Akquisition

Siemens übernimmt Sparte von ebm-papst mit Werk in Lauf: So steht es um die Mitarbeiter

Martin Damerow

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22.3.2024, 12:52 Uhr
Die ebm-papst-Division Industrielle Antriebstechnik in Lauf an der Pegnitz: Das Werk und alle seine Mitarbeiter sowie zwei weitere Standorte werden von Siemens übernommen.

© Christof Wolf, NN Die ebm-papst-Division Industrielle Antriebstechnik in Lauf an der Pegnitz: Das Werk und alle seine Mitarbeiter sowie zwei weitere Standorte werden von Siemens übernommen.

Die Siemens AG hat eine Vereinbarung über den Kauf des Geschäfts für industrielle Antriebstechnik (IDT) von ebm-papst unterzeichnet. Dieses Geschäft mit rund 650 Mitarbeitenden umfasst intelligente, integrierte mechatronische Systeme im Schutzkleinspannungsbereich sowie innovative Fahrlenksysteme, die in freibeweglichen, fahrerlosen Transportsystemen zum Einsatz kommen.

Alle Mitarbeiter werden übernommen

Das IDT-Geschäft von ebm-papst befindet sich an den deutschen Standorten St. Georgen und Lauf an der Pegnitz (mit rund 300 Mitarbeitern) sowie dem rumänischen Oradea. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion soll bis Mitte 2025 abgeschlossen sein, heißt es. Alle insgesamt rund 650 Mitarbeiter werden nach Abschluss der Transaktion übernommen. Der Betriebsrat wurde frühzeitig in alle Planungen einbezogen und unterstützt das Projekt.

Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO von Digital Industries sagt: „Das innovative Portfolio von ebm-papst an mechatronischen Antriebssystemen und seine hochqualifizierten Mitarbeitenden passen hervorragend zu Siemens. Wir erschließen uns mit dieser Akquisition neue Geschäfts- und Kundenpotenziale in dem schnell wachsenden Markt intelligenter, batteriebetriebener Antriebslösungen in der Intralogistik sowie mobiler Roboterlösungen."

Zukunftsmarkt Robotik

Mobile Roboter und fahrerlose Transportfahrzeuge, wie sie bereits am Standort F80 in Erlangen zum Einsatz kommen, gelten als ein wichtiger Hebel für mehr Flexibilität und Produktivität. Deshalb erwarten Experten in diesem Marktsegment hohes Wachstum.

Von der Akquisition profitierten beide Seiten, heißt es: „Die Integration des IDT-Portfolios in das bestehende Automatisierungsportfolio sowie die Nutzung des weltweiten Vertriebsnetzwerks von Siemens eröffnen neue Marktzugänge und signifikante Geschäftspotenziale im Bereich der flexiblen und autonomen Fabrikautomation“, ist einer Pressemitteilung von Siemens zu entnehmen.

Gleichzeitig erklärt ebm-papst: „Die Akquisition durch Siemens ist für uns ein strategisch bedeutender Schritt. Was unserem Geschäft ‚Industrielle Antriebstechnik‘ bisher fehlte, war eine globale Vertriebsorganisation für maximales Wachstum. Siemens ist ein langjähriger Kunde sowie ein Unternehmen mit einer starken internationalen Marktdurchdringung und einer umfassenden Kundenbasis. Die nun vereinbarte Integration ermöglicht dem IDT-Geschäft einen globalen Marktzugang. Sie eröffnet damit neue Horizonte für Innovation und weiteres Wachstum,“ so Klaus Geißdörfer, CEO der ebm-papst-Gruppe.

Was er mit dem Geld aus dem Verkauf machen will, weiß er auch schon: „Den Verkaufserlös für das IDT-Geschäft werden wir dafür nutzen, die Divisionen Air Technology und Heating Technology weiter auszubauen, unsere drei Regionen Europa, Asien und Amerika weiter zu stärken und in Zukunftsfelder wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit unseres Produktportfolios zu investieren“, so Geißdörfer.

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