Turniersieger aus Nürnberg

Ice Tiger Weber über seine Zeit als Kapitän des Nationalteams

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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15.11.2022, 14:41 Uhr
Ein Moment fürs Familienalbum: Marcus Weber präsentiert die Trophäe für den Sieg beim Deutschland Cup. 

© IMAGO/Anke Waelischmiller, NN Ein Moment fürs Familienalbum: Marcus Weber präsentiert die Trophäe für den Sieg beim Deutschland Cup. 

Den Vorsprung verteidigen. Auch das dritte Spiel gewinnen. Den Pokal entgegen nehmen. Fotografiert werden. Feiern, zumindest kurz. Duschen. Und zurück nach Nürnberg fahren.

Der Sonntag eines Nationalmannschaftskapitäns unterscheidet sich nicht grundsätzlich vom üblichen Sonntag eines DEL-Profis. Marcus Weber hat das erfahren dürfen. Aber natürlich sprach er danach „von einer großen Ehre“, vor allem aber von einer unerwarteten Ehre. Erst kurz vor dem abschließenden Spiel des Deutschland Cups erfuhr Weber, dass sein Trikot das C zieren würde. „Ich hoffe sehr, dass das nicht nur mit meinem Alter zu tun hatte.“

Weber ist seit dem 2. November 30 Jahre alt, in Krefeld waren nur Torhüter Dustin Strahlmeier (30), der ehemalige Ice Tigers-Kollege Marco Nowak (32) und der aktuelle Ice Tigers-Kollege Daniel Schmölz (30) älter. Toni Söderholm aber wählte Weber aus, was man durchaus als Zeichen werten darf – wenn man nicht Marcus Weber ist. Der Verteidiger, gebürtiger Garmischer, seit 2013 in Nürnberg wohnhaft, verschwendet keinen Gedanken an das nächste Großereignis mit der Nationalmannschaft. Im Mai 2023 steht erneut eine WM auf dem Programm, erneut in Finnland (und Lettland). „Bis dahin kann noch viel passieren.“

Schmölz trifft - auch seinen Gegner

Zum Turniersieg in Krefeld aber hat Weber schon einmal in verantwortungsvoller Position beigetragen und sich bei den überzeugenden Siegen, wenngleich nicht gegen auf höchstem internationalen Niveau spielende Dänen, Österreicher und Slowaken für weitere Einladungen angeboten. Bislang hatte er das auf dieser Bühne nicht beweisen dürfen. Das Nationaltrikot trug er zwar bereits fünf Mal, allerdings während zwei langer WM-Vorbereitungsphasen. Im November 2022 aber finden sich nurmehr wenige deutsche Verteidiger, die stabiler wirken als Weber.

Weber war ein verlässlicher Verteidiger, der es zwei-, dreimal pro Spiel an der Bande krachen ließ. Neuerdings lässt er es immer noch krachen, ist aber auch sonst präsenter. Er selbst macht Tom Rowe für diese Entwicklung verantwortlich. Der Cheftrainer spreche viel mit ihm, beziehe ihn immer wieder in seine Überlegungen mit ein. Dass davon nicht nur Weber profitiert, war auch in Krefeld zusehen. Danjo Leonhardt und Tim Fleischer trafen je einmal, Daniel Schmölz sogar zweimal und mit seinen Schlägen auch einen Österreicher, weshalb Spiel zwei für den Nürnberger Torjäger schnell vorbei.

Jetzt denken sie alle nach zwei freien Tagen wieder an die Ice Tigers, an das Auswärtsspiel am Freitag (19.30 Uhr) in Köln. „Die WM ist kein Thema“, sagt Weber, „auch wenn das wischiwaschi klingt.“ Das Ziel aber bleibt, auch weil er das Trikot mit dem C nicht nach Hause nehmen durfte. Das bleibt beim DEB Neulingen und WM-Teilnehmern vorbehalten.

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