Das perfekte Verbrechen?

Für Millionen-Raub? Unbekannte durchtrennen Glasfaserkabel - 10.000 bayerische Haushalte betroffen

Isabel Pogner
Isabel Pogner/dpa

Online-Redaktion

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23.11.2022, 09:46 Uhr
Das Keltengold ist weg. Ermittler befürchten, dass die Diebe es einschmelzen. 

© Frank Mächler/dpa Das Keltengold ist weg. Ermittler befürchten, dass die Diebe es einschmelzen. 

Von dem Diebstahl des millionenschweren Goldschatzes im Museum haben die Anwohner erst einmal nichts mitbekommen. Und die Polizei auch nicht, denn Unbekannte hatten zuvor einen Glasfaserstrang der Telekom durchtrennt, berichtet die SZ. 13.000 Menschen waren dadurch am Montagabend digital von der Außenwelt abgeschnitten. Dann verschwand der Keltenschatz aus dem Museum und keiner konnte die Polizei verständigen. "Das war klassisch, wie man es sich in einem schlechten Film vorstellt", berichtete ein LKA-Sprecher am Dienstagabend.

Wie genau es den Dieben gelungen ist, den Schatz zu erbeuten, will jetzt ein Ermittler-Team herausfinden. Denn der war eigentlich mehrfach gesichert. Trotzdem gab es während der Tat wohl keinen Alarm. Der fiel im Zuge der durchtrennten Telekom-Kabels ebenfalls aus. Und damit auch die Verbindung zur Polizei. "Das Museum ist eigentlich ein Hochsicherheitstrakt", erklärt Manchings Bürgermeister Herbert Nerb gegenüber der SZ. Er glaubt: "Da waren Profis am Werk."

Für die Goldmünzen, die die Kelten vor über 2.000 Jahren geschmiedet haben, hat die Gemeinde Manching im Jahr 2006 eigens ein Museum errichtet. Sieben Jahre zuvor hatte ein Grabungsteam den Schatz im Manchinger Boden entdeckt. Das war der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts, berichtet das Manchinger Kelten- und Römermuseum stolz. Jetzt sind 483 Goldmünzen verschwunden. Der Schaden liegt im Millionenbereich.

Schmelzen die Diebe das Gold einfach ein?

Nach Einschätzung der Polizei können die Täter den Schatz allerdings nur schwer verkaufen. Daher sei zu befürchten, dass sie die keltischen Münzen einschmelzen und für den Goldwert veräußern. Das sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts am Mittwochmorgen.

Insgesamt arbeiten Dutzende Ermittler an dem Fall. Die Polizei ist zudem im Austausch mit ihren Kollegen in Dresden und Berlin, wo es in den vergangenen Jahren ebenfalls große Einbrüche in Museen gegeben hatte.