Angreifer spielte schon international

"Es war hart": Afimico Pululu will nach seinem Aus in Basel in Fürth durchstarten

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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14.1.2022, 06:00 Uhr

"Ich bin zufrieden und sehr glücklich": Afimico Pululu in dieser Woche beim Training mit dem Kleeblatt. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Wie viel Spaß Afimico Pululu beim Fußballspielen hat, kann man sich in einem 16 Minuten langen Video auf Youtube ansehen. Darin hat jemand die besten Szenen des damals 20 Jahre jungen Angreifers des FC Basel zusammengeschnitten. Gleich zu Beginn schlenzt Pululu den Ball gegen Manchester United sehenswert in den Winkel. Schnitt. Dann läuft er alleine auf den Torhüter der Engländer zu - und chippt den Ball ganz locker über ihn ins Tor.

Vor vier Jahren hat "Afi", wie sie ihn in Basel nannten, also zwei Tore gegen United geschossen. Es folgten zwei weitere sowie drei Vorlagen in den Spielen gegen Benfica Lissabon und ZSKA Moskau. An die Spiele in der Youth League, der Champions League für den Nachwuchs, denkt Pululu auch heute, im Januar 2022, noch gerne zurück. "International zu spielen ist immer gut", sagt er. "Es war eine gute Zeit."

"Ständige Gefahr beim Gegner"

Überhaupt hatte Afimico Pululu beim FC Basel lange eine gute Zeit. Mit zwölf Jahren wechselte er einst aus dem französischen Mulhouse, wohin seine Familie 2001 aus Angola gezogen war, in den Nachwuchs des FCB, wo er in allen Jugendmannschaften auftrumpfte. Schon mit 18 Jahren durfte er mit den Profis trainieren und immer wieder auch in der ersten Liga mitspielen. Pululu galt als das nächste Basler Toptalent, als einer, der schon bald das Gesicht des Vereins werden könnte.

In der vergangenen Saison schaffte er endgültig den Durchbruch und sammelte elf Scorerpunkte. Die Medien waren voll des Lobes über den jungen Basler Angreifer. "Seine Durchschlagskraft auf der linken Außenbahn sorgte für ständige Gefahr beim Gegner", notierte das Schweizer Portal "Bolzplazz". "Trickreich, antrittsschnell und mit feiner technischer Klinge sorgte er für spielerische Highlights und kreierte Torchancen für seine Mannschaft."

Doch nach einer Verletzungspause wurden seine Einsätze weniger. Unter dem neuen Trainer kam er nur noch selten zum Zug, der Verein holte andere Spieler - und Pululu verlor sein Platz. Er sei "ein Bauernopfer der strategischen Neuausrichtung geworden", schrieb "Bolzplazz", der Aussortierte selbst sagt: "Ich habe gespürt, dass der Trainer mir nicht zu 100 Prozent vertraut." Er hat trotzdem weiter trainiert und für sich geworben, doch im vergangenen Sommer haben sie ihm "gesagt, dass ich nicht mehr in den Kader passe".

Die Enttäuschung darüber war groß, der FC Basel war ja längst zu seinem Verein geworden. "Es war hart, aber in solch schwierigen Momenten lernt man auch, dass im Fußball nicht immer alles schön ist", sagt Pululu. "Was Dich nicht umbringt, macht Dich nur stärker." In den vergangenen Monaten hat er in Basel nur noch mit der zweiten Mannschaft trainiert und gespielt, das letzte Mal am 20. November. Seitdem hat er sich daheim in Mulhouse, wo seine ganze Familie lebt, mit einem Athletiktrainier fitgehalten - bis in der vergangenen Woche das Angebot des Kleeblatts kam.

Am vergangenen Freitag hat er zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainiert, am Samstag gegen Stuttgart stand er sogar schon im Spieltagsaufgebot - allerdings nur, um die Abläufe kennenzulernen, wie Trainer Stefan Leitl erzählte. Die Fürther Verantwortlichen wollen nichts überstürzen, doch schon bald soll Pululu zeigen, dass er nicht nur gegen Manchester United glänzen kann. Nur: Wo? Im Sturm? Auf der Außenbahn? "Ich spiele am liebsten in der Mitte", sagt er. "Da kann ich mich bewegen und immer wieder in die Tiefe gehen."

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