren wieder

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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30.7.2022, 11:00 Uhr
Prost: Die erste Vorbereitung der Ice Tigers unter Coach Tom Rowe beginnt im Gasthaus. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Prost: Die erste Vorbereitung der Ice Tigers unter Coach Tom Rowe beginnt im Gasthaus. 

Wann geht es los?

Sie waren in Schottland, Portugal, Las Vegas oder zu Hause an einem See in Kanada. Am Sonntagnachmittag aber treffen sie alle wieder zusammen, zunächst am Arbeitsplatz in der Arena, dann geht es auf Einladung eines Sponsors gemeinsam Essen. Für Luke Green, den neuen Verteidiger aus Ontario, folgt der Erstkontakt mit einem Schäuferla. Am Montag und Dienstag stehen dann Leistungstests und Fototermine an. Am Mittwoch kommt der Ice Tigers-Jahrgang 2022/2023 zum ersten Mal auf dem Eis zusammen.

Sind alle dabei?

Nein. Danjo Leonhardt hat zunächst Besseres vor. Der 19 Jahre junge Stürmer, der im Frühjahr bereits in den Kreis der Männernationalmannschaft geladen worden war, zählt zum deutschen Aufgebot für die U20-WM in Edmonton. Dort hatte man im Dezember 2021 schon einmal versucht, einen Weltmeister zu finden. Mehrere Corona-Ausbrüche aber ließen ein faires und verantwortungsbewusstes Turnier nicht zu. Tom Rowe und Leonhardt kennen sich bereits, auf dem Papier hat der Cheftrainer der Ice Tigers den gebürtigen Niedersachsen als Mittelstürmer der dritten Reihe eingeplant. Den wird er allerdings erst in der vierten Woche der Vorbereitung einnehmen können.

Trainieren die nur bis zum ersten Saisonspiel am 16. September in Straubing?

Nein, natürlich nicht. Die Ice Tigers nehmen an zwei Turnieren teil, zunächst beim Gäubodenvolksfestcup in Straubing (am 19. August zunächst gegen Ingolstadt, dann im kleinen oder im großen Finale am 21. August). Am Mittwoch danach geht es zu einem Kurztrainingslager nach Südtirol, das mit zwei Spielen endet (Samstag gegen den HC Bozen, Sonntag gegen den HC Pustertal). Am Freitag, den 9. September, steht noch ein Test in Schwenningen an.

Die Ice Tigers sind also erneut nicht zu Hause zu sehen?

Ebenfalls: nein. Mit dem BMW Cup 2022 belebt der Klub in der Arena Nürnberger Versicherung ein internationales Vorbereitungsturnier wieder. Am Samstag, den 3. September (18 Uhr), empfangen die Ice Tigers den sogenannten EV spusu Vienna Capitals. Am Sonntag folgt erneut ein kleines oder großes Finale (gegen den HC Energie Karlovy Vary oder gegen die Steinbach Black Wings Linz).

Nach einer überraschend starken Saison sind die Ice Tigers in der ersten Playoffrunde an der Düsseldorfer EG gescheitert. Haben sie sich seitdem verbessert?

Das ist Ende Juli seriös natürlich nicht zu beantworten. Manche werden es trotzdem versuchen und den Ice Tigers wahrscheinlich keine guten Chancen auf eine Playoff-Teilnahme einräumen. Verlassen haben die Ice Tigers der Texaner Chris Brown und der Immer-mal-wieder-Nationalspieler Tim Bender (beide Iserlohn). Der junge Verteidiger Fabrizio Pilu ist zurück in Mannheim, Marko Friedrich trägt künftig das Trikot des ERC Ingolstadt. Die beiden Torhüter Alex Dubeau (Nottingham) und Ilya Sharipov (Crimmitschau/DEL2) haben nicht nur Nürnberg, sondern gleich die DEL verlassen. Dafür kehrt mit Roman Kechter der Kapitän der deutschen U18-Nationalmannschaft nach Nürnberg zurück. Wie Leonhardt gilt er als großes Talent und soll von Rowe jede Gelegenheit bekommen, das auch zu beweisen. Torhüter Leon Hungerecker kommt von den Eisbären Berlin als deutscher Meister, in der Hauptstadt war er die Nummer drei und sammelte in der DEL2 viel Spielpraxis. Und dann ist da noch Luke Green, ein hochveranlagter Verteidiger, der im Profibereich den Durchbruch bislang noch nicht geschafft hat. Genau das hatte man vor einem Jahr auch über Tyler Sheehy, Gregor MacLeod und Nick Welsh geschrieben.

Also?

Die Ice Tigers hoffen, allein durch die Entwicklung ihrer jungen Spieler besser zu werden. In der DEL ist das ein ungewöhnliches Konzept. Mit Rowe als Cheftrainer vom ersten Spieltag an sollte das möglich sein. Der 66 Jahre alte Kanadier hat bereits ab Oktober 2021 bewiesen, dass er dem Klub und Spielern wie Tim Fleischer, Sheehy, MacLeod und Welsh ein neues Selbstbewusstsein zu geben vermag. Meister, so wie das Rowe für die kommenden drei Saisons angekündigt hat, werden die Ice Tigers nicht. Dahinter ist alles möglich.

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