Leere Regale

Mineralwasser bei Edeka wird knapp - aus diesem Grund

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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11.5.2022, 10:56 Uhr
Mineralwasser kommt bei vielen Menschen mittlerweile aus dem Wassersprudler und nicht mehr aus der Flasche.

© iStock.com/Hyrma, NNZ Mineralwasser kommt bei vielen Menschen mittlerweile aus dem Wassersprudler und nicht mehr aus der Flasche.

Bei vielen Lebensmitteln steckt hinter der Knappheit in Supermarktregalen der Krieg gegen die Ukraine und damit einhergehende Lieferengpässe. Beim Mineralwasser ist dies jedoch nicht der Fall. Hier ist der Grund das veränderte Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Viele Deutsche haben sich mittlerweile einen Wassersprudler zugelegt und reichern damit ihr Leitungswasser mit Kohlensäure an. Die Beweggründe sind vielfältig: Einerseits sparen Verbraucherinnen und Verbraucher dadurch Geld, denn Wasser aus dem Hahn ist deutlich günstiger als Mineralwasser aus dem Geschäft. Zudem fallen dadurch weniger Glas- und Plastikflaschen an, die transportiert werden müssen. Das ist schonender für die Umwelt. Zuletzt kann es auch an der Bequemlichkeit der Menschen liegen. Denn Wasser einzukaufen, nach Hause zu transportieren und in die Mietswohnung oder das Haus zu schleppen, kostet Zeit und Kraft.

Edeka kündigt Verträge mit regionalem Abfüll-Unternehmen

Das veränderte Kaufverhalten führte nun dazu, dass Edeka die Aufträge beim Mineralwasser-Unternehmen Altmühltaler nicht mehr fortführte. Von der Entscheidung ist auch das Werk in Franken betroffen. In Treuchtlingen verlieren aufgrund des Großkunden-Wegfalls 20 Mitarbeitende ihren Job. Das Werk im brandenburgischen Baruth traf es noch schlimmer. 70 Prozent des Auftragsvolumens fiel weg, 180 Mitarbeitende wurden gekündigt.

Preise für Mineralwasser aus dem Supermarkt steigen

Der Mineralwasserproduzent habe Preissteigerungen aufgrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation prognostiziert und auf dieser Grundlage mit Edeka verhandelt, verrät Alexander Pascher, Geschäftsführer bei Altmühltaler. Man habe dabei jedoch keine Einigung erzielen können. Die Zusammenarbeit wurde daraufhin beendet.

Auch Edeka hat mit den Folgen der Entscheidung zu kämpfen. Vor allem in den Regalen der günstigeren Eigenmarken gibt es nun vielerorts Lücken. Die Supermarkt-Kette hat sich nun einer großen Gruppe an Abfüllern angeschlossen, darunter etwa Hansa-Heemann, Hochwald-Sprudel und Riha-Wesergold, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Doch die neuen Abfüller können nicht sofort liefern. Aus diesem Grund bleiben die Regale leer.

Edeka bestreitet indes den Vorwurf, für die reihenweisen Kündigungen bei Altmühltaler verantwortlich zu sein. Vielmehr soll die Beendigung der Verträge von dem Unternehmen selbst ausgegangen sein. Altmühltaler soll signalisiert haben, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr gewünscht sei. Laut einem Edeka-Sprecher habe der Lieferant "eine Belieferung zu einem Einkaufspreis angeboten, der über dem Ladenverkaufspreis des Wettbewerbs lag", heißt es in der Lebensmittelzeitung dazu.