Kritik nach Insta-Post

"Herzloser Ministerpräsident": Markus Söder wegen Tierquälerei im Visier der Tierschützer

Stefanie Banner

Politik und Wirtschaft

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8.3.2024, 10:27 Uhr
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat von Peta eine Auszeichnung erhalten: den Negativpreis "Speziesismus des Monats"

© Peta Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat von Peta eine Auszeichnung erhalten: den Negativpreis "Speziesismus des Monats"

Ende Februar veröffentlichte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf Instagram ein Video mit dem Hashtag "#hundeliebe", das ihn bei einer Hundeschlittenfahrt in Schweden zeigt: Für diese herzlose Verharmlosung von Tierquälerei verleiht die Tierschutzorganisation Peta dem CSU-Chef nach eigenen Angaben ihren Negativpreis "Speziesismus des Monats" im Februar. Die Tierrechtler betonen in ihrer Mitteilung: "Hunde vor Schlitten zu spannen, um sie als ,Zugtiere' auszunutzen, verwehrt den Vierbeinern eine natürliche Lebensweise."

Es sei beschämend, dass sich Markus Söder als Hundefreund bezeichnet, sich aber gleichzeitig von ihnen auf einem Schlitten durch den Schnee ziehen lässt, sagt Peter Höffken, Fachreferent bei Peta Deutschland e.V.: "Mit seiner Selbstinszenierung auf Instagram unterstützt er das furchtbare Leid aller Hunde, die für solche Schlittenfahrten ausgebeutet werden. Zudem hört Markus Söders vermeintliche Tierliebe schon bei Hunden auf, denn er ist bekennender Fleischesser und setzt sich für das Töten von Wölfen ein. Wir raten ihm dringend dazu, sich endlich an sein eigenes Leitmotto ‚Leben und leben lassen‘ zu halten und Tiere einfach in Ruhe zu lassen."

Markus Söder diskriminiert nicht nur Hunde

Dass Markus Söder kein Tierfreund ist, hat er laut Peta schon oft bewiesen: So behauptete er in der Vergangenheit unter anderem, dass Fleisch und Wurst in Bayern "quasi Verfassungsrang" hätten. Zudem sei ein Leben ohne Bratwurst "sinnlos", Tofu-Wurst und Veggie-Burger seien "sinn- und geschmacklos". Damit zeige er eindrücklich, dass ihn das grausame Leid und der unnötige Tod von Schweinen und anderen Tieren herzlich wenig interessieren, wie Peta weiter mitteilt.

Erst vor wenigen Wochen hat Peta nach eigenen Angaben ein Video über touristische Hundeschlittenfahrten in Norwegen und Frankreich veröffentlicht: Es zeige stark gestresste Hunde, die sich teils gegenseitig angreifen und abseits der Fahrten an Ketten und in kargen Holzhütten gehalten werden – eine Haltungsform, die in Deutschland mittlerweile verboten ist. Viele Tiere zeigen in dem Video deutliche Anzeichen von Verhaltensstörungen, so die Tierrechtler.

Der Begriff Speziesismus

Analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus beschreibe Speziesismus - so heißt der Negativpreis der Tierschützer - eine Form der Diskriminierung, genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird laut Peta hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Daneben werde auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden und in sogenannte Haus- und Nutztiere unterteilt: So werden beispielsweise Hunde und Katzen liebevoll umsorgt, Schweine, Rinder und Hühner hingegen getötet und gegessen. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur "falschen" Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft, so Peta. Dabei können sie alle Freude und Leid empfinden und haben daher ein Interesse daran und ein Recht darauf, zu leben und nicht verletzt zu werden.

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