Nachruf

Ernst Müller: Der größte Sportschütze der Stadt Erlangen ist gestorben

10.1.2022, 06:00 Uhr
Der Erlanger Sportschütze Ernst Müller ist gestorben: Hier ein Foto aus seiner Zeit als Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft.

Der Erlanger Sportschütze Ernst Müller ist gestorben: Hier ein Foto aus seiner Zeit als Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Geboren wurde Ernst Müller am 14. Januar 1935 in Würzburg, von wo er, wie er immer scherzhaft sagte, im Alter von einem Jahr nach Erlangen verschleppt wurde. Als Mitglied bei der Königlich Privilegierten Hauptschützengesellschaft (HSG) Erlangen hat er zahlreiche Erfolge erzielt.

Nur vier Monate nach seinem Einstieg in den Schießsport wurde er im Jahr 1968 bereits Bayerischer Meister mit der Freien Pistole. Daraufhin wurde er in den Bayernkader aufgenommen und nahm gleich an vier Länderkämpfen teil. Ein Jahr später wurde er zum Qualifikations-Schießen für die A-Nationalmannschaft nach Wiesbaden eingeladen, bei dem zwölf Schützen gegeneinander antraten. Müller gewann souverän, und bestritt daraufhin 26 Länderkämpfe für Deutschland und 16 für Bayern.

Bekam auch den Ehrenbrief der Stadt Erlangen: Ernst Müller.

Bekam auch den Ehrenbrief der Stadt Erlangen: Ernst Müller. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Zudem nahm er an acht Weltmeisterschaften und drei Europameisterschaften teil, erhielt den Olympiapass für die Olympiade 1972 in München, und war bei der Weltmeisterschaft 1974 sogar Mannschaftsführer der Deutschen Nationalmannschaft. Es gelang ihm sowohl Weltmeister als auch Europameister zu werden. Von 1968 bis 1977 zählte er zu den jahresbesten Sportlern in der Stadt Erlangen.

Eine Auszeichnung: Sport-Ehrenbrief der Stadt Erlangen

Seit 1970 war Ernst Müller auch ehrenamtlich für den Schützensport da. Unter anderem war er fast 30 Jahre lang Übungsleiter im Bezirk Mittelfranken und im Schützengau Erlangen, war Mitglied im Prüfungsausschuss für Waffensachkunde, und von 1998 bis 2003 war er auch Schützenmeister in seiner HSG Erlangen. 40 Jahre lang war er zudem der Zugführer beim Vogelschießen der HSG, deren Vogelkönigswürde er 1992 auch errang.

Der Verstorbene war nicht nur gesellig und in der Stadt außerordentlich bekannt und beliebt, sondern ein echter Menschenfreund. Für das große ehrenamtliche Engagement bekam Müller 2001 den Sport-Ehrenbrief der Stadt Erlangen.

Im Hauptberuf: Chef der Kripo

Im Hauptberuf war Müller seit 1959 bei der Erlanger Polizei, und von 1987 bis 1995 Chef der Kripo. Natürlich gewann er mit der Pistole auch etliche Deutsche und Bayerische Polizeimeisterschaften. 1995 nach 41 Dienstjahren wurde Müller in den Ruhestand verabschiedet, den er mit seiner Ehefrau Siglinde vor allem in seinem Haus in Buckenhof verbrachte.

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