Frodeno steigt aus, Ditlev gewinnt

Der Challenge lebt: Haug und ein junger Däne gewinnen bei der Rückkehr der Emotionen

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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3.7.2022, 14:20 Uhr
Schüchtern und unfassbar schnell: Magnus Ditlev.

© Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / Oliver Gold Schüchtern und unfassbar schnell: Magnus Ditlev.

Mit dem Sonnenaufgang strömten die Athleten zur Kanallände Hilpoltstein. Tausende Räder standen dort schon aufgereiht, bald folgten die Sportler, Anhänger, Zuschauer. Auf der Brücke und am gegenüberliegenden Ufer standen die Triathlon-Fans in Fünferreihen. Um 6.30 Uhr starteten die Top-Männer auf die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke im Kanal. Kurz darauf folgten die Profi-Frauen.

Titelverteidigerin Anne Haug musste früh abreißen lassen, zwei Minuten Rückstand hatte sie nach etwas mehr als einem Kilometer. Bei den Männern führte Jan Frodeno das Feld an, als die Profis wieder auf die mit Zuschauern gefüllte Brücke zuschwammen. In seiner Verfolgung: Maurice Clavel. Aus dem Wasser kam Frodeno auch noch als Erster, Als Erster aus dem Wechselzelt aber rannte Clavel. Kurz darauf folgten die Vorjahres-Dritte Fenella Langridge und Rebecca Clarke. Die Bayreutherin Anne Haug stieg mit sieben Minuten Rückstand aus dem Kanal, musste in der Wechselzone aber noch einmal zurück rennen, um den richtigen Beutel zu holen.

Knapp hinter Frodenos Bestzeit

Auf dem Rad arbeitete sich der Däne Magnus Ditlev an die Spitze heran, die Top-Männer rollten gemeinsam nach Greding. Als Fünfergruppe kam die Spitze am Solarer Berg an. Hier tummelten sich wie schon am Schwimmstart Tausende Triathlon-Fans. Robert Kallin bahnte sich als Erster den Weg durch die Menge, gefolgt von Clavel, Frodeno und Ditlev.

Über die zweite Radrunde schnappte sich Anne Haug ihre Konkurrentin Clarke auf Rang zwei. Nur an Langridge kam sie nicht heran. Bei den Männern konnte Kallin das Tempo von Frodeno und Ditlev, der mit 4:01:56 Stunden über 180 Kilometer einen neuen Rad-Rekord aufgestellt hat, nicht mehr folgen. So ging der Sieger von 2016, Jan Frodeno, auch als Führender in den abschließenden Marathon.

Doch nach nicht einmal fünf Kilometern musste Frodeno aufgeben, die Schmerzen in der Achillessehne waren beim Laufen zu groß. Just in diesem Moment kamen Sam Long und Patrick Lange in die Wechselzone zwei. Das Rennen war plötzlich wieder völlig offen. Der 24-jährige Magnus Ditlev lag in Führung, in seiner erst zweiten Langdistanz überhaupt. Ditlev ließ schlichtweg nicht nach, nicht einmal Patrick Lange kam entscheidend heran. Um 14.05 Uhr lief der Däne schüchtern im Triathlonstadion ein, nach 7:35:50 Stunden nur unwesentlich langsamer als Frodeno bei seiner Weltbestzeit 2016. Nach einem Marathon in 2:35:10 Stunden (Streckenrekord) wurde Vorjahressieger Patrick Lange Zweiter.

Bei den Frauen zeigte die Siegerin von 2021, dass der Marathon ihre Stärke ist. Anne Haug holte Meter um Meter auf, und überholte dann schließlich die schnelle Engländerin Fenella Langridge unter der sengenden Sonne am Kanal. Nach 8:22:42 Stunden wurde die Bayreutherin gefeiert. Die Zeit ist erstaunlich. In Wechselzone gab es Probleme mit ihrem Wechselbeutel, auf dem Rad wurde sie von einer Biene gestochen. Doch Haug ließ sich zum zweiten Mal in Folge in Roth von nichts und niemandem aufhalten.

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